Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Singapur trifft Hamburg: „Kindergeld 2.0“ macht Schule!

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Während bei uns die Kita-Gebühren beispielsweise in Hamburg fortlaufend steigen – und uns so mancher Politiker dies als gesellschaftliche Innovation verkaufen will, schließlich steige ja auch die Servicequalität mit den Gebühren – Wie wäre es stattdessen mit einem Schulbesuch Ihres Kindes in der „Moneyclinic“ ? 

Kein Problem, das gibt es wirklich – und hier wird Ihren Liebsten nicht der Zahn der Zukunft gezogen, sondern es soll ein besseres Verständnis gelehrt werden, was Geld in unserer Gesellschaft bedeutet, wie man es (hoffentlich solide) erwirtschaftet und sogar noch ein bisschen vermehrt.

Das Ganze gibt es seit ein paar Tagen in Singapur zu bestaunen – für zahlungskräftige Eltern nicht ganz so armer Kinder – und zwar bereits in der frühkindlichen Einstiegsphase:   

http://www.moneyclinic.sg/

Die spielerischen Computertools in der privaten Bildungsarbeit rund um die „Kindergeldschule 2.0“ können sich in der gerade frisch eröffeneten Money Clinic durchaus sehen lassen:

  • Balancing risk and return
  • Portfolio selection
  • Real-time advanced trading simulations
  • Virtuoso student investment portal
  • Investment role-playing presentations
  • Virtuoso prize-reward system
  • Übrigens gibt es auch über Social Media-Kanäle einen direkten Zugang zu der Kindergeldklinik, etwa über Twitter (habe mich schon mal als dritter Follower bei dem zarten Pflänzchen eintragen lassen):

    http://twitter.com/the_moneyclinic

    Was könnten wir davon lernen? Bei uns gab es früher in den Dörfern oder Stadtbezirken mal den netten Herrn oder die leicht übergewichtige Dame von der Volksbank oder Sparkasse, die einem das kleine Einmal-Eins-der-Geldwelt in der Schule erklärte. Natürlich gab es neben ein paar Geschenken auch oft schon neben Bonbons und Luftballons ein (nicht ganz kostenfreies) Bankkonto dazu.

    Oder man sollte – obwohl noch nicht im vollen Besitz des geistigen Überblicks – schon einen Bausparvertrag vor dem 18. Geburtstag abschließen.

    Nun aber revolutioniert sich möglicherweise auch die „kleine“ noch nicht flügge gewordene Finanzwelt. Was für eine Unverschämtheit – denn die Kinder glauben wohl spätestens seit der nun schon wiederholte Male aufgeladenen „Spekulations- und Kreditblase“ nicht mehr an die klassischen Institutionen. Das fängt schon im Kindergarten an.

    Mehr noch: Letztlich glauben die heutigen Kids nicht ganz zu Unrecht ihren eigenen Eltern nicht mehr so richtig, denn die reden meist über die Vergangenheit und übers vergängliche Wirtschaftswunder, als sich intensiv mit der unsicheren Zukunft auseinander zu setzen.

    Aber immerhin bemühen sich die meisten Eltern noch, ihren Kindern den Weg durch die schiefe Ebene zu bereiten, so hoffen wir doch. Wenn es aber ums Allerwichtigste geht, ums liebe Geld, dann sind definitiv andere „Schulbesucher“ als die Banken gefragt, denn auch die Genossenschaftsbanken sind momentan nicht in der Lage, die gesellschaftliche Innovation zu erkennen, geschweige denn daraus einen interessanten von sich selbst los gelösten neuen Bildungsauftrag abzuleiten. Das muss aber nicht schlecht sein. 

    Des einen Versagen ist die Chance der anderen. Zweifellos: Mutige und kreative Bildungseinrichtungen könnten sich vielleicht sogar zu Recht Ihr „Kindergeld 2.0“ verdienen – sofern es sich dabei um etwas mehr als einen Hort für verwöhnte Sprösslinge reicher Eltern handelt, bei denen es mehr um den genüsslich zelebrierten Sozial- und Ökolifestyle handelt, also wieder eine Kaste, die im Ausschlußverfahren ihren Kleinen den selektiven Umgang mit den Finanzen (von oben nach unten durch regiert) beibringt.

