Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Archive for April 2010

Neues Banken-Leitbild? Unterstützer der Produktivkräfte

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Zweifellos ist das Ansehen der Banker in der Gesellschaft auf einem gewissen Nullpunkt angekommen. Wer nicht unbedingt als Partner der „Realwirtschaft“ agiert, und die produktive Arbeitsleistung der „real existierenden Bevölkerung“ nicht unbedingt in den Mittelpunkt der Finanzstrategie stellt, braucht sich allerdings darüber nicht sonderlich zu wundern. Plakativ auf den „Banken-Bashing“ Zug springt wieder mal der Spiegel auf, in einem Leitkommentar von Wolfgang Kaden zum Thema „Wie die Banker den Kapitalismus aushöhlen„.

Fühlen wir aber abseits der üblichen Wahrnehmungsraster zwischen Schwarz- und Weißmalerei  doch mal weiteren Experten auf den Zahn. Also da wäre: Man muss ihn nicht unbedingt mögen, aber er ist zweifellos ein kritischer Geist: Wer etwa die Kolumne von Prof. Max Otte auf finanzen.net regelmäßig liest, der findet dort neben allerlei durchaus praktikablen Anlagetipps auch immer wieder strategische Analysen unseres Finanzsystems – interessant ist dazu dieser jüngste Eintrag hier über das „System der Produktivkräfte: 

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Prof-Otte-Kolumne-Das-System-der-Produktivkraefte-775056

Was nun sind die „Produktivkräfte“ in unserer Gesellschaft, eine mehr als dringliche Frage:

Letztlich war es für List nicht „der Markt“, beziehungsweise Angebot und Nachfrage, sondern ein „System der Produktivkräfte“, welches über den Erfolg oder Misserfolg einer Volkswirtschaft entscheidet. Solche Produktivkräfte können sein: Bildung, Organisation, Gewerbefleiß, Sparsamkeit. List war damit auch Vorbereiter der Theorie vom Humankapital, nur hat er es oftmals besser und treffender ausgedrückt als heutige Ökonomen.

Auch die Rolle von Banken im Innovationskoordinatensystem thematisiert Otte:

Warum zerstören wir unser hervorragendes deutsches Bankensystem und ersetzen es durch minderwertige angelsächsische Modelle?

Eine interessante Frage, auf die es derzeit leider keine wirklich überzeugende Antwort gibt. Deshalb lieber ein praktisches Beispiel zu den „Produktivkräften“, statt virtuellen Spekulationshallen, über das die Börsenzeitung in einem (kostenpflichtigen) Artikel hier berichtet.

http://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2010073070

Dabei handelt es sich immerhin um einen Bankmanager, die die heiligen Hallen der Hochfinanz lange Zeit durchmessen hat:

Von Leveraged Finance zu Busreisen, von London nach Wirges in der Nähe von Montabaur, von der Kreditvergabe für schuldenfinanzierte Übernahmen durch Private Equity zum soliden Mittelständler: Jochen König, der das europäische Leveraged-Finance-Geschäft der Royal Bank of Scotland (RBS) verantwortet hatte, leitet seit einem Jahr mit seinem Vater die König’s Reisen im Westerwald, die mit 25 Bussen und ebenso vielen Angestellten im regionalen Linienverkehr tätig ist, eigene Touren veranstaltet und ein Reisebüro betreibt. Die Bankverbindung ist das örtliche Genossenschaftsinstitut und nicht mehr das nach Bilanzsumme größte Geldhaus auf dem Globus.

Quelle: Börsenzeitung

Nun ja, der Kunde soll jetzt tatsächlich endlich der auch von der Branche ganz offiziell „gekrönte König“ sein, das zumindest behauptet die Deutsche Bank in ihrem neu strukturierten Geschäftsbereich Private & Business Clients:

http://www.deutsche-bank.de/careers/content/de/studenten_absolventen_news_3669.html

Nehmen wir die Deutsche Bank und Co. doch mal beim Wort, ob sie sich tatsächlich als Unterstützer der Produktivkräfte verstehen:

Egal ob Frau Müller sich ihre Rente auszahlen lässt, Herr Mennel einen Beratungstermin zum Thema Altersvorsorge vereinbart oder der Unternehmer Fritz Meier einen Kredit benötigt, um eine neue Fertigungshalle bauen zu können: Sie alle bekommen in einer unserer mehr als 1.900 Filialen das, was sie brauchen. Mehr als 14,6 Mio. Privat- und Geschäftskunden machen den Geschäftsbereich Private & Business Clients (PBC) zu einem der global führenden Anbieter von Finanzdienstleistungen für diese Klientel.

