Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Archive for März 2010

Bankenabgabe light: Branche übernimmt häppchenweise die Verantwortung

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Dieses Weblog sieht aus gutem Grunde in der Regel davon ab, über jedes Detail neuer staatlicher Regulierungsbemühungen zu berichten, um die Banken angeblich an die Kandarre der neuen Finanzmoral zu nehmen. Erstens: Weil eine gute Absicht, schlecht ausgeführt, sich meist in ihr Gegenteil verkehrt.

http://www.unternehmer.de/bankenabgabe-konnte-zu-kreditklemme-fuhren-42293

Und zweitens: Weil ich den Königsweg nicht im Staat oder in vagen Selbstverpflichtungen der Branche sehe, sondern in neuen Geschäftsmodellen, die ein belebendes Element der kreativen Unruhe darstellen.

http://www.banktip.de/News/24501/spd-chef-gabriel-lehnt-bankenabgabe-ab.html

Dass die „Bankenabgabe light“ ohnehin nur ein Strohfeuer bzw. mehr oder minder geschickt verpackgtes window dressing darstellt, um die Bürger schon mal zu beruhigen, lässt sich an vielen Kommentaren der letzten Tage nachlesen, z.B. hier:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,685089,00.html

Ein Zitat:

Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel sagt, er sei „prinzipiell sehr dafür“, die Banken zu einer Abgabe zu verpflichten. Die zentrale Frage werde am Ende allerdings sein, wie die Finanzunternehmen mit der finanziellen Zusatzbelastung umgehen. „Die Gefahr ist groß, dass die Kosten umgewälzt werden“, warnt Hickel – „auf die Kunden“. 

Quelle: Spiegel online

Fazit: So oder so – es werden die Kosten für „Missbildungen“ auch künftig auf die ganze Gesellschaft umgelegt, machen wir uns da nichts vor. Ein Grund mehr, dass neue Modelle ums Social Banking von unterschiedlichen Akteuren und Blickrichtungen erforderlich sind, um wenigstens ein gewisses Korrektiv darzustellen und die Richtung der Finanzindustrie in ein sinnvolles Denkraster zu beinflussen.

Dass „Social Banking“ dafür notwendig ist, das zeigt der Umstand, dass mehrere Weblogs und Finanzseiten zu einem einhelligen Ergebnis kommen, nämlich dass derzeit der Eindruck herrscht, dass viele Banken ihre Kunden aus dem Blick verloren haben – so thematisiert Geld-magazin.de durchaus richtig: „Sind den Banken ihre Kunden egal“:

http://www.geld-magazin.de/de/finanzen/aktuell/aktuell-einzelansicht/article/sind-den-banken-ihre-kunden-egal.html

Aber: In dem Beitrag wird auch deutlich, dass plumpes „Bankenbashing“ – wie es gelegentlich auch einige unter den neuen Modernen (z.B. Quirin Bank) etwas übereifrig betreiben, nicht wirklich weiter bringen.

Es geht vielmehr beim Social Banking 2.0 darum, sich mit klar nachvollziehbaren Botschaften als positive Alternative fortlaufend unter Beweis zu stellen. Und da braucht eine Social Bank, gleich aus welcher Richtung sie kommt, nicht nur scharf auf andere zu schießen, sondern sich vor allem selbst um eine glaubwürdige Wachstumsperspektive zu kümmern.

Oder anders ausgedrückt: Wer nur das Schwarz-Weiß-Raster bemüht, für sich wirbt, und sagt: dort drüben sind die „Bösen“ und wir sind die Guten, wird die Mitte der Gesellschaft nie vom eigenen Produkt und der eigenen Unternehmensphilosophie überzeugen können.

Wirklicher Erfolg kommt tatsächlich von innen, nämlich aus der eigenen Stärke, etwas Neues sich selbst erarbeitet zu haben und es dann anderen anzubieten, was tatsächlich dem Bedarf von vielen oder zumindest bestimmten Menschen entspricht. So einfach und überzeugend kann Social Banking sein.

Und jetzt kommt der Ausblick: Manche in der Branche glauben immer noch, der Kelch des sozialen Wandels ginge zumindest noch an ihnen vorbei. Dem ist nicht so. Denn die neuen Trends im Private oder Retail Banking, die man ja als großer Investmentbanker auch als „Peanuts-Geschäftsbereich“ verspotten könnte, gerade sie werden das „ganze“ Bankgeschäft und die ganze Finanzindustrie erfassen.

