Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Bankenabgabe light: Branche übernimmt häppchenweise die Verantwortung

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Dieses Weblog sieht aus gutem Grunde in der Regel davon ab, über jedes Detail neuer staatlicher Regulierungsbemühungen zu berichten, um die Banken angeblich an die Kandarre der neuen Finanzmoral zu nehmen. Erstens: Weil eine gute Absicht, schlecht ausgeführt, sich meist in ihr Gegenteil verkehrt.

http://www.unternehmer.de/bankenabgabe-konnte-zu-kreditklemme-fuhren-42293

Und zweitens: Weil ich den Königsweg nicht im Staat oder in vagen Selbstverpflichtungen der Branche sehe, sondern in neuen Geschäftsmodellen, die ein belebendes Element der kreativen Unruhe darstellen.

http://www.banktip.de/News/24501/spd-chef-gabriel-lehnt-bankenabgabe-ab.html

Dass die „Bankenabgabe light“ ohnehin nur ein Strohfeuer bzw. mehr oder minder geschickt verpackgtes window dressing darstellt, um die Bürger schon mal zu beruhigen, lässt sich an vielen Kommentaren der letzten Tage nachlesen, z.B. hier:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,685089,00.html

Ein Zitat:

Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel sagt, er sei „prinzipiell sehr dafür“, die Banken zu einer Abgabe zu verpflichten. Die zentrale Frage werde am Ende allerdings sein, wie die Finanzunternehmen mit der finanziellen Zusatzbelastung umgehen. „Die Gefahr ist groß, dass die Kosten umgewälzt werden“, warnt Hickel – „auf die Kunden“. 

Quelle: Spiegel online

Fazit: So oder so – es werden die Kosten für „Missbildungen“ auch künftig auf die ganze Gesellschaft umgelegt, machen wir uns da nichts vor. Ein Grund mehr, dass neue Modelle ums Social Banking von unterschiedlichen Akteuren und Blickrichtungen erforderlich sind, um wenigstens ein gewisses Korrektiv darzustellen und die Richtung der Finanzindustrie in ein sinnvolles Denkraster zu beinflussen.

Dass „Social Banking“ dafür notwendig ist, das zeigt der Umstand, dass mehrere Weblogs und Finanzseiten zu einem einhelligen Ergebnis kommen, nämlich dass derzeit der Eindruck herrscht, dass viele Banken ihre Kunden aus dem Blick verloren haben – so thematisiert Geld-magazin.de durchaus richtig: „Sind den Banken ihre Kunden egal“:

http://www.geld-magazin.de/de/finanzen/aktuell/aktuell-einzelansicht/article/sind-den-banken-ihre-kunden-egal.html

Aber: In dem Beitrag wird auch deutlich, dass plumpes „Bankenbashing“ – wie es gelegentlich auch einige unter den neuen Modernen (z.B. Quirin Bank) etwas übereifrig betreiben, nicht wirklich weiter bringen.

Es geht vielmehr beim Social Banking 2.0 darum, sich mit klar nachvollziehbaren Botschaften als positive Alternative fortlaufend unter Beweis zu stellen. Und da braucht eine Social Bank, gleich aus welcher Richtung sie kommt, nicht nur scharf auf andere zu schießen, sondern sich vor allem selbst um eine glaubwürdige Wachstumsperspektive zu kümmern.

Oder anders ausgedrückt: Wer nur das Schwarz-Weiß-Raster bemüht, für sich wirbt, und sagt: dort drüben sind die „Bösen“ und wir sind die Guten, wird die Mitte der Gesellschaft nie vom eigenen Produkt und der eigenen Unternehmensphilosophie überzeugen können.

Wirklicher Erfolg kommt tatsächlich von innen, nämlich aus der eigenen Stärke, etwas Neues sich selbst erarbeitet zu haben und es dann anderen anzubieten, was tatsächlich dem Bedarf von vielen oder zumindest bestimmten Menschen entspricht. So einfach und überzeugend kann Social Banking sein.

Und jetzt kommt der Ausblick: Manche in der Branche glauben immer noch, der Kelch des sozialen Wandels ginge zumindest noch an ihnen vorbei. Dem ist nicht so. Denn die neuen Trends im Private oder Retail Banking, die man ja als großer Investmentbanker auch als „Peanuts-Geschäftsbereich“ verspotten könnte, gerade sie werden das „ganze“ Bankgeschäft und die ganze Finanzindustrie erfassen.

Und auch das ist eine gute Nachricht, denn Innovation wird endlich in die unsichtbaren, jedoch permanent licht durchfluteten Wolkenkratzer und Bankentürme einziehen, in denen man sich doch lieber von den vermeintlichen Niederungen des  gemeinen Volkes fern gehalten hätte. Aber die Welt wandelt sich, und wer nicht bereit ist mitzugehen, geht ein wie jemand, der sich selbst vom frischen Wasserquell fern hält.

Wie sich das „German Angstgespenst“ für die Banken mit Hilfe von Web 2.0 und Social Media durchaus bändigen und sogar positiv nutzen ließe, das beleuchtet der Blicklog in einer zweiteiligen Serie ausführlich hier:

http://www.blicklog.com/2010/03/23/web-2-0-fr-die-finanzbranche-teil-1-perspektiven-und-potenziale/

http://www.blicklog.com/2010/03/24/web-2-0-fr-die-finanzbranche-teil-2-konkrete-schritte/

Wichtig bei der Adaption von Web 2.0-Technologien und Social Media ist allerdings, dass die Bank 2.0 nicht einen künstlichen Flaschenhals generiert. Sprich, die eigene Welt sollte tatsächlich transparent sein, ansonsten entpuppt sich Social Banking nur als reines „window dressing“.

Es geht also nicht um sinn entleerte technische Spielereien. Und da vertrete ich seit längerem die These, dass eine entsprechend konsistente Web 2.0-Strategie von Banken auf Stabsebene angesiedelt sein sollte, und nicht in den Niederungen des operativen Geschäftes, oder bei der bunt aufgehübschten Pressemitteilung.

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Written by lochmaier

März 24, 2010 um 8:18 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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