Quelle: Deutsche-Bank.de 

Written by lochmaier

April 23, 2010 at 7:42 am

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Portfolio-Management: Schweizer Privatbank Wegelin justiert Kundenbeziehung neu

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Wer sehen will, wie brüchig die europäische Wirtschaftsunion wirklich ist, wird heute in der FAZ fündig – sie kündigt bereits an, dass sich die griechische Regierung abermals zu ihren eigenen Gunsten „verrechnet“ habe. 

Kleine Rechenfehler, die sich zu dreistelligen Milliardensummen auftürmen können, bleiben auch für die Banken nicht ohne Folgen. Nun ja, man kann nicht immer gewinnen, wenn man bei Staatsanleihen auf höhere Renditen setzt.

Etwas genauer nachzudenken, was man da so alles mit welchen Risiken und Nebenwirkungen treibt, so bilanziert jedenfalls das Handelsblatt und prognostiziert weitere „Defizit-Schockwellen“, das könnte sich irgendwann auch finanziell noch lohnen.

Regelmäßigen Lesern fällt deshalb der Anlagekommentar von Konrad Hummler von der Schweizer Privatbank Wegelin immer wieder auf, so etwa derjenige vom 22. März 2010 – unter dem Stichwort „Wohlbefinden unter dem (europäischen) Damoklesschwert“:

http://www.wegelin.ch/download/medien/anlagekommentar/kom_269de.pdf

Darin analysiert Hummler die „europäischen Befindlichkeiten“ rund und inmitten der Griechenland-Krise, und wie die einzelnen Länder von den nicht nur dadurch ausgelösten Verwerfungen an den Finanzmärkten zwischen Staatsverschuldung und Wachstumsdynamik ausgesetzt sein werden.

Aufhorchen lässt die daraus abgeleitete Strategie der Privatbank Wegelin, sich mit Blick auf das Portfolio-Management der Kunden neu zu positionieren:

Unser Bankhaus revidiert derzeit insofern seine Überlegungen zur strategischen Positionierung der uns anvertrauten Mittel. Die Gespräche mit unseren Kunden dürften in den kommenden Monaten herausforderungsreich werden. Aber wie hiess es doch?  „Besondere Zeiten erfordern besondere Massnahmen!“ Die Zeiten sind definitiv besonders.

Quelle: Wegelin.ch

Man fragt sich, ob auch andere Banken die Zeichen der Zeit verstanden haben, und nicht nur an der Kostenschraube drehen, oder versuchen irgendwie billiges Geld möglichst elegant zu vermehren, sondern auch an ihrem Innovationsgebaren feilen. Und da gäbe es nun wirklich mehr als genug zu tun…

Oder anders gesagt: Ein bisschen vordergründiges Social Media reicht dazu nicht aus. Noch einmal Konrad Hummler:

Mit einer Standard-Vermögensverwaltung ist diesen Anforderungen nicht beizukommen.

Ob die Akteure beim Private Banking und Wealth Management die Zeichen der Zeit verstanden haben? Auf dem Weblog „Schall und Rauch“ gibts übrigens noch zwei Video-Interviews vom November 2009 mit Konrad Hummler.

Written by lochmaier

April 22, 2010 at 2:28 pm

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NZZ-Blog beleuchtet Social Banking – und nimmt Blogosphäre ernst

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Während deutsche Leitmedien sich immer noch darin gefallen, die gelegentlich auch mal kreative Meinungsvielfalt in der Blogoshäre überhaupt (nicht) zu thematisieren, und mal den einen oder anderen Eintrag (nicht) zu zitieren, bin ich heute auf einen interessanten Eintrag auf dem Weblog der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) gestoßen:

http://www.nzz.ch/blogs/nzz_blogs/extrablog/banking_online_social_facebook_1.5507949.html

Der lässt aufhorchen – dort wird nämlich das Thema Social Banking durchaus ernsthaft thematisiert. Okay, ich freue mich natürlich auch, dass dort für mein im Mai erscheinendes Buch „Die Bank sind wir“ etwas Aufmerksamkeit geweckt und Werbung gemacht wird. Aber hier geht es um deutlich mehr als um eine kleine Eitelkeit.