Und auch das ist eine gute Nachricht, denn Innovation wird endlich in die unsichtbaren, jedoch permanent licht durchfluteten Wolkenkratzer und Bankentürme einziehen, in denen man sich doch lieber von den vermeintlichen Niederungen des  gemeinen Volkes fern gehalten hätte. Aber die Welt wandelt sich, und wer nicht bereit ist mitzugehen, geht ein wie jemand, der sich selbst vom frischen Wasserquell fern hält.

Wie sich das „German Angstgespenst“ für die Banken mit Hilfe von Web 2.0 und Social Media durchaus bändigen und sogar positiv nutzen ließe, das beleuchtet der Blicklog in einer zweiteiligen Serie ausführlich hier:

http://www.blicklog.com/2010/03/23/web-2-0-fr-die-finanzbranche-teil-1-perspektiven-und-potenziale/

http://www.blicklog.com/2010/03/24/web-2-0-fr-die-finanzbranche-teil-2-konkrete-schritte/

Wichtig bei der Adaption von Web 2.0-Technologien und Social Media ist allerdings, dass die Bank 2.0 nicht einen künstlichen Flaschenhals generiert. Sprich, die eigene Welt sollte tatsächlich transparent sein, ansonsten entpuppt sich Social Banking nur als reines „window dressing“.

Es geht also nicht um sinn entleerte technische Spielereien. Und da vertrete ich seit längerem die These, dass eine entsprechend konsistente Web 2.0-Strategie von Banken auf Stabsebene angesiedelt sein sollte, und nicht in den Niederungen des operativen Geschäftes, oder bei der bunt aufgehübschten Pressemitteilung.

Written by lochmaier

März 24, 2010 at 8:18 am

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Kreativwettbewerbe: Die unsichtbare Farbe und der Klang von Geld 2.0

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Dass das Thema Geld spätestens seit der Finanzkrise von der (nur manchmal schönsten) Nebensache allmählich in die Mitte der Gesellschaft rückt, ist ein offenes Geheimnis. Immer mehr Menschen hinterfragen allmählich den bis dato weitgehend unsichtbaren Blutkreislauf, der unser Banken- und Wirtschaftssystem im Innersten antreibt.

Und so verwundert es kaum, dass es immer mehr Kreativwettbewerbe um das „Finanzsystem und Geld 2.0“ gibt. Erstes Beispiel: Das Hamburger Bitfilm-Festival, es steht dieses Jahr ganz im Zeichen des Geldes:

Das Online-Festival für digitalen Film verwandelt sich nämlich bis zum Herbst in ein weltweites Experiment für Crowd Production. Aus zahlreichen Festivaleinreichungen zu einem vorgegebenen Thema wird ein Patchwork-Film in voller Kinolänge enstehen, der mehr ist als die Summe seiner Teile. Die Auswahl der Beiträge erfolgt durch ein demokratisches Abstimmungsverfahren. Alle ausgewählten Beiträge werden prämiert.

Thema
Das Thema 2010 ist: Money & Me – was bedeutet Geld für mich? Der Kreativität der Filmemacher sind keine Grenzen gesetzt: sie können spannende Menschen interviewen, kurze Geschichten mit Schauspielern inszenieren oder per Animation erklären, wie der Finanzmarkt funktioniert.

Mehr Infos dazu gibt es auch auf der Homepage: www.bitfilm.com

Wer sich nun als Künstler beteiligen möchte, hat mehrere Möglichkeiten – ob Realfilm, Computeranimation, klassische Animation oder eine Mischung aus allem. Mögliche Kategorien sind Dokumentar-, Spiel- und Animationsfilm. Die empfohlene maximale Länge beträgt drei Minuten.

Und so sieht das Prozedere aus: Das Publikum bestimmt per Online-Voting die sieben Filme jeder Kategorie, aus denen der Langfilm Money & Me zusammengeschnitten wird. Das Bitfilm-Team ergänzt sie durch Filme eigener Wahl und verbindende Design-Elemente zu einem Film in abendfüllender Länge (ca. 100 Minuten).

Auswertung
Die ausgewählten Kurzfilme werden beim Bitfilm-Festival im November 2010 in Hamburg gezeigt. Der fertige Langfilm kommt Anfang 2011 in die Kinos, dann wird er auf DVD, als Video-on-Demand und im Fernsehen ausgewertet. Jeder ausgewählte Kurzfilm erhält eine Gewinnbeteiligung mit Minimumgarantie. Die beliebtesten Filme jeder Kategorie erhalten immerhin ein zusätzliches Preisgeld von 2500 Euro.

