Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Smava reagiert auf Kritik zum „Finance Weblog 2010“

with 6 comments

Smava hat sich rasch der Kritik aus der Bloggerszene in Sachen „Finance Weblog 2010“ angenommen, und in einem Eintrag ausführlich dazu Stellung genommen:

http://www.smava-blog.de/2010/02/24/nachfragen-zum-finance-blog-of-the-year/

Das Wichtigste: Das Bankingblog hat seine Kandidatur zurück gezogen, und ein Jurymitglied soll künftig kein eigenes Weblog mehr nominieren. Schade, dass es dazu des Anstoßes von außen bedarf, der Stein also erst mal ins Spielfeld gerollt werden muss.  

Es ist schon etwas verwunderlich, von den Banken eine straffere Eigenregulierung und Rückbesinnung auf bodenständige Werte des ehrbaren Kaufmanns zu verlangen, wenn dann die „neue Szene“ selbst sich nicht an derartige Spielregeln hält, die allein schon dem gesunden Menschenverstand entsprechen. Oder anders ausgedrückt: Wo Menschen das richtige Augenmaß verlieren, helfen leider auch keine Gesetze.

Abgesehen von dieser leider notwendigen Kritik werde ich das Bankingblog weiter lesen. Halten wir das ganze Geschehen mal in konstruktiver Form fest: Smava ist in der Lage, rasch auf Kritik einzugehen und zu handeln. Für dieses und das nächste Mal bleiben aber in meinem Posting noch zwei Kritikpunkte unbeantwortet:

Erstens, das Voting-System ist manipulierbar, wie ich in meinem letzten Eintrag gezeigt habe:

https://lochmaier.wordpress.com/2010/02/24/manoverkritik-qualitatskritierien-fur-best-finance-blog-2010-sind-unklar/

Frage: Wie will Smava dem vorbeugen, so dass die Abstimmung „rechtmäßig“ zugeht?

Ich weiß, Smava hat diese Problematik, mit der auch andere Online-Plattformen konfrontiert sind, bereits eingeräumt – Lamentieren bringt aber nicht weiter, wir brauchen verlässliche Lösungen, sonst reproduzieren wir mit einem Voting nichts anderes als „Börsenspam“. 

Zweitens: Verlässliche Qualitätskriterien sind nicht erkennbar.

Was ich damit meine? Hätte man bzw. die Jury sich mal genauer z.B. die übersichtlich gruppierte Mindmap der deutschen Wirtschaftsblogger von Dirk Elsner vom Blicklog angesehen, so hätte man die Finance Weblogs in „Cluster“ unterteilt, so wie Smava seine Kredite ja auch nach Bonitätsgruppen (Schufa-Kategorien) sortiert.

Aber die Jury war damit sicherlich auch aus Zeitgründen überfordert. Ist aber für das künftige Prozedere ausgesprochen wichtig, will man hier einen professionellen Standard schaffen, der nur annähernd das Etikett „State of the Art“ verdient. Und Smava beansprucht sicherlich für sich die Rolle als Vorreiter beim Social Lending. Also, warum nicht auch bei der Preisvergabe?

Die Mindestkategorien liegen meines Erachtens in einer Unterteilung des Preises weg vom „Gemischtwarenladen“, oder anders gesagt: Blog A der mit Äpfeln handelt, lässt sich nicht mit Blog B, der mit Birnen handelt, in einen Topf werfen. Eine thematische Einteilung von Obergruppen zur „Finance“ müsste mindestens so aussehen (so dass die Leser ihre Präferenzen anhand von Ziel gruppen spezifischen Leitlinien überblicken können):   

A) Verbraucherthemen

B) Geldanlage (Börse, Alterssicherung, Versicherungen)

C) Analyse und Status Quo des Finanzsektors

D) Zukunftstrends wie Social Banking/Lending/Finance 2.0

E) …..

F) …..

Was meinen die Leser dazu? Da das Verfahren manipulierbar ist, steht zudem mein Vorschlag weiter im Raum, am Ende doch nicht ganz basisdemokratisch eine Jury über die Endauswahl entscheiden zu lassen. Es sei denn, es gelingt, das Voting durch die Community manipulationssicher zu machen. Das ist aber unrealistisch, und wir wollen ja keine ebenso fälschbaren „Internetwahlomaten“.

Wie es auch immer weiter geht – es ist gut miteinander zu reden, um hier zu einem Qualitätssprung zu kommen, so dass viele gut gemachte Blogs nicht nur aus ihrem Schattendasein treten, sondern auch eine Preisvergabe zum Best Finance Weblog 2010 wirklich diese Bezeichnung verdient.

Ich jedenfalls werde in der jetzt vorliegenden Form nicht meine Bekannten und geschäftlichen Beziehungen anzapfen, und zum Voting aufrufen, da nicht „das beste Finance Weblog“ anhand von klar sortierten, nachvollziehbaren und sicher ermittelten Wählerstimmen gewinnen wird.

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Written by lochmaier

Februar 25, 2010 um 8:29 am

Veröffentlicht in Uncategorized

6 Antworten

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  1. […] Herrn Schreyer möchte ich für seinen Kommentar danken und übernehme den Hinweis auf den Beitrag von Herrn Lochmaier. […]

  2. […] Ich muss gestehen, dass mir der Interessenkonflikt aufgrund der vielen Blogs zunächst garnicht aufgefallen ist, aber das kann ja kein Argument sein. Wer in einer Jury sitzt, darf nicht hinterher auf dem Ergebniszettel stehen – ich dachte das wäre mittlerweile Konsens in diesem Land, anscheinend nicht überall. Ein schönes Konzept für die Zukunft mit Berücksichtigung der Eigenheiten der verschiedenen Blogs hat übrigens ebenfalls Lothar Lochmaier in einem anderen Post schon skizziert. […]

  3. […] wobei einige gravierende “handwerkliche” Fehler, die ich bereits ausführlich beschrieben,   udas Drehmoment ins Abseits noch beschleunigen. Erste Verbesserungsvorschläge liegen auf dem […]

  4. Hier noch ein Kommentar vom „BANKINGBLOG“. Ich selber hatte diesen nie nomminiert und war – als ich es erfuhr – mehr als verwundert. Aber nicht nur über diese Nomminierung, sondern auch über ganz viele andere Nominierungen. Warum? BANKINGBLOG ist kein Financeblog und will es ja auch gar nicht sein. Der Blog ist ein Corporate-Blog der Firma BANKINGCLUB und deshalb gehört der nicht in diesen Wettbewerb. Aber auch ganz viele andere Blogs gehören dort nicht rein. Schade, dass die Nominierenden die Idee der Ausschreibung nicht bis zum Ende gelesen haben, denn die Idee einen Blog zu krönen, der mit guten FInanzinhalten glänzt, ist wahrlich eine gute Sache!

    Thorsten Hahn

    März 1, 2010 at 9:25 pm

  5. […] wir mal, was das Stimmungsorgan der Branche Banking Club mit Thorsten Hahn an der Spitze zu sagen hat, denn er stellt aufgrund der medialen Kakophonie zurecht die folgende […]

  6. […] wir mal, was das Stimmungsorgan der Branche Banking Club mit Thorsten Hahn an der Spitze zu sagen hat, denn er stellt aufgrund der medialen Kakophonie zurecht die folgende […]


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