    Ach ja, es gibt natürlich nicht nur in Asien sowas wie die Money Clinic – abgesehen von Deutschland, wir diskutieren ja noch, was uns etwa im Internet verdummt oder nicht, wo doch schon klar ist, dass allein die Diskussion darüber nicht gerade intelligent geführt ist.

    Also nehmen wir gedankliche „Geldanleihen“ doch lieber aus dem Ausland – hier habe ich etwa schon mal darüber berichtet, wie Schüler in Kanada anhand von Cartoons sich mit dem Thema Geld auseinander setzen:

    https://lochmaier.wordpress.com/2009/12/04/kanada-wie-schuler-auf-cartoons-lernen-mit-geld-umzugehen/ 

    Fazit: Unabhängiges, wirtschaftlich wie gesellschaftlich fundiertes Finanzwissen, ist in der „Kindergeldschule 2.0“ gefragt – statt plumpes Marketing bunt schillernder Akteure aus Eigeninteresse durch die Hintertüre, wie bei den tollen Handytarifen und Klingeltönen, die unsere Kleinen quasi heute schon mit der Mutter- und Vatermilch aufsaugen.

    Denn heute kaufen und morgen bezahlen, das war gestern. Es gibt schon zu wenige Gläubiger, die hohe Renditen fordern, und immer mehr „Schuldner“, die diese bedienen sollen. Die Kleinen haben das längst kapiert und werden es uns Erwachsenen schon noch auf die eine oder andere (nicht immer angenehme) Art beibringen. Das wird bereits in der „Kindergeldschule“ beginnen, wo die Kleinen uns mit quirrligen Fragen nerven.

    Wie vermehrt sich eigentlich Geld? Bringt es der liebe Storch?

    Und sollten die menschlichen Produkte unserer „Kindergeldschule 2.0“ jetzt auch noch aktiv in Deutschland gegen die hohen Kita-Gebühren demonstrieren wollen, so wäre das doch gar keine so schlechte Idee. Ab welchem Alter darf man eigentlich für die eigenen Interessen demonstrieren?

    Einen politisch nicht ganz korrekten Vorgeschmack angesichts der weiter schwelenden Kita-Krise in Hamburg auf eine – allerdings von Erwachsenen angezettelte Kinderdemo, mit einem „Dankeslied“ an bzw. gegen die HSH Nordbank – gibt es hier auf Youtube zu sehen: 

    http://www.youtube.com/watch?v=HQRiay9Xk74

    Denn man fragt sich durchaus, ob wir überhaupt noch einen Sinn dafür haben, wo die Prioritäten in unserer Gesellschaft angesiedelt sind. Es gibt zwar viele Agenden, aber keine Chefs mit Durchblick, was der Begriff „real existierende Gesellschaft und Wirtschaft“ noch bedeutet.

    Wie war das noch mit dem Lippenbekenntnis „Kinder sind unsere Zukunft!“  – aber nur, wenn sie selbst und deren Eltern noch daran glauben.

    Die ganze Broschüre zur neuen „Money Clinic“ in Singapur gibt es hier zum Download:

    http://www.moneyclinic.sg/TheMoneyClinic_eBrochure.pdf

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    Written by lochmaier

    Mai 11, 2010 um 12:40 pm

    Veröffentlicht in Uncategorized

    Eine Antwort

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    1. […] Fazit: Ein interessanter Ansatz, der sicher „Geldschule“ machen wird. Es gibt auch international gesehen ähnliche Lern- und Spieltools, bei denen sich alles ums Geld dreht, etwa die Moonjar-Suite bzw. Classic Moonjar Moneybox. Siehe dazu auch den früheren Artikel von Social Banking 2.0 zu diesem Thema. […]


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