Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Noa Bank: Update – Einlagebestand wächst täglich um zwei Millionen Euro

with 2 comments

Trotz einem in der öffentlichen Diskussion gelegentlich anzutreffenden Gegenwind hat sich die Noa Bank als feste Größe in der deutschen Bankenlandschaft etabliert. Der Gründer Francois Jozic gibt auf den Internetseiten der „anderen Bank“ ein ausführliches – und dankenswerterweise ausgesprochen präzises Update – zum Stand der Dinge (und das auch noch mitten im Karnevalsfieber aus Düsseldorf, dort ist eben nicht jeder ein Jecke):   

http://www.anderebank.de/blog/artikel/ist-die-entwicklung-von-noa-bereits-abgeschlossen/

Einige „harte“ Fakten im Auszug:

In der Planung sind wir davon ausgegangen, im ersten Jahr 25 Mio. € an Einlagen zu erreichen. Mittlerweile, nach 97 Tagen, haben wir bereits 67 Mio. € an Spareinlagen erhalten! In drei Monaten haben wir die für ein Jahr geplanten Einlagen bereits um mehr als das Doppelte überschritten. Unglaublich!

Zu Beginn der Bank wuchsen die Einlagen noch langsam. Ab dem Jahreswechsel war aber ein deutlicher Anstieg bei den Kontoeröffnungen zu verzeichnen. Mittlerweile hat die Bank 4.500 Kunden gewinnen können. Die Summe der Einlagen wuchs ab diesem Zeitpunkt täglich um 1 Mio. €. Seit Ende Januar steigt die Summe der Einlagen sogar um 2 Mio. €.

Fazit: Die transparente Informationspolitik, was gut und was weniger gut gelaufen ist, und wie sich der Gründer Francois Jozic auch immer wieder elegant der Kritik von außen stellt, ist durchaus beispielhaft für einen gelungenen „Best Practice-Ansatz“ von Social Media/Web 2.0 in der Bankenlandschaft.

Meines Wissens gibt es niemanden sonst, der zwischen alten und neuen Spielern derzeit in der Lage ist, eine immer wieder relativ scharf formulierte Kritik an der eigenen Bank zuzulassen – und dann aktiv zu moderieren, etwa zur Firmengeschichte, zu den Verflechtungen zwischen alten und neuen Bestandteilen oder zur Kreditvergabe. Dafür gebührt Respekt.

Am Ende des informativen Updates gibt Francois Jozic auch einen Einblick in die kritischen Filethäppchen:

…Wenn mir vorgeworfen wird, dass noa nur als Refinanzierungsquelle für Quorum dient, kann ich nur sagen: Dieser Vorwurf stimmt! Wenn man aber denkt, dass dies eine günstige Lösung ist, stimmt dies absolut nicht. Denn die Gründung und das Betreiben einer Bank sind sehr zeitaufwendig und vor allen Dingen auch teuer. Man kauft sich ja auch keine Werkstatt, um die Wartungskosten seines Autos zu verringern.

Dazu ein letzter Kommentar: Das Problem in der öffentlichen Wahrnehmung war meines Erachtens weniger die grundsätzliche Zusammenführung zwischen Quorum und Noa Bank, sondern dass dies unbemerkt von der „Nutzergemeinde“ relativ rasch und zeitnah geschah.

Denn noch in einem Interview zu Beginn der Firmengründung kündigte Francois Jozic an, dass dieser Schritt sich erst in einigen Jahren vollziehen würde – wenn derartige Ausblicke dann so rasch revidiert werden, dann löst dies sicherlich bei einigen Experten ein kleines Achselzucken aus.

Siehe dazu den informativen Artikel in „der Westen“ vom 23.11.09:

http://www.derwesten.de/nachrichten/wirtschaft-und-finanzen/Bankgruender-will-neue-Aera-im-Finanzwesen-einleiten-id2134489.html

Zitat aus dem Interview mit Francois Jozic, das die Journalistin Sabine Brendel führte:

Hängen die Noa Bank und Quorum zusammen?

