Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Noa Bank: Kritische Nachfragen zum Firmengeflecht Quorum Targas

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Zweifellos hat die Noa Bank einen fulminanten Start hingelegt. Ende Dezember waren es 2.500 Kunden, die dem Anfang November gegründeten Institut rund sechs Millionen Euro an Kundeneinlagen anvertrauten. Die Bank mit dem Touch einer „Community Bank“ trifft den Nerv der Zeit, weil sie verspricht, jenseits von Spekulation als Bank das zu tun, was man von vielen anderen erwartet, was aber nur wenige leisten.

Nämlich die Wirtschaft zu fördern, und nicht nur Luftschlösser zu bauen. Soweit der hohe Anspruch, den die Kunden offenbar bereits in den ersten zwei Monaten nach Gründung ausgiebig honorieren.  Es gibt jedoch leider auch mehrere kleine und größere Fragezeichen, die besonders „historische Altlasten“ betreffen, denn die Gründer der Noa Bank sind ja auch die Gründer des deutschen Factoring-Dienstleisters Quorum AG – und sie sind auch sonst noch in das weitere Marktgeschehen involviert.

Doch der Reihe nach: Das weiterhin aufstrebende Geschäft beim Leasing- und Factoring-Business beleuchtet das Handelsblatt hier:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/kreditersatz-leasinganbieter-profitieren-von-geschwaechten-banken;2502689

Nun, es ist kein Geheimnis, dass eine Bank unterschiedliche Töchter gründet, um das Geschäft auf eine breite Grundlage zu stellen. Dazu gehört vielerorts auch das Factoring, durch das sich mittelständische Betriebe neue Finanzierungsquellen und mehr Spielräume – etwa durch Abtretung von Forderungen an professionelle Dienstleister versprechen.

Auch Banken wie die SEB Bank haben längst Tochterunternehmen wie das Leasing & Factoring gegründet, um die wachsende Nachfrage nach gemischten Unternehmensfinanzierungen mit neuen Marktmodellen zu beantworten. Klar, dass neue Mitspieler nicht unbedingt willkommen sind. Darum geht es aber zunächst nicht: Denn die Verbindungen zwischen dem einen und dem anderen Geschäftsbereich sollten für die Kunden transparent sein, so auch im Falle der Noa Bank, die bereits angekündigt hat, dass die Aktivitäten zwischen Noa Bank und Quorum AG irgendwann verschmelzen könnten. Sprich: Aus mehreren Unternehmen würde dann eins, und das Ganze wäre dann mehr wert als die Summe seiner Teile.

Und wenn es hier bislang mit Blick auf die Vorläuferaktivitäten zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein sollte, so tangiert dies natürlich auch die Vertrauensbasis, die Anleger dem neuen Konstrukt Noa Bank entgegenbringen sollen, das ja bekanntlich demnächst in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll. War das also wirklich mit der Noa Bank ernst gemeint, keine Spekulation und Profitmaximierung auf dem Rücken anderer zu betreiben?

In einem Fachartikel in der Bankenzeitschrift „GI Geldinstitute“ (Ausgabe 6/2009) zum Thema Social Business/Microfinance – was tut sich da gerade?, definiere ich einen ganz einfachen Anspruch an die Noa Bank, der im Sinne einer nur allzu brüchigen flüssigen Moderne (liquid modernity) nicht nur für ein paar Monate oder zwei bis drei Jahre gilt, um das Konstrukt hernach „beliebig“ an die Einnahmensituation anzupassen.  Ein Zitat aus meinem Beitrag:

Die gerade in Deutschland frisch gegründete Noa Bank hat sich dem hohen Anspruch zu stellen, für die Anleger jenseits von Spekulation und Kapitalmarktorientierung eine transparente Alternative zu den gängigen Finanzinstituten darzustellen. 

Quelle: http://www.geldinstitute.de/data/beitrag/Artikel-Social-Business-Was-tut-sich-da-_4378390.html

Siehe dazu auch meinen Artikel auf Heise Telepolis, in dem ich nach einem kritischen Artikel in meinem Weblog – und einem klärenden Gespräch mit dem Gründer Francois Jozik die Absichten der Noa Bank ausführlich skizziert habe:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31456/1.html

Das von Francois Jozik im persönlichen Gespräch mit Social Banking 2.0 präsentierte Geschäftsmodell klang zunächst gar nicht schlecht. Die Idee ist geradezu verführerisch, die Noa Bank entdeckte einen neuen Markt – und sie hat ihn bislang konsequent mit einer aufwändigen direkt auf den Gründer zugeschnittenen personalisierten Werbekampagne besetzt, nämlich Geld von Privatanlegern einsammeln, zu transparenten Konditionen in Tages- und Festgeldern anzulegen, und damit dann die Wirtschaft jenseits der Spekulation mit „gesunden“ Krediten zu versorgen. 

