Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Die Bank sind wir: Finance-Blogger beleuchten die Finanzkrise (IV. und letzter Teil)

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Im letzten Teil der vierteiligen Serie „Finance Blogger beleuchten die Finanzkrise“, folgt ein Ausblick anhand einer zugegebenermaßen schwierigen Fragestellung:

4. Wie sozial, ökologisch und unternehmerisch muss die „Bank der Zukunft“ sein?

Blicklog: Diese Frage ist eigentlich am schwierigsten zu beantworten. Dahinter verstecken sich meist bestimmte Erwartungen der Gesellschaft an Unternehmen an das Verhalten der Institute. Von Banken insgesamt wird man hier wohl nicht mehr erwarten können, als vom Durchschnitt der Unternehmen. Banken müssen allerdings in erster Priorität unternehmerisch wirtschaften. Dabei wäre es aber wünschenswert, wenn Banker wieder mehr gesellschaftliches Engagement zeigen, wie etwa in den Zeiten eines Alfred Herrhausens. Hier gibt es aktuell erhebliche Defizite, an denen zu arbeiten ist. Soziales und ökologisches Handeln wird heute allgemein erwartet, inhaltlich lässt sich das aber kaum spezifizieren. Banken versuchen sich hier in der Regel an einem wie auch immer definierten gesellschaftlichen Konsens zu orientieren.

Eachtradingday: Sozial ist, wenn Gewinne und Verluste privat getragen werden müssen und kein Staat zur Rettung gezwungen ist. Daraus ergibt sich, dass keine Bank „too big to fail“ sein darf, um nicht erpressbar zu sein. Bilanzgrößen und Hebelgrößen müssen eventuell daher eingeschränkt werden. Ökologisch: Ob eine Bank ökologisch sein muss, muss sie selbst entscheiden. Unternehmerisch: Mehr Verantwortung für das eigene Handeln, Gehälter und Boni an langfristigen Unternehmenserfolgen festmachen und kein Verkauf von komplizierten Finanzmarktinnovationen.

Wirtschaftsthemen.net: Ich denke Banken könnten auch als Non-Profit-Organisationen ihren Kunden gute Dienste tun. Sobald Geldhäuser zu Unternehmen werden, heißt das, unser Geld fließt einmal rund um den Globus und bringt hoffentlich 20 Prozent Rendite. Geht dabei etwas schief, sind die Anleger die Dummen. Wo steht geschrieben, dass Banken Gewinne für ihre Aktionäre erwirtschaften müssen? Wichtig ist, dass die Kunden gut versorgt sind und nicht nur die Anteilseigner und Manager. Wenn jemand dabei etwas verdient, o.k. Ich wollte vor Jahren mal in der Unternehmensstrategie für einer unserer Auslandstöchter verankern, keine Rüstungsunternehmen mehr zu finanzieren. Mein Vorstand fragte mich prompt, ob ich die Firma Walter kenne, es sei doch nur Feinmechanik. Darüber muss man reden. Wie sozial eine Bank sein soll? Nun, als ich in die Hypo eintrat, gab es noch richtige Sozialleistungen für die Mitarbeiter. Nicht nur die übliche betriebliche Altersvorsorge, nein, sondern Zuschüsse für Kinderbetreuung, Behinderungen, Sehhilfen und anderes. Das muss natürlich auch verdient werden. Sozial nach außen heißt gesellschaftliche Verantwortung. Dazu gehört neben vernünftigem Risikomanagement und fairer Beratung auch der Firmensitz in Deutschland und nicht aus Steuergründen irgendwo am Ende der Welt. Ökologische Verantwortung nach innen wäre sparsames Wirtschaften mit Ressourcen (Mitarbeiter sensibilisieren!) und Nutzung Ressourcensparender Technik. In den 90er Jahren widmete sich die Bayerische Hypotheken und Wechsel-Bank AG (Hypo-Bank) dem Umweltschutz und jeder unserer 15.000 Mitarbeiter erhielt ein A4-Blatt Papier! mit Empfehlungen. Ich glaube, so etwas muss dann doch nicht sein. Ökologische Verantwortung nach außen könnte durch Spezialisierung auf Förderungen von Umwelttechnik, Recycling, Forschung und Bildung übernommen werden.

Quelle: Blogs/Social Banking 2.0

Soweit die Antworten der Finanzblogger, die sich hinter jenen Analysen der  Wirtschaftsmedien und Marktauguren nicht immer zu verstecken brauchen. Im Buch „Die Bank sind wir“ versuchen die Finance-Blogger dann noch auf die spannende (zugebenermaßen etwas provokative) Fragestellung eine Antwort zu geben:

Brauchen wir überhaupt noch Banken für unsere Geld- und Kreditgeschäfte – oder gäbe es z.B. übers Internet bessere Wege, sich gegenseitig Geld zu leihen oder es gemeinsam anzulegen?

Einen kleinen Einblick in Gliederung und Inhalte der Publikation „Die Bank sind wir – Chancen und Zukunftsperspektiven von Social Banking“ gibt es übrigens auf dem Weblog Finance 2.0.

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Written by lochmaier

April 29, 2010 um 7:08 am

Veröffentlicht in Uncategorized

2 Antworten

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  1. […] Die Bank sind wir: Finance-Blogger beleuchten die Finanzkrise (IV. und letzter Teil) […]

  2. Ah Teil 4 hätte ich fast verpasst. Ganz klar, es muss sich etwas ändern. Ich selbst bin hart getroffen worden und bin gespannt, was sich die Banken für die Zukunft einfallen lassen und wie sie das verlorene Vertrauen zurück gewinnen wollen!?

    Kredit ohne Schufa

    Mai 10, 2010 at 10:12 am


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