Interessant ist auch das Finanzierungsmodell: Neben herkömmlichen Quellen wie Filmförderung und Vorabverkäufen wird sich Money & Me vor allem durch „Crowd Funding“ finanzieren. Schon ab 300 Euro kann man einen Anteil am Film erwerben. Dafür erhält man eine Gewinnbeteiligung und ein deutlich höheres Stimmgewicht bei der Abstimmung.

Fazit zu dieser Aktion, an der auch namhafte Medienpartner wie die Financial Times Deutschland beteiligt sind: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sinnvoll ist, Stimmanteile über den Kauf von Gewinnbeteiligungen aufzuwerten, oder ob das nicht eher dem Crowdsourcing-Prinzip entgegen läuft. Denn dadurch kann eine neue Hierarchie entstehen, bei der letztlich im Hintergrund agierende Investoren dafür sorgen, was am Ende prämiert wird.

Es wäre sicherlich interessant, wie die Leser von Social Banking 2.0 den Kreativwettbewerb „Money and Me“ einschätzen. Ich freue mich über Kommentare. Grundsätzlich ist es ja positiv, das Thema Geld aus allen künstlerischen Blickwinkeln zu beleuchten, um neue und sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten jenseits der reinen Spekulation aufzuzeigen.

Ein speziell auf die Schule gemünzter Kreativwettbewerb ist das „Sparschwein 2.0“ – für Grundschüler aus Mainz und Umgebung – wer mitmachen will, das Ganze läuft noch bis zum 14. Mai:

http://www.stiftunglesen.de/mvb-bildungsoffensive/kreativwettbewerb/default.aspx 

Es stimmt schon, alle Gegenstände lassen sich neu beleben. Bislang sah ein Sparschwein irgendwie immer gleich aus. Jetzt aber, so die Initiatoren der obigen Aktion, sind der Fantasie  keine Grenzen gesetzt: Die Schülerinnen und Schüler bemalen und bekleben eigene Sparschweine oder sie basteln selbst eines aus den vielfältigsten Materialien, Recyclingstoffen, Pappmaché o. ä. Auch bei der Größe des Objekts „Sparschwein 2.0“ haben die Kinder freie Hand – je nachdem, wie viel sie selbst oder für die Klassenkasse sparen wollen.

Spannend finde ich vor allem Wettbewerbe, die jenseits von reinem Marketing und kleinen Geld- oder Sachpreisen von oder für eine Bank oder Sparkasse auch künstlerisch etwas in anspruchsvoller Manier zu bieten haben. Und damit sind wir schon bei der nächsten kreativen Idee, wie sich Geld durchaus auch „sexy“ gestalten und emotional aufladen lässt. 

Boris Janek hat in seinem Weblog Finance 2.0 damit begonnen, den guten oder schlechten „Poltergeist“ in jeder einzelnen Bank mit einer Art individuellen Erkennungsmelodie zu versehen. Auch das ist eine interessante Idee, die die Phantasie beflügelt.

So also klingen Banken:

http://electrouncle.wordpress.com/2010/03/20/so-klingen-banken-teil-ii/

http://electrouncle.wordpress.com/2010/03/19/wie-klingen-eigentlich-banken-teil-i/

Haben Sie sich schon gefragt, welche unsichtbare Farbe und welchen Klang „Ihre Hausbank“ hat?

Hier kommen einige Vorschläge von mir, wie ich mir jenseits eines einzelnen namentlich genannten Finanzinstitutes die Zukunft unseres Finanzsystems vorstelle. Irgendwo zwischen traditioneller Genossenschaftsbank, moderner Direktbank, und kreativem Unternehmertum angesiedelt. Wie lässt sich das versinnbildlichen?

Um die „Genossenschaftsbank 2.0“ zu veranschaulichen, werbe ich in diesem Falle mal ein bisschen für meine professionell musizierende Verwandtschaft von der Berliner Band  www.jeansteam.de

Zwei Videoclips empfehle ich den Lesern von Social Banking 2.0 mit den deutschen Originaltexten zum Anhören:

1. „Das Zelt“ – es spiegelt unsere Sehnsüchte, in die Welt hinaus zu ziehen wieder, aber auch die damit verbundene Verletztlichkeit:

2. „Oh Bauer“ – Wer es gerne noch etwas provokativer und industriell verfremdet mag, für den zeigt dieses Song vom Jeansteam, wie wir uns längst von der Umwelt und wirklichen Arbeit entfremdet haben, also wo auch eine Genossenschaftsbank oder Direktbank 2.0 ansetzen müsste, um wieder in der Mitte von Wirtschaft und Gesellschaft verortet zu sein:

Also: Oh Bauer, nimm mich mit in die „Realwirtschaft“ und zu den arbeitenden Menschen – Stehen wir auf und bestellen wir die Felder unseres Lebens. Es kann nicht nur Häuptlinge und Berater geben, die sagen, wo es lang geht, und dann steht jeder Indianer allein im Regen.