Das Thema „Social Banking“ in seinen unterschiedlichen Facetten – es scheint (endlich) in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es ist nämlich tatsächlich ein struktureller Schritt nach vorne, wenn a) das Thema ernsthaft in den wirtschaftlichen Leitmedien angekommen ist, und b) Finanz- und Wirtschaftsblogs nicht komplett ignoriert werden, sondern als belebendes Element in der Medienlandschaft wahr genommen sind.   

Die Übersicht der NZZ – kurz und knapp aber durchaus aussagekräftig im Telegrammstile gehalten – ist ganz viel versprechend, zumal in der ach so bodenständigen Schweiz durchaus revolutionäres Potential schlummert. Vielleicht sogar mehr als hierzulande im oftmals nur vordergründig innovativen Label „made in Germany“.

Denn der Schweizer Privatbankier Konrad Hummler gehört zu den kritischen Marktkennern, die der Branche immer wieder mal den Weg in eine neue – hoffentlich transparentere Richtung – weisen, siehe meine früheren ausführlichen Analysen zu dessen „freigeistigem“ Gedankengut, etwa hier auf diesem Weblog unter der Überschrift „Wie das Mitmachweb die Bankbilanzen bedroht“. 

Zwei Zitate aus dem eingangs aufgeführten Eintrag in dem NZZ-Blog sind mir aufgefallen:

Öffentliche Kommentare oder direkte Kunden-zu-Kunden-Kommunikation sind nicht gerade das, was etablierten Finanzinstituten einfällt. Deshalb kommen viele Social Banking-Beispiele von Neugründungen.

Rund ums Banking gibts eine Reihe von weltweit unterschiedlichen Regulierungsfragen, die den Markteintritt erschweren. Wer würde sein Geld einem Technologiekonzern oder einer Sozialen Plattform anvertrauen? Vielleicht ist das auch eine Generationenfrage. Oder der richtigen Verbindung von Technologie und Reputation.

Quelle: NZZ-Blogs

Am Montag starte ich eine kleine Serie, denn im Sommer vergangenen Jahres habe ich in der deutschen Blogosphäre eine Umfrage zum Thema „Wie sieht die Bank der Zukunft aus?“ gestartet. Und da gibt es jenseits der sonst in den Leitmedien immer wieder so gerne zitierten Experten auch in der bunten Vielfalt der Wirtschafts- und Finanzblogger ein paar interessante Gedankengänge. Das lässt auf etwas mehr kreative Vielfalt statt medientechnische Einfalt hoffen. Wo doch in der Vernetzung unterschiedlicher Akteure all unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft liegt? 

 

Written by lochmaier

April 22, 2010 at 10:15 am

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Bankjournalismus 2.0: Preisgekörntes Netzwerk Pro Publica setzt Global Footprint

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Nach dem SEC-Schlag gegen Goldman Sachs droht die nächste Runde, berichtet Handelsblatt Finance: Mehrere Banken sollen dem Hedge Fund Magnetar geholfen haben, Produkte zu vermarkten, die von Vornherein zum Scheitern designt waren. Mit dabei: die UBS. Die Geschichte aufgedeckt hat die amerikanische Website Pro Publica, die erst vor zwei Wochen mit dem Pulitzer-Preis, dem Oscar der Journalisten, ausgezeichnet wurde.

Der Clou daran: ProPublica ist eine Stiftung, die von Spenden lebt und keine Gewinne erwirtschaftet, aber den investigativen Journalismus fördern und unterstützen soll. Viele Medienfachleute sehen in diesem Modell die Zukunft des Journalismus. Hier gehts zur entsprechenden Analyse:

http://www.propublica.org/feature/all-the-magnetar-trade-how-one-hedge-fund-helped-keep-the-housing-bubble

Auf Manager Magazin online findet sich dazu ein ganz interessanter Link zur Deutschen Bank:

Ein weiterer von der Deutschen Bank im November 2006 aufgelegter CDO namens Carina mit einem Volumen von knapp 1,5 Milliarden Dollar erfuhr nicht einmal ein Jahr später den ersten „Event of Default“ und wurde später liquidiert, wie aus einer Aufstellung der Finanzbloggerin Yves Smith hervorgeht.

