Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

The Banking Wall: Ein Song zum Nachdenken und Mitsingen

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Eine der klassischen Hymnen der Rockgeschichte ist „Another brick in the Wall“ von Pink Floyd – das legendäre Musikvideo zeigt, wie die Gesellschaft danach trachtet, genormte Menschen zu fabrizieren. Alles beginnt bereits in der Schule, die Kinder aus der Retorte erzieht, statt frei denkende Staatsbürger, die eigenständig und selbstverantwortlich im Sinne des demokratischen Gemeinwesens handeln. Jedoch bleibt es bei der Vision, soziale Anarchie scheint in der Realität kein Patentrezept.

The Banking Wall – „Finanzdemokratie 2.0“ in einer von Banken hierarchisch durch organisierten Welt scheint ein sozialer Mythos zu bleiben – vor allem, wenn man bedenkt, dass den Akteuren immer wieder etwas Neues einfällt, um den Kunden „zu entmündigen“. Beispiel: Die Banken fordern eine gesetzliche Pflicht zur privaten Altersvorsorge, berichtet die Welt:

http://www.welt.de/finanzen/article6445524/Banken-fordern-Pflicht-zur-privaten-Altersvorsorge.html#reqRSS 

Das Ziel dieser Strategie ist weniger das Wohl der Kunden: Gäbe es eine gesetzliche Pflicht zur privaten Altersvorsorge, dann kann kein Bürger mehr unbequeme Fragen stellen, und das Geld wird einfach jeden Monat vom (betrieblichen) (Arbeitszeit)-Konto abgebucht.

Da erübrigen sich nämlich auch Beratungsprotokolle, jetzt im Fachjargon der Banken etwas abschätzig als „Beipackzettel“ bezeichnet. Zu Risiken und Nebenwirkungen, fragen Sie doch bitte Ihren Gesetzgeber, der ihnen dann leider auch keine Auskunft geben kann.  

Es war kein Wunder, dass in einem hierarchischen Schul- und Bildungssystem Lieder entstanden, die sich der sozialen Entmündigung widmeten. Gibt es ein kleines Loch, um durch diese Mauer zu schlüpfen? Hier zunächst das Original „Another brick in the wall“ von Pink Floyd:

Das Remake oder Deja vu: In einer kreativ auf die Banken gemünzten Collage zeige ich nun die auch dort existierende „Banking Wall“ – deren Folge ein mehr oder mündig unmündig gehaltener Bankkunde ist. Der Text des folgenden Liedes stammt von Chris Skinner, der das Weblog Financial Services betreibt, zu dem man hier abbiegen kann.

Und nun das Video „The Banking Wall“ zum Nachdenken und Nachsingen: Es sollte nicht als Aufruf zum Banküberfall verstanden, sondern mit einer Prise britischen Humor betrachtet werden. Und zwar, um sich mit der Gegenwart und Zukunft unserer menschenwürdigen Gesellschaft, zu der  die Finanzwelt als „Schlüsselindustrie“ zweifellos beitragen kann, intensiver auseinanderzusetzen. 

Das Video gibt es auch hier bei Youtube:

http://www.youtube.com/watch?v=H8iPRs93ph0

Ein paar weitere Sätze zur Erklärung: Wer diesen kreativen Reigen der durch Social Banking allmählich – wie beim Fall der Berliner Mauer mit friedlichen Mitteln – aufgebrochenen „Banking Wall“ weiter spinnen möchte, für den gibt es hier als Zugabe noch eine dritte Strophe von mir dazu, und die ersten beiden Strophen nochmal zum Nachlesen dazu:

Frei nach Pink Floyd (Another brick in the wall)

The Banking Wall

Bankers are complaining:

We don’t want no integration,
We don’t want no consistency.
No surly clients in the branch rooms
Customer, leave those tweets alone.
Hey Customer! Leave those tweets alone.
All in all, please just use …
Another hole in the wall.

Customer’s do respond: 

We don’t want no human service,
We don’t want your bank controls.
No charges or fees on my accounts
Banker, leave my cash alone.
Hey Banker! Leave my cash alone.
All in all, I only want …
Another hole in the wall.

Quelle: Chris Skinner

The „Financial Community“ does finally confirm:

We don’t applaud your bonus systems

We don’t support your bancrupcies

No charges or fees on my accounts

Banker, leave our cash alone.

Hey Banker! Leave my cash alone.

It’s time to manage our money  

Hey Customer: All in all we only want  

You’ re just another hole in the wall

Quelle: Social Banking 2.0

—————

Wie geht es weiter mit der „Banking Wall“: Gräben statt Brücken gibt es viele – hier kann man in meinem Artikel auf Heise Telepolis nachlesen, was der Fall der Berliner Mauer mit der Finanzindustrie gemein hat, und dass Social Banking ein kreatives Mittel aus den tragenden Schichten dieser Gesellschaft sein kann, um einen kreativen Mix zwischen gesundem Unternehmertum und einer sozial-ökologischen Zukunftsvision herzustellen, bei der das Geld nicht nur von unten nach oben umverteilt wird. Es muss ja nicht jeder gleich zum Arzt, der eine Vision hat:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31456/1.html

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Written by lochmaier

Februar 20, 2010 um 8:47 am

Veröffentlicht in Uncategorized

4 Antworten

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  1. […] und Gräben auf, die man auch mit künstlerischen Mitteln sichtbar machen kann. Für alle, die den letzten Eintrag vom Wochenende verpasst haben, hier nochmals abschließend mein kleines Bildungs- und […]

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  3. […] Und nun das Video “The Banking Wall” zum Nachdenken und Nachsingen: Es sollte nicht als Aufruf zum Banküberfall verstanden, sondern mit einer Prise britischen Humor betrachtet werden. Und zwar, um sich mit der Gegenwart und Zukunft unserer menschenwürdigen Gesellschaft, zu der  die Finanzwelt als “Schlüsselindustrie” zweifellos beitragen kann, intensiver auseinanderzusetzen.  via lochmaier.wordpress.com […]

  4. […] 20 Feb Und nun das Video “The Banking Wall” zum Nachdenken und Nachsingen: Es sollte nicht als Aufruf zum Banküberfall verstanden, sondern mit einer Prise britischen Humor betrachtet werden. Und zwar, um sich mit der Gegenwart und Zukunft unserer menschenwürdigen Gesellschaft, zu der  die Finanzwelt als “Schlüsselindustrie” zweifellos beitragen kann, intensiver auseinanderzusetzen.  via lochmaier.wordpress.com […]


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