Wer weitere spannende Kreativwettbewerbe um das neue Finanzökosystem und das Geld 2.0 weiß, so sind konkrete Hinweise gerne willkommen.

Written by lochmaier

März 23, 2010 at 7:58 am

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Bankenblues: Warum wir deutlich weniger Geld mit kritischen Kunden verdienen

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Wer die Aussagen führender deutscher Bankmanager mit Blick aufs Private Banking zu den aktuellen Umsatzzahlen in Beziehung setzt, dem dämmert es, wohin die Reise geht: Nach unten. Über die Schwierigkeiten, die Produkte nach der Finanzkrise an den genervt-kritischen Bankkunden zu bringen, berichtet die FTD mit ganz interessanten Zahlen:

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:schwieriger-markt-banken-stoehnen-ueber-privatkunden/50090164.html

Nehmen wir das Beispiel Deutsche Bank:

Die Deutsche Bank verdiente 2009 an Privatkunden und kleinen Unternehmen – die in einem Segment zusammengefasst sind, das nicht nur Deutschland, sondern auch ausländische Märkte erfasst – vor Steuern nur noch 458 Mio. Euro – 52 Prozent weniger als noch 2008. Im Jahr 2007, in dem der Deutsche-Bank-Konzern ein Rekordergebnis ausgewiesen hatte, brachte das Privatkundensegment noch 1,1 Mrd. Euro ein.

Quelle: FTD

Vollends den Blues hat Commerzbank-Vorstand Achim Kassow, er sieht kein Licht am Ende des (Staats)tunnels – dazu nochmals ein Auszug aus der FTD:

„Im letzten Jahr habe ich gesagt: Wenn es jemals goldene Zeiten im Privatkundengeschäft gegeben hat, dann sind sie vorbei. Dieses Jahr kann ich nur anfügen: Und das wird auch so bleiben“, sagte der Privatkundenvorstand der Commerzbank, Achim Kassow, auf einer „Handelsblatt“-Tagung in Mainz.

Quelle: FTD

Ausblick zum Wochenende: Wer dieses Weblog regelmäßig liest, der sieht wohin die Reise geht. Bestimmt nicht in die Vergangenheit, zum „business as usual Banking“. Neuen Geschäftsmodelle, die eine intelligente und bodenständige Verbindung zwischen Gewinnorientierung und Einbettung in die Gesellschaft nicht nur propagieren, sondern auch erfolgreich über eine längere Zeit hinweg unter Beweis stellen, ihnen gehört definitiv die Zukunft. Und das ist weit mehr als ein kleiner Nischenmarkt.

Wie wäre es vom Bankenblues zum Investmentpunk überzugehen – zum versöhnlichen Abschluß am Wochenausklang singt deshalb Warren Buffet hier als Punk verkleidet, ja das ist oder scheint tatsächlich kein Fake zu sein, das hohe Lied der „Kundenorientierung 24×7“ All for you – heißt das Song mit der Investmentikone, der als Rocker auftritt.

Und zwar in einem Werbevideo für den US-Autoversicherer Geico (der Berkshire Hathaway gehört), mit hüftlangem Haar, lila Bandana-Tuch, ellenlangen Tatoos und schwarzer Lederjacke – kurzum: als ziemlich genialer Imitator von Guns N‘ Roses-Rocker Axl Rose, berichtete jedenfalls Handelsblatt Today.

Hier kann man sich den Song von rund zwei Minuten anhören:

Written by lochmaier

März 19, 2010 at 1:11 pm

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Too big to fail: Argumente jenseits von populistischem Bankenbashing gefragt

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Es reicht tatsächlich nicht aus, nur mit dem großen Finger auf die Banken als die einzig bösen und geldgierigen in dieser Welt zu zeigen.

Hans Kaufmann, Ökonom und Nationalrat der Schweizerischen Volkspartei , hat eine umfassende Studie zum Thema „Too-big-to-fail“ publiziert. Ergebnis: Viele Regulierungsbemühungen wie Strafsteuern oder Tobin seien „von Neid und Vergeltung geprägte Feldzüge gegen den Finanzsektor“.

