Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

biw-Bank adressiert Public Finance: Heimatinvest – Interessante Form von Bürgerkredit 2.0?

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Schon mal den Namen „biw Bank“ gehört? Genau, denn unter anderem steht das Institut über „Whitel Labeling“ hinter der „sozialen“ Kreditbörse Smava.de.  Auch beim Brokerhaus Flatex ist die biw AG aktiv, man verschaffe sich nur einen Überblick auf der Homepage.  

Nicht immer lief jedes Engagment bisher glatt, kein Wunder, es handelt sich um neue Geschäftsmodelle. Ein weiteres recht interessantes Konzept ist dieses hier: 

http://www.heimatinvest.de/

Heimatinvest ist eine neuartige Plattform, die es interessierten Bürgern ermöglicht, ihr Geld in ihrer Kommune zu investieren und sich so aktiv an der Finanzierung öffentlicher Aufgaben in ihrem eigenen Lebensumfeld zu beteiligen. Das bedeutet, dass jeder Bürger mit seinem Bürgerdarlehen helfen kann, seine Kommune zu finanzieren. Heimatinvest ermöglicht einerseits den Kommunen eine günstige Finanzierung und anderseits den Bürgern der Kommune eine gute Verzinsung in einer äußerst sicheren Anlage.

Quelle: heimatinvest.de

Und hier wird das Geschäftsmodell der Bürgerbeteiligung „Public Finance 2.0“ genauer erklärt:

Über Heimatinvest sprechen interessierte Städte ihre Bürger an und beschreiben auf dieser Seite detailliert ihren Finanzbedarf – also Darlehenshöhe, Dauer und Verzinsung. Bürger die Teile der Finanzierung übernehmen wollen, eröffnen bei der abwickelnden Bank, der biw AG, ein zweckgebundenes Konto und geben ein Gebot für ihr Bürgerdarlehen ab (Mindestsumme: 5.000,- €). Wenn die Summe aller Gebote den gewünschten Darlehensbetrag erreicht oder überstiegen hat, gewährt die biw AG der Kommune das Darlehen.

Nun werden nicht wenige fragen, kann das Geschäftsmodell funktionieren, so dass alle Partner profitieren? Ist das rechtlich konform? Nun ja, auf den ersten Blick klingt das Ganze schlüssig:

Danach gibt die biw AG die Darlehensforderung gegen die Kommune entsprechend des zuvor vom jeweiligen Anleger festgelegten Wunschbetrages an die Bürger weiter. Die biw AG fungiert im Anschluß als „Verwalter“ der Darlehensforderung, kontrolliert die Zahlung von Zins und Tilgung und gibt diese direkt an die Anleger weiter. Bei Fälligkeit des Darlehens erhält die biw AG das Geld treuhänderisch von der Kommune und zahlt es an die Anleger aus. 

Die Idee stammt übrigens aus der Lernkurve einer „eigentlich“ fehl geschlagenen öffentlichen Finanzierung der Stadt Quickborn. Eine Übersicht über die mit diesem Projekt verbundenen Presseberichte gibt es hier:

http://www.heimatinvest.de/quickborn_darlehen.html

Die Stadt Quickborn hat es im Jahr 2009 bereits erfolgreich vorgemacht und von ihren Bürgern in kürzester Zeit 4 Millionen Euro eingesammelt. Einziges Problem – die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht untersagte das Projekt, weil das Gesetz für die Aufnahme von Krediten eine Bankerlaubnis voraussetzt. Eine Kommune ist aber keine Bank. Durch Heimatinvest wird die gute Idee ermöglicht. Heimatinvest gehört der biw AG, die als
Kreditgeber fungiert. Damit sind die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, die Kommune kann sich wie geplant günstig refinanzieren, die Bürger können ihr Geld sicher anlegen.

Quelle: heimatinvest.de

Fazit: Die spannende Frage wird sein, wieweit sich Elemente der „Bürgerkredite 2.0“ als eine neue Variante im öffentlichen Haushaltswesen etablieren. Die Risiken: der Staat stopft klamme Löcher über zusätzliche Einnahmen, eine Bank klemmt sich dazwischen, und schöpft den Profit bzw. Mehrwert ab?

Die Chancen: Bürger könnten selbst eingreifen, um sinnvolle Vorhaben aktiv zu fördern – und so die Sensibilität erhöhen, wie sich Geld solide und produktiv am vitalen Puls von Gesellschaft und Wirtschaft anlegen lässt.

Eine Preisfrage aber bleibt: Stimmt die Rendite auch für den Bürger, wenn er aktiv in den Kreislauf der Öffentlichen Hand bis hin zur Vergabe von Steuermitteln eingreift – oder sind die Erwartungen zu hoch geschraubt? Gibt es dazu ergänzende Kommentare…

Wie dem auch sei, es soll wohl bald ein neues Vorhaben in der Stadt Willich in Gang gebracht werden, man darf gespannt sein, wie das konkret aussieht, und wie sich die Wertschöpfungskette unter den „Partnern“ genau aufteilt: 

http://www.heimatinvest.de/willich_darlehen.html

http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2010/0321/buergerkredit.jsp

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Written by lochmaier

Mai 12, 2010 um 7:46 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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