Hinter Carina stand nicht John Paulson, sondern der Hedgefonds Magnetar, der laut Recherchen des Webdienstes „Pro Publica“ mit 30 CDOs das größte Rad in der Wette auf zahlungsunfähige Hypothekennehmer drehte, zusammen mit Deutscher Bank und acht weiteren Investmentbanken. Auch der erste Magnetar-CDO namens Orion kam mit Hilfe der Deutschen zustande – und ebenso dessen risikoreiche Zusammensetzung. Immerhin erlitt Orion bislang nur Kursverluste, musste aber keinen Offenbarungseid ablegen.

Quelle: manager-magazin.de; http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,690212-3,00.html

Wir bilanzieren: Der Bogen in der Finanzindustrie muss gerade mit Hilfe des Internets neu aufgespannt werden – denn wer sich noch einmal die Studienergebnisse der Otto-Brenner Stiftung ansehen will, wo die Defizite in der Wirtschaftsberichterstattung der Leitmedien liegen, wird ziemlich schnell fündig.

Ganz unten gibt es den Link zu den entsprechenden Presseberichten und Blogs:

http://www.otto-brenner-stiftung.de/otto-brenner-stiftung/aktuelles/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-zum-massenmedialen-umgang-mit-finanzmarktpolitik.html

Fazit: Was wir brauchen, ist nichts weniger als eine neue Form des „Bankenjournalismus 2.0„, der sich weg von der vordergründigen Analyse und platten Schwarz-Weiß-Malererei bewegt, hin zur fundierten und vielschichtigen Betrachtungsweise, die lösungsorientiert und vernetzt sein sollte. Exklusives Expertentum im geistigen Elfenbeinturm hat ausgedient. Was zählt ist die kreative Vielfalt, denn wer diese nicht schätzt, wird selbst immer einfältiger.

Written by lochmaier

April 21, 2010 at 8:45 am

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Prosper.com: Social Lending-Plattform mit Finanzspritze aus der Krise?

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Sowohl Techcrunch als auch einige andere News-Plattformen berichten, dass die Social Lending-Plattform Prosper.com in den USA jetzt mit einer größeren Finanzspritze von 14,7 Mio. US-Dollar aufgepeppelt werden soll, nachzulesen etwa hier: 

http://www.paymentsnews.com/2010/04/prosper-marketplace-raises-147-million-series-d-financing.html?utm_source=feedburner&utm_medium=twitter&utm_campaign=Feed%3A+PaymentsNews+%28Payments+News%29&utm_content=Twitter

Das durch höhere Zahlungsausfälle sich seit längerem in der schleichenden Krise befindliche – in der Gründungsphase führende Internetportal in der „sozialen Kreditvergabe“ Prosper.com – es erhofft sich nun natürlich neuen Rückenwind, um irgendwann in die profitable Gewinnzone zu kommen, oder wenigstens einige ziemlich drückende Altlasten los zu werden.

Nun kommt sogleich der kleine Haken, nämlich der von Seiten der Konkurrenz, pardon Mitbewerber. Denn der schärfste Widersacher auf dem US-Markt war und ist neben der latenten Neigung der Haushalte, sich hoffnungslos zu überschulden, vor allem die Plattform Lending Club. Und auch die gibt bekannt, dass sie gerade erfolgreich mit einer Wachstumsspritze von 24,5 Millionen US-Dollar in eine neue Finanzierungsphase gestartet ist:

http://www.wiseclerk.com/group-news/countries/us-p2p-lending-service-lending-club-raises-24-5-million-us-series-c-round/

Da kommen beide Kontrahenten aus der Puste. Denn die Summen spiegeln somit auch die tatsächlichen Kräfteverhältnisse beim Social Lending in den USA wider. Es ist halt nicht einfach, wenn es pro Land zwei Unternehmen gibt, die sich um die Vorherrschaft in einem Markt so trefflich streiten, den Gartner beim Social Lending weltweit bis 2013 auf rund fünf Milliarden US-Dollar taxiert.