Was „to big to fail“ wirklich bedeuten kann, lässt sich stattdessen in einer ausführlichen Branchenanalyse made in Swizzerland hier nachlesen:

http://www.hanskaufmann.ch/?do=download&flush=true&fileID=431

Eine kürzere Kommentierung dazu findet sich auch hier bei finews:

http://finews.ch/news/banken/2946-lneidvolle-feldzuege-gegen-den-finanzsektorr

Ein Zitat, das die Ursachen kurz und bündig auf den Punkt bringt:

«Am Anfang der Finanzkrise standen bekanntlich nicht die Boni und die Banker, sondern eine durch eine lockere Geldpolitik begünstigte globalen Verschuldungsorgie, der weder die Finanzmarktaufsichten noch die Gesetzgeber rechtzeitig entgegentraten. In den USA wurde der Eigenheimbesitz staatlich gefördert und trotz Milliardenverlusten wird die Schuldenmacherei durch die zwei staatsnahen Hypothekarinstitute Fannie Mae und Freddie Mac, die praktisch ohne Eigenkapital arbeiten, weiterhin forciert», so Kaufmann. 

Quelle: Finews.ch

Fazit: Neue Marktmodelle sind gefragt, und keine plumpen Analysen oder fadenscheinige Diskussionen um Alternativen, die sowieso nie kommen werden. Ein Anfang wäre es ja schon, die 1500 Prozent Gewinne am Bankautomaten durch überhöhte Gebühren etwas abzumildern, findet heute sogar der Fernsehsender n-tv:

http://www.n-tv.de/ratgeber/steuernrecht/Gesetz-koennte-Gebuehr-kappen-article781677.html

Mehr dazu in der Presse gibts etwa hier:

http://www.banktip.de/News/24484/bundestag-prueft-hohe-gebuehren-an-geldautomaten.html

Verbraucherschützer fordern nun eine Deckelung auf zwei Euro:

http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5j-p549HQEb7myFRom3NcdRB63_iQ

http://www.welt.de/die-welt/finanzen/article6825461/Verbraucherpolitiker-wollen-Gebuehren-an-Geldautomaten-deckeln.html

 

Written by lochmaier

März 18, 2010 at 2:39 pm

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Die kreative Bankfiliale der Zukunft: Innovation kommt aus dem Netz

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Dank des Online-Bankings kommen immer weniger Kunden in die Filialen. Zunächst waren die Banken froh drum, doch mittlerweile zeigen sich die Nachteile. Die Kundenberater bekommen ihre Kunden nicht mehr zu sehen, berichtet die Süddeutsche Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/786/504003/text/

Briefmarken kaufen, Postkarten aufgeben, Pakete verschicken – solche Geschäfte können die Bundesbürger künftig auch bei Volks- und Raiffeisenbanken erledigen. Die genossenschaftlichen Institute steigen im größeren Stil ins Geschäft mit Postdienstleistungen ein, lässt die Süddeutsche Zeitung durchblicken. Ob das klappt, mit dem Gemischtwarenladen „Bank“, wo sonst noch alles mögliche  bis zum Nasenspray verkauft wird.

Oder anders gefragt: Wie sieht die Bankfiliale der Zukunft wirklich aus? Denn dass die Bankberater kein Vertrauen mehr genießen, davon sind die Zeitungen voll – und irgendwann hält man es einfach nicht mehr mit dem Partner an der Seite aus, eine zerrüttete Ehe, in der man nicht miteinander spricht, wird geschieden.

Hier eine Liste der unzähligen kritischen Artikel, anhand derer man sich fragen kann, warum der eine oder andere den Weg noch in die Bankfiliale antritt, wo es ja das Internet gibt:

http://www.handelsblatt.com/massive-beschwerden-kunden-laufen-sturm-gegen-banken;2535521

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,681776,00.html

http://www.tarife-verzeichnis.de/nachrichten/3200-banken-verlieren-kundenvertrauen.html

Written by lochmaier

März 16, 2010 at 9:22 am

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Börse: Hochfrequenzhandel mit kleinen Aussetzern?