Jozic: Es sind zwei unabhängige Unternehmen, die aber einer Holding gehören: Der Strategis GmbH. Die gehört meinem Partner Frederic Lodewyk und mir. Mein langfristiges Ziel ist aber, Quorum und die Noa Bank zu einem Unternehmen zusammenzuführen, da sich beide Geschäftsbereiche gut ergänzen.

Eigentlich habe auch ich wenig Lust, ständig mit diesem Thema konfrontiert zu werden. Aber mein Job besteht nicht nur darin, meinen eigenen Launen nachzugehen. Ich sehe ein Informationsbedürfnis der Leser jenseits der Schwarz-Weiß-Malerei, bei dem weder alte noch neue Banken über einen Kamm geschoren werden sollen.

Deshalb zu diesem auch für mich nicht ganz durchsichtigen Thema ein letzter Kommentar: „Langfristig“ und damit der neuralgische Punkt ist eben mit Blick auf die Fusion zwischen Noa Bank und Quorum – jetzt www.noafactoring.de etwas anderes:

Der Plan zur raschen Kernschmelze muss bereits zum Zeitpunkt des Interviews in der Schublade ausgearbeitet gewesen sein. Jeder Unternehmer weiß halt, dass solche Schritte eine Vorlaufzeit haben, sollen sie rasch über die Bühne gehen.

Für mich ist das indes kein grundsätzliches Problem, die Fusion zwischen Noa Bank und Quorum kann man auch als „unternehmerische Freiheit“ und durchaus notwendigen Schritt bezeichnen, den auch andere Geldhäuser längst gegangen sind. Jedoch sollte dies dann auch so in der Öffentlichkeit klar kommuniziert oder offen gelassen werden, sonst bringt die Noa Bank sich in Widerspruch zu den eigenen Prinzipien „Transparenz“ und „Mitbestimmung“ für die Kunden.

Und wenn dann auch noch plötzlich mit „Samarys“ ein weiterer von der Noa Bank öffentlich nicht angekündigter Abkömmling unter der gleichen Firmenadresse die virtuellen Pforten öffnet (ohne dass es auf der Homepage einen Querverweis zur Noa Bank gibt), dann wissen wir halt nicht viel darüber, was sich hinter den Kulissen gerade abspielt.

Abgesehen von dem Umstand, dass sich einige Entwicklungen in jüngster Zeit somit doch auf etwas „unberührbare“ Weise hinter den Kulissen abgespielt haben, bleiben die positiven Entwicklungen natürlich bestehen – und verdienen eine wohl wollende Begutachtung. 

Wer möchte der Noa Bank – und damit uns allen – die wir eine Umorientierung des Finanz- und Bankensystems herbei sehnen – nicht Glückauf wünschen? Beim Spagat zwischen unternehmerischem Wachstum und dem Versuch, dieses stärker als auf rein spekulativen Geldmärkten“ an den Interessen der sozial-ökologischen bzw. realwirtschaftlichen Existenzen auszurichten.

Vor diesem Hintergrund gefällt mir der undomatisch-pragmatische Ansatz der Noa Bank, sofern klar ist, wie die einzelnen Zahräder der offiziell existenten oder noch nicht angekündigten Unternehmensteile ineinander greifen.

Und die Idee, die Kunden auch über die Mittelverwendung der Kredite mit bestimmen zu lassen, verdient Beachtung und Rückenwind seitens der Community. 

Denn auch dieser kleine Schritt wäre ein großer Baustein zu einer – sicherlich manches Mal etwas mühselig zu erreichenden – „Finanzdemokratie 2.0“ – und die Noa Bank ist derzeit sicherlich das einzige Geldinstitut in Deutschland mit dem  Potenzial auf unverbrauchtem Terrain, diese Philosophie erfolgreich umzusetzen.          

Advertisements

Written by lochmaier

Februar 16, 2010 um 11:50 am

Veröffentlicht in Uncategorized

2 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. […] Noa Bank: Update – Einlagebestand wächst täglich um zwei Millionen Euro […]

  2. […] Noa Bank: Update – Einlagebestand wächst täglich um zwei Millionen Euro […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: