Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Social Lending: Zopa und Smava kommentieren Gartner-Studie

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Unter den sozialen Kreditauktionsbörsen findet durchaus ein reger Austausch statt. So saßen vor kurzem in London die Geschäftsführer der in Europa führenden beiden Plattformen Zopa und Smava an einem runden Tisch, und Social Banking 2.0 hatte die Gelegenheit, einige kurze Fragen einzustreuen, wie sich denn Peer-to-Peer-Lending in den kommenden Jahren entwickeln kann.

Immerhin prognostizieren die Marktforscher von Gartner, dass Social Lending den Massenmarkt erreichen kann – und sich eine alternative „Investmentklasse“ auf Basis von finanziellen Gemeinschaften entwickeln wird.

http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1272313

In den USA hingegen gibt es vor allem bei Prosper weiterhin große Fragezeichen, was die Solidität des Geschäftsmodells angeht.

Alles aus der Schatzkiste verraten die beiden Geschäftsführer natürlich nicht, aber lesen Sie doch selbst – hier eine kurze Zusammenfassung aus Sicht von Zopa und Smava (vielen Dank an Alexander Artopé für die Unterstützung):   

Social Banking 2.0: Wodurch unterscheiden sich Zopa/Smava von Prosper und Lending Club (z.B. rechtlicher Rahmen, wirtschaftliche Perspektiven, Absicherung und die Nutzer)?

Sowohl www.zopa.co.uk als auch www.smava.de haben hinsichtlich des Risikomanagements einen Ansatz, der für Anleger eine gute Rendite, aber auch bei Kreditnehmern einen Schutz vor Überschuldung sicherstellen soll. Das bedeutet die Einhaltung weniger, aber zentraler Spielregeln, bevor man einen Kredit bei ZOPA oder smava aufnimmt: Identitäts-, Score- und Einkommensprüfung. Zudem wird nicht die ganze Bandbreite aller möglichen Score-Klassen zugelassen, sondern nur diejenigen, die noch ein vertretbares Risiko darstellen.

Social Banking 2.0: In den USA scheint das Thema Kreditscoring etwas laxer gehandhabt zu sein? 

Bei Prosper wird das Risikomanagement etwas anders gehandhabt, da die Einkommensprüfung nur im Einzelfall vorgenommen wird; zudem sind fast alle Score-Klassen zugelassen. Dadurch erklären sich auch die deutlich höheren Ausfallraten. Bei Lendingclub sind uns die Kriterien im Einzelnen nicht bekannt.

Social Banking 2.0: Wie hat sich die Finanzkrise auf das Wachstum von Zopa/Smava ausgewirkt, welche Leute kommen seitdem (z.B. auch Bankmitarbeiter, wie man hört)?

Bei beiden sehr gut, d.h. sowohl Kreditnehmer als auch Anleger nutzen die Plattformen in einem deutlich stärkeren Ausmaß genutzt als vor der Krise. Bemerkenswert ist, dass insbesondere Anleger die Nutzung der beiden Plattformen durch die höhere Transparenz im Vergleich zur klassischen Geldanlage bei Banken begründen.

Social Banking 2.0: Gibt es spannende neue Produkte und Ideen, die Zopa/Smava in 2010 noch umsetzen wird?

Bei beiden Anbietern steht eine kontinuierliche Verbesserung des gegenwärtigen Produktes im Vordergrund – da die jetzigen Produkte ja bereits eine Innovation darstellen, geht es in 2010 darum, das Produkt weiter für den Markt zu optimieren.

Social Banking 2.0: Gartner progostiziert fürs Social Lending bis 2013 ein Volumen von 5 Mrd. US-Dollar weltweit, ist das zu hoch oder zu tief gegriffen?

Unseres Erachtens ist das optimistisch, aber machbar. Ein Volumen von rund 3 Mrd. US-Dollar scheint weltweit auf Basis der Umsätze von 2010 (rund 500m. Dollar) in jedem Fall erreichbar. Offen ist dabei noch die Frage, inwieweit Player wie Kiva und andere miteinbezogen werden von Gartner.

Die Fragen stellte Lothar Lochmaier

Quelle: Social Banking 2.0

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Written by lochmaier

Februar 9, 2010 um 8:29 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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