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„High Frequency Trading“ setzt immer ein, oder auch manchmal aus, wie die FTD berichtet:

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:boomende-programme-computer-handel-weckt-aengste-um-boersenkollaps/50065918.html

Einen interessanten Überblick über Chancen, Risiken und Nebenwirkungen, bis hin zu den Nachrichtendiensten von Reuters und Co. gibt es auch hier beim Blicklog:

http://www.blicklog.com/2010/01/27/automatischer-brsenhandel-hochfrequenzinformationen-von-reuters-fr-high-frequency-trader/ 

High Frequency Trading – welche seltsame Formen die computergesteuerte künstliche Schwarmintelligenz annimmt, das habe ich hier schon einmal beleuchtet: 

https://lochmaier.wordpress.com/2009/11/11/high-frequency-trading-seltsame-formen-der-kunstlichen-schwarmintelligenz/

Vielleicht sollte man sich doch auch menschlicher Intelligenz, mit und ohne Schwarm, bedienen, um zu einer Neuordnung der Finanzwelt zu gelangen. Die Preisfrage: Wie gehen wir mit unserem Geld um? Wozu setzen wir es ein? Wie transparent machen die Akteure ihre Wertschöpfungsketten, die einen graduellen Blick ins Innere der Black Box Bank gestatten?

Written by lochmaier

März 14, 2010 at 10:37 am

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Ing-Diba Chef Ben Tellings: Facebook und Co. taugen nicht für Finanzgeschäfte – und zweifelt an Seriösität von Peer-to-Peer-Banking und Social Lending – Smava und Fidor widersprechen vehement

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Im ausführlichen Interview mit Ben Tellings, dem Vorstandsvorsitzenden der größten deutschen Direktbank (ca. 6 Mio. Kunden), werden die Grenzziehungen und Gräben zu den sozialen Netzwerken doch ziemlich deutlich. Das ganze durchaus spannende Interview habe ich auf Heise Telepolis publiziert, es kann hier nachgelesen werden:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32200/1.html

> So manchen Aussagen in dem Interview mit Blick auf die Banken kann man einerseits durchaus zustimmen. Auch ist es sicherlich kein einfaches Unterfangen, über ein soziales Netzwerk seine Bankgeschäfte und die Vermögensverwaltung zu erledigen, allein schon aus Sicherheitsgründen, was ich etwa in einem früheren Eintrag beleuchtet habe.

Aber: Das muss im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass soziale Netzwerke zur Bedeutungslosigkeit für die Bankenszene verdammt sind. Im Gegenteil. Denn dazu gibt es ja mittlerweile spezialisierte Dienstleister und Plattformen auf dem Markt, wie Smava (Kreditvergabe bzw. Social Lending) oder Fidor (Geldanlage über Community Banking).

Und genau mit jenen geht der Chef der Ing-Diba ziemlich hart ins Gericht. Ein Auszug aus meinem Beitrag auf Heise Telepolis:

Wie stufen Sie die wirtschaftlichen Perspektiven von „sozialen“ Kredit- und Geldanlagegemeinschaften bzw. finanziellen Netzwerken ein – in Deutschland gibt es etwa Smava für die Kreditvergabe, oder Fidor für das Community Banking. Dort übernehmen quasi die Nutzer selbst in einer Art graduellem Outsourcing-Modell die Regie, und die Bank bzw. ein IT-Dienstleister sind „nur“ für den Part der Interessenmoderation zuständig. Bleiben derartige Plattformen im Netz eher eine Randerscheinung, oder haben sie gerade infolge des großen Vertrauensverlustes, dem die etablierte Szene nach wie vor unterworfen ist, eine größere Wachstumsperspektive vor sich?

Die Privatkredit-Börsen werden in ihrer Nische sicherlich Erfolg haben, aber eine Randerscheinung bleiben. Denn wer in diesem Markt als Anleger aktiv werden will, muss sich über den spekulativen Charakter des Investments im Klaren sein. Wer bereit ist, über Online-Kreditplattformen 15 Prozent oder noch mehr Jahreszins zu bezahlen, wird nicht selten von seiner Hausbank mangels Kreditwürdigkeit schon eine Ablehnung seines Kreditantrags erhalten haben.

Ein bisschen verwundert  diese doch recht klare Aussage schon. Und man kann und sollte dies nicht unkommentiert stehen lassen. Ich habe deshalb ein Statement der beiden angesprochenen Firmenchefs von Fidor bzw. Smava eingeholt, um die von der Ing-Diba aufgeworfene Frage für die Leser von Social Banking 2.0 gleich exklusiv zu beantworten.

Die Leitfrage:  Sind soziale Kreditbörsen und das Community Banking tatsächlich nur was für Kunden, die woanders nicht zum Zuge kommen, also letztlich unseriöse Leute? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Innovationsstrategie der Direktbanken in Abgrenzung zu den sozialen Netzwerken und Social Media ganz aufgeht.