American Banking News vergleicht die beiden Geschäftsmodelle von Prosper und Lending Club:

http://www.americanbankingnews.com/2010/04/15/lending-club-and-prosper-comparing-two-peer-to-peer-lending-models/

Um an Einfluss in der mittelgroßen Finanzwelt zu gewinnen, sind deshalb zweifelsfrei  leistungsstarke Kooperationen von Vorteil, von denen etwa das deutsche Pendant Smava erst jüngst eine unter Dach und Fach brachte, nämlich mit dem Online-Broker CortalConsors.

http://www.ratenkredit-anbieter.de/news/kooperation-zwischen-cortal-consors-und-smava-unter-dach-und-fach_0072.html

Wie sich die beiden nicht ganz so homogenen Welten der Online-Börse und der Kreditvergabe über ein finanzielles „soziales“ Netzwerk werbetechnisch vertragen und befruchten werden, das bleibt abzuwarten. Dass Social Lending insgesamt in der Finanzwelt an Boden gewinnt und Social Media mehr als nur ein bloßes Accessoire in diesem Entwicklungsprozess darstellt, steht jedoch außer Frage.

Aber Zeit ist Geld, und da ist ohne frisches Kapital für die meisten der mehrere Dutzend Plattformen beim Social Lending weltweit der große Durchbruch in die Gewinnzone nicht zu schaffen.

Oder, wie es britische Marktbeobachter in ihrer lässigen Art des Understatements gerne mal – mit dem Beispiel der einheimischen Variante Zopa – in der Überschrift im Guardian so ausdrücken: „Open Innovation is coming of Age“ – hier kann man nachlesen, was die Formel Eins und die führende britische Plattform von Social Lending verbindet oder trennt:

http://www.guardian.co.uk/technology/2010/apr/14/open-innovation-victor-keegan

The winner of the Open Business award was Zopa, which provides a peer-to-peer lending and borrowing service that has grown strongly during the banking crisis although it is still a small organisation. If, and it is a big if, it can continue to provide a safe alternative to banks even though it doesn’t have a government guarantee (it relies on spreading the risk of loans among dozens of different recipients), then customers will be satisfied and taxpayers could avoid future bailouts.

Quelle: guardian.co.uk

Written by lochmaier

April 20, 2010 at 8:36 am

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Der kritische Bankkunde: Die „Generation Transparenz“ rückt vor auf Los

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Goldman Sachs – das ist ein neuerliches Lehrbeispiel für irreführende Kundenberatung, die zeigt, wie wenig Transparenz in der Branche immer noch herrscht. Das bilanziert die Süddeutsche Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/684/508825/text/

Die US-Börsenaufsicht SEC verklagt die Investmentbank Goldman Sachs wegen Betrugs. Nach der Klageschrift, die am Freitag in Washington veröffentlicht wurde, führte Goldman Anleger in die Irre, die in komplexe Wertpapiere auf der Basis zweitklassiger Hypotheken investiert hatten. Zu den Opfern gehört die IKB.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Das Handelsblatt sieht heute weiteres Ungemach heraufziehen, da Firmenchef Blankfein erneut in Erklärungnot gerate:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/goldman-sachs-blankfein-erneut-in-erklaerungsnot;2564124

Um das ganze Unbehagen der privaten aber auch institutionellen Anleger nicht an einem einzelnen Geldinstitut festzumachen, lohnt sich der Blick nach vorne. Das Bankmagazin rekurriert auf eine aktuelle Studie der Marktforscher von YouGovPsychonomics – und kommt zum Schluss: In der Finanzdienstleistungsbranche hält nun die „Generation Transparenz“ Einzug:

http://www.bankmagazin.de/Aktuell/Nachrichten/202/14639/Die-Transparenz-Generation-kommt.html

Die zentralen Botschaften:

Die Transparenz-Generation wünscht demnach nichts sehnlicher als einen gut funktionierenden Multi-Channel- bzw. CRM-Ansatz, der ihr die ganzen Vorteile der neuen Medien bietet. Dennoch bleibt der Wunsch bestehen, sich an einen persönlichen Berater zum Beispiel für höherwertige Beratungen oder Serviceanlässe wenden zu können. Dieser sollte dann nur über die zwischenzeitlichen Kundenaktivitäten an anderen Kontaktpunkten informiert sein.

