Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Unbelievable: Banken entdecken Ihr „Genossenschaftsgen“

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„Genossenschaftliche Werte sind plötzlich en vogue“, berichtet das Handelsblatt am Beispiel der DZ Bank:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/dz-bank-vorstand-lars-hille-genossenschaftliche-werte-sind-ploetzlich-en-vogue;2530192

Man mag es kaum glauben. Rendite und gutes Gewissen, diese untrennbaren Gegensätze gehen plötzlich marketingtechnisch doch eine fruchtbar-heilende Symbiose ein. Dabei ist es noch nicht lange her, dass gerade die in dem Handelsblatt skizzierte DZ Bank auf dem einen oder anderen nicht ganz so sauberen Spielfeld ordentlich mitgemischt hat. Scheint alles Schnee von gestern – oder? 

Wer mal in das aktuelle Heft der Stiftung Warentest bzw. auf deren Internetseiten schaut, weiß wovon ich rede: Gerade viele „Genossenschaftsbanker“ haben Zertifikate ihren Kunden als sichere Anlageform „verkauft“: 

http://www.test.de/themen/geldanlage-banken/meldung/-Zertifikate/1844520/1844520/

Ein Auszug einer aktuellen Mitteilung der Stiftung Warentest:

Unsere Leser sind irritiert, weil sie gehört haben, dass die Zertifikate der Volksbanken und der DZ-Bank in der Einlagensicherung sind. Sie fragen, ob die Papiere vergleichbar sind mit anderen einlagengesicherten Produkten wie Festgeld oder Sparbriefe.

Tipp: Lassen Sie sich kein X für ein U vormachen. Welche Risiken ein Zertifikat birgt, hängt in erster Linie davon ab, auf welche Basiswerte es sich bezieht und wie die Bedingungen für die Rückzahlung sind. Nur Garantiezertifikate sind sicher.

Quelle: Stiftung Warentest

Vielleicht besteht das Genossenschaftsgen darin, jetzt die Kunden über die eigene Schwiegermutter verkaufen zu lassen. Das wirkt seriöser als die direkte Irreführung. Noch mehr: Wir entdecken plötzlich „christliche“ Werte: Die Banken gehen  irgendwie zur moralischen „Beichte“ über, und zwar mit einem „Beipackzettel“ (zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Anwalt und Steuerberater), mit dem sie bei ihren Kunden für ihre Glaubwürdigkeit in der transparenten Kundenberatung werben. Jedenfalls wollen sie den Kunden über alle (wirklich alle?) Risiken bei der jeweiligen Geldanlage informieren. Das berichtet die ZEIT:

http://www.zeit.de/wirtschaft/geldanlage/2010-02/banken-geldanlage-beipackzettel

Ganz freiwillig erfolgten beide Schritte nicht. Weder ist das „Genossenschaftsgen“ eine Erfindung der Banken, noch enstpricht der „Beipackzettel“ dem freien Willen. Aber der Zeitgeist ändert sich, und jetzt müssen sich alle turbokapitalistisch-gewandeten Banker ein bisschen sozialverträglich geben. Ob die Masche klappt?

Der Unmut  über die Banken nimmt weiter zu, und auch der Staat gerät ins Schussfeld, wenn er nicht solide wirtschaftet. So nimmt in Deutschland der Unmut gegen die Unterstützung Griechenlands zu, die schließlich durch eigene Korruption und Vetternwirtschaft in die Misere hinein geriet.

Jetzt soll es die Europäische Union richten, berichtet die New York Times in dem Beitrag „Opposition Grows in Germany to Bailout for Greece“, und sieht gerade in unserem Land eine geringe Bereitschaft, erneut zum „Rettungsanker“ für eine aus dem Ruder gelaufene Finanzindustrie degradiert zu werden:

http://www.nytimes.com/2010/02/16/world/europe/16germany.html?src=tptw

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Written by lochmaier

Februar 16, 2010 um 8:10 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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