Sicherlich sind finanzielle soziale Netzwerke kein Selbstläufer, so wie es vor einem Jahrzehnt den Direktbanken quasi Hand streich artig gelang, mit ihren innovativen Services zum Online-Banking die Welt der Banken doch erheblich durcheinander zu wirbeln. Auch diese Herausforderung nahmen die Traditionalisten anfangs nicht ernst.

Sind jetzt die Direktbanken die neuen Traditionalisten? Denn es stellt sich die Frage: Rollt jetzt eine neue Innovationswelle auch über die reinen Internet-Dienstleister hinweg, die keinen „sozialen“ und kommunikativen Mehrwert in der interaktiven Kundenbetreuung bieten? Sind Direktbanken künftig „sexy“ genug, so dass sie ihre Marktanteile halten, vielleicht sogar ausbauen?

Hier nun die Antworten von Matthias Kröner, Geschäftsführer der Fidor Bank AG, sowie von Alexander Artopé, Geschäftsführer von Smava.

Zunaechst bewertet Alexander Artope von Smava die Aussagen von Ben Tellings:

Artope: Klar ist, dass smava gegenwärtig hinsichtlich der Volumina noch nicht mit einer größeren Bank gleichzusetzen ist. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass smava für jeden Kreditnehmer in Deutschland eine Alternative zum klassischen Bankkredit sein wird. Zwei Dinge sprechen dafür: immer mehr Menschen nehmen online einen Kredit auf. Und immer mehr Menschen interessieren sich dafür, mit WEM und WIE sie ihre Geldgeschäfte tätigen. Dabei gewinnen Angebote wie smava oder Fidor, weil sie Selbstbestimmung und Transparenz ermöglichen.

Sind soziale Kreditbörsen (Zinswucher) bzw. Community Banking (spekulative Investments) tatsächlich nur was für Kunden, die woanders wie bei der Hausbank nicht zum Zuge kommen, also letztlich für unseriöse Leute?

Artope: smava wird auf den ersten Blick manchmal mit einer Plattform verwechselt, die nur Kreditnehmern schlechter Bonität ein Angebot bietet. Das ist mitnichten der Fall. Wer ist denn bei smava? Erstens alle Personen mit guter und mittlerer Bonität, die einen einfachen Online-Kredit wollen. Zweitens Kreditnehmer, die bei Banken häufig durch die klassischen Zielgruppenraster fallen. Hier sind insbesondere Selbständige zu nennen. Drittens Leute, die Geldgeschäfte gerne direkt, transparent und selbstbestimmt tätigen. Die Fakten bestätigen dies: im Februar 2010 war der effektive Durchschnittszins bei smava rund 9,1%, d.h. 7,8% nominal (60 Monate Laufzeit).

Oder anders gefragt: Verändert sich auch die Welt des Online- und Mobile Bankings durch Community Banking und Social Lending?

Artope: Ja, mit Sicherheit.Social Lending wird häufig auf Anbieter wie Kiva, smava oder ZOPA bezogen, obwohl diese sehr unterschiedlich sind. Was sind die Gemeinsamkeiten? Transparenz und Selbstbestimmung. Konkret: in beiden Modellen treten Kreditnehmern nicht als Bittsteller auf, sondern sind gleichberechtigte Partner auf Augenhöhe. Ebenso können Anleger selbst transparent entscheiden, wem sie ihr Geld geben und wofür. Was sind die Unterschiede? Kiva ist non-profit, smava und ZOPA sind for-profit. „Sozial“ nennt man for-Profit Modelle wie smava aber auch, weil sie zusätzlich zur finanziellen Rendite eine soziale Rendite bieten. Konkret unterstützt man andere Menschen bei der Umsetzung eines Projektes. Häufig sogar Themen, die einem selbst wichtig sind. Teilweise gibt es dazu noch ein persönliches Dankeschön vom Kreditnehmer. Da dies immer mehr Menschen wichtig ist, wird selbst im for-profit Bereich Social Lending eine immer größere Rolle spielen.

Und hier gibt Matthias Kroener von Fidor sein Statement zu den Aussagen der Ing-Diba ab:

Kroener: Es mag ein Teil der Wahrheit sein, dass diese spezifischen Kunden bei einer Bank kein Geld bekommen. Manches mal aus nachvollziehbaren Gründen. Manches Mal aus weniger nachvollziehbaren Gründen – was wiederum eine Diskussion für sich wäre. Es wird der Sache jedoch nicht gerecht, eine derartige Innovation rein auf das Produkt-faktische und die Diskussion der Kreditwürdigkeit zu reduzieren.

