Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Finanzzeitschriften: Deutschland sorgt vor – BaFin nimmt versteckte Werbebotschaften aufs Korn

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Die staatliche Finanzaufsicht (BaFin) verleiht ihrem härteren Kurs gegen „missverständliche Wertpapierwerbung“  Nachdruck. Demnach müssen auch Wertpapier betreffende Artikel in Kundenmagazinen als Werbung gekennzeichnet werden, berichtet  die Online-Plattform CP Wissen:

http://www.cpwissen.de/html/de/content/Websites/Artikel/Print/2010/2/Bafin_Kundenmagazine

Noch Fragen? Wer sich durch das Behördendeutsch auf den Internetseiten der BaFin durchwühlen möchte, wird hier fündig.

Kommentar: Keine schlechte Idee, den Graumarkt in den angeblich so aufklärerischen Finanzzeitschriften mal zu entrümpeln. Aber es ist auch operationale Hektik, sich davon etwas zu versprechen. Das Product Placement wird so oder so weiter gehen, die meisten der Kunden wissen, wenn sie eine Zeitschrift der Bank XY, oder des Finanzdienstleisters XY in der Hand halten, dass sie es hier nicht mit einer geballten Ladung von wissenschaftlichem Expertenwissen zu tun haben, sondern mit mehr oder minder nett verklausierten Werbebotschaften.

Das geschieht meist nach dem Motto: Wir sehen ganz neutral diese oder jene Bewegung und Trend am Markt, und hätten da zufällig und passenderweise noch ein geeignetes Produkt für Sie im Köcher. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte nicht unsere „Finanzzeitschrift“. 

Im übrigen wäre es aber doch besser, die BaFin würde sich nicht zu sehr auf Nebenkriegsschauplätzen tummeln, sondern ihre Ressourcen dort investieren, wo es nötig ist. Nämlich zeitnah der Branche auf den Puls zu fühlen, um nicht wie üblich ein halbes Jahr später auf eventuelle Fehlentwicklungen aufmerksam zu werden. Nun ja, soweit sind wir nicht, das wissen alle, der Amtsschimmel wiehert laut, aber er schnaubt nur.

Übrigens – es gibt mit der Pharmaindustrie noch eine „gesellschaftliche Leitbranche“, der man ab und an mal etwas genauer auf den Puls fühlen müsste – und da ist die „Apotheken Umschau“, die wir alle so gern in der nächsten Medizintankstelle um die Ecke mitnehmen, nur die Spitze des Eisberges, wie man hier in einem Fernsehbericht beim NDR (Zapp) verfolgen kann:

Einige werden jetzt wiedersprechen, dass bei der Apothekenumschau alles mit rechten Dingen zu geht. Das stimmt. Denn sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel agiert dort, ganz befreit von der FDP, und dem neuen turboaktiven Gesundheitsminister Rösler.

Hier gehts zur Werbekampagne: „Deutschland sorgt vor – fragt sich bloß wie und für wen, natürlich innerhalb und nicht außerhalb von Apotheken – Na dann, Hatschi – und das richtige Schnupfenmittel gegen die Schweinegrippe nicht vergessen. Ach ja, wo sind eigentlich die x-Millionen Euro geblieben, die man für die virale Schnupfkampagne der Pharmaindustrie freiwillig übergeben hat?

Man merke: Die beste Altersvorsorge, ob finanziell oder gesundheitlich – ist die, die andere für einen erledigen, ohne selbst noch dafür aktiv werden zu müssen. Eine wirklich brilliante quasi fast schon virale Werbekampagne, Best Practice zur Social Pharma Media – bei der wir alles erfahren, nur nicht, wie wir auf kreative Art und Weise gesund bleiben:

http://www.deutschlandsorgtvor.de/

Sorgen Sie doch mit für andere vor.

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Written by lochmaier

März 1, 2010 um 1:42 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

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