Als erfolgskritischster Punkt erweist sich der Faktor der tatsächlich erlebten Individualität der Service- und Beratungsleistung. Fällt diese nicht zur Zufriedenheit des Kunden aus, und hat dieser den Eindruck, seine gespeicherten Kundendaten werden nicht ausreichend berücksichtigt und zu seinen Gunsten eingesetzt, sinkt die Transparenzbereitschaft rapide.

Quelle: Bankmagazin/YouGovPsychonomics AG

Was ist dran an der „Generation Transparenz“ – denn wie oben zitiert ist es mit der „erlebten Individualität der Service- und Beratungsleistung“ so eine Sache. Mal ehrlich, wo und wie findet diese überhaupt statt? Denn letztendlich sind Bankartikel Massenprodukte und keine individuellen Dienstleistungen.

Erst ab Beträgen jenseits einer halben Million Euro im Kundendepot beginnt so langsam   
die Individualität, und der Berater wird hellhörig (oftmals natürlich wegen der Provisionen). Beide Segmente, das Retailgeschäft für die breite Masse als auch das Private Wealth Management für die etwas besser Betuchten stehen jedoch durch das Web 2.0 und Social Media unter Beobachtung und somit auf dem Prüfstand.

Die „Generation Transparenz“ umfasst somit nicht nur junge und hippe Gruppen – sie umfasst die ganze Gesellschaft, und nur wer diesem neuen Grundbedürnis jenseits von vordergründigem Marketing öffnet kann profitieren. Weniger schick ist nämlich das gelegentlich anzutreffende informelle Motto: Wir Banker legen alle Karten auf den Tisch, nur nicht die wirklich wichtigen Infos. 

Tatsächlich aber, es ist kaum zu übersehen, der Kunde übernimmt zwar noch nicht die Regie, er greift aber immer mehr ins bis dato wenig durchschaubare Räderwerk der großen Finanzindustrie ein.

Neue Spieler, die mit Offenheit, Kreativität und aktiver Kommunikation auf Augenhöhe sich mit dem Kunden im selben Tauchrevier tummeln, die sehen auch die bunten Fische besser unter der Wasseroberfläche, die bald nach oben schwimmen werden. Hier sei die Präsentation von Finance 2.0 anlässlich der Internetworld empfohlen, zum Thema „Social Media bringt die Bank zum Menschen zurück“ von „Electrouncle“, hier nachzulesen:

http://electrouncle.wordpress.com/2010/04/15/social-media-bringt-die-bank-zuruck-zum-menschen/

Und zum Abschluß noch ein kurzes Lehrvideo für angehende „Transparenz-Manager“ auf dem vielseitig bestückten Banking-Korallenriff, das zeigt, dass sich dort doch viele Spezies tummeln, die man allesamt respektieren sollte, um sie für den eigenen Schwarm zu begeistern:

Written by lochmaier

April 19, 2010 at 9:11 am

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Twitter und das Geld: Hashtoxx etabliert virtuelle Trendbörse – Wie viel ist die re:publica „wert“?

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So viel Geld ist die heute zuende gegangene Blogger-Konferenz re:publica im Netz wert, wenn man der Plattform Hashtoxx folgt, die eine Art virtuelle Börse für Twitter-Trends darstellt:

http://hashstoxx.eu/market/view/stock.php?stock=RP10

Wir lesen, dass die re:publica am Freitag abend gegen 17 Uhr einen „Börsenwert“ von 221.000 Dollar aufweist, der stieg in den letzten Tagen laut Chart auf insgesamt rund 700.000 US-Dollar  

Hier sieht man das ganze Bild, wie Hastoxx die einzelnen Twitter-Schwergewichte an der virtuellen Kurzbild-Infodrehscheibe einschätzt:

http://hashstoxx.eu/market/view/market.php

Gute Idee – oder nur ein kurzfristiger Infohype?

Written by lochmaier

April 16, 2010 at 2:55 pm

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