Vielmehr steckt auch eine Verhaltensveränderung dahinter. Es gibt Menschen in unserem Land, die einfach nicht mehr mit einer Bank reden wollen, aus vielerlei Gründen. Man braucht hierzu nur einen Blick in die Medien werfen.

Die Aufgabe von Finanzdienstleistern ist es, das Vertrauen der Bürger wieder zurück zu gewinnen. Über welchen Weg dies nun geht, ist ja jedem Konzept selbst überlassen. Manche Konzepte, wie eben SMAVA und FIDOR haben sich für Transparenz und Kundenintegration entschieden.

Abgesehen davon wage ich folgende These aufzustellen: Ich sehe es eigentlich in der Verantwortung eines Finanzdienstleisters, sich Gedanken zu Produkten und Dienstleistungen zu machen, die auch und vor allen Dingen finanzschwächere Kundengruppen ansprechen, Da wäre mal Innovation gefragt -. Statt nur zu sagen: Ist nichts, machen wir nicht, haben wir noch nie gemacht.

Sind soziale Kreditbörsen (Zinswucher) bzw. Community Banking (spekulative Investments) tatsächlich nur was für Kunden, die woanders wie bei der Hausbank nicht zum Zuge kommen, also letztlich für unseriöse Leute?

Kroener: Das ist natürlich eine starke Verkürzung des faktisch Geschehenden und läßt ahnen, wie weit die Banken vom web 2.0 und damit vom Kunden weg sind. Es erinnert mich sehr stark an die Aussagen eines Frankfurer Privatkundenvorstands, als wir 1994 die DAB gegründet haben: „Dafür ist der deutsche Kunde nicht reif“. Ich denke, das sollte man auch den Kunden selbst überlassen. Und dann sollte man uns z.b. die Zeit geben, die Vision, die Idee erst einmal vernünftig umzusetzen und in den Markt zu bringen.

Aus Sicht der FIDOR BANK kann ich sagen, dass gegenwärtig vielleicht 10% von dem sichtbar sind, was wir uns als „finales“ Bild einer FIDOR BANK selbst skizziert haben. Und diese Skizze wird immer größer, denn nun diskutieren unsere User und Kunden mit! Und diese Leute haben Lust darauf, Finanzdienstleistung mitzugestalten. Ob das ein Zeichnen einer schlechten Kreditwürdigkeit ist, wage ich zu bezweifeln.

Rollt jetzt eine neue Innovationswelle auch über die reinen Internet-Dienstleister (Online Banking) hinweg, die keinen Mehrwert in der interaktiven Kundenkommunikation und -betreuung bieten?

Kroener: Nein auf keinen Fall. Ich kann allen Entscheidungsträgern nur empfehlen, unbedingt bei den bisherigen Ansätzen zu bleiben.

Oder anders gefragt: Verändert sich auch die Welt des Online- und Mobile Bankings durch Community Banking und Social Lending?

Kroener: Nun, mir wurde einmal mitgeteilt, dass 2/3 des Internet Contents mittlerweile user created sind –  auf das gesamte Internet bezogen. Im Rahmen der Finanzdienstleistung sind es keine 5%. Was fällt uns daran auf? Nachdem Amazon-Kunden auch Bankkunden sind, nachdem Holiday-Check-User auch Bankkunden sind, nachdem Ebay-Nutzer auch (noch) Bankkunden sind, nachdem Facebook User auch (noch) Bankkunden sind, nachdem wir das alles wissen, was macht uns als Banker so hoffnungsfroh, dass web 2.0 und all seine Konsequenzen die Finanzdienstleistung „verschonen“ wird? Was läßt uns glauben, dass der User, der auf allen anderen Internet-Angeboten und Seiten gewisse (web 2.0) Verhaltensweisen ausübt, diese Verhaltensweisen an der Tür zu seiner Bank ablegt und sich ausgerechnet dort ad infinitum mit einem „gestrigen“ Kommunikationsansatz zufrieden gibt?

————-

> Soweit die Originalkommentare der Betroffenen von Smava und Fidor. Die Diskussion wird anhalten, welchen Stellenwert Social Media in unserer Wirtschaft und Gesellschaft spielt.

Im übrigen verweise ich nochmals auf meinen längeren Beitrag zum Thema „Warum Direktbanken das soziale Internet verschlafen„:

https://lochmaier.wordpress.com/2009/11/18/social-media-warum-direktbanken-das-soziale-internet-verschlafen/

Written by lochmaier

März 11, 2010 at 7:37 pm

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