Das traf gerade nach der Finankrise den Nerv der Zeit und den der frustrierten Anleger. Dafür darf die Noa Bank dann auch gute Renditen erwirtschaften, von denen alle Beteiligten gleichermaßen profitieren. Die Betonung liegt aber auf „gleichermaßen“. 

Oder geht es letztlich nur darum, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld einzusammeln, den Wert des Unternehmensgeflechtes zu steigern, und etwa durch einen Management Buy-Out , Management-Buy-In – oder einen Börsengang möglichst rasch „Profit zu machen“?

Es wäre schade, wenn wir es hier bei der Noa Bank mit einer neuen „Black Box“ zu tun hätten, die die allgemeine negative Stimmung gegen die Banken nur marketingtechnisch eher auf eine Sicht von maximal drei bis vier Jahren für sich ausnutzte. Haftungsrechtlich ist das Firmengeflecht jedenfalls schwer zu durchschauen. 

Und mit Targas  – einer Aktiengesellschaft, gibt es ein weiteres Konstrukt, in dem sich der Gründer der Noa Bank engagiert, und das sich laut Homepage einem ganz klaren Ziel widmet:

Die größtmögliche Zahl an kleinen und mittelständischen Firmen verkaufen! 

Quelle: http://www.targas-ag.de/targas_AG-ueber-targas.html

Der Gründer der Noa Bank ist übrigens Aufsichtsratsvorsitzender bei Targas in Frankfurt. Da läge es doch nahe, aus der allgemeinen Kreditklemme in vielfältiger Form in erster Linie für das eigene Firmenkonstrukt Nutzen zu ziehen. Kapitalistischer Ehrgeiz und Spieltrieb  sind gut – aber wir wissen doch gerne, mit wem wir es zu tun haben, und was das neue Konstrukt so alles plant.

Da liegt definitiv ein Business-Plan und eine Roadmap in der Schublade, denn die Akteure sind keine blutigen Amateure, sondern beherrschen das Geschäft der Unternehmensfinanzierung und -Veräußerung. Was passiert, wenn die ersten Firmen, die von der Noa Bank ausgereichten Kredite nicht mehr bedienen können? Kein Problem, schon stehen Quorum, Targas und Co. bereit, aber natürlich gegen entsprechende Gebühr, die dann den KMU’s und kleinen Selbstständigen unter Druck auferlegt werden könnte. 

Und die Noa Bank wäre dann nur das marketingtechnische Fenster zum Hof, um die in die Not geratenen Unternehmen angesichts der zögerlichen Kreditvergabe von Banken einzusammeln, und dann je nach Lage in das eigene Konglomerat einzusortieren. Rückfragen und gewisse Zweifel sind mehr als erlaubt, obwohl es natürlich laut Firmen-Homepage auch euphorische Kundenkommentare zur Arbeitsweise von Targas gibt:

http://www.targas-ag.de/targas_AG-Kunden.html?PHPSESSID=3f931f2848a6044c8d924c9f82294e83

Also stellen wir hier die Frage: Abzocke oder seriöses Geschäftsmodell? Erste Antworten und Einsichten dazu finden sich auf dem von einigen „Geschädigten“ eingerichteten Targas-Forum, etwa einen Verweis auf einen Bericht der ZDF-Redaktion von Wiso – wonach Targas sich gegen Vorwürfe verteidigt, ein unseriöses Geschäftsgebaren an den Tag zu legen:  

http://www.targas-forum.com/2008/10/targas-abzocke/ 

http://www.targas-forum.com/zdf-wiso-und-targas/

Hier ein Erfahrungsbericht, der zeigt, dass sich Targas seine „Bemühungen“ auch jenseits der erfolgs abhängigen Bezahlung offenbar gut bezahlen lässt:

http://www.targas-forum.com/kontakt/

Fazit eines Betroffenen: „Wer in dieser Branche seriös arbeitet nimmt nicht gleich zum ersten Termin einen Abbuchungsauftrag mit.“

Offenbar wurde auch rechtlich gegen einige Kritiker vorgegangen, das zumindst deutet ein Eintrag auf dem Targas-Forum an – und zwar mit dem Verweis, dass die im Internet präsenten Mahner den Firmennamen missbräuchlich verwendet hätten:

http://www.targas-forum.com/conex-ag-und-targas-ag/ 

Noch ist all dies mit Blick auf die Noa Bank eine Art Puzzlespiel in die Zukunft hinein. Dennoch: Die etwas wackelige Vorgeschichte der Quorum AG  fordert definitiv kritische Nachfragen zur Transparenz des Geschäftsmodells heraus – das meinen auch die Leser von Social Banking 2.0, die zum konstruktiven Dialog ermuntern, und einige kritische Anmerkungen mit Blick auf die Noa Bank vorgelegt haben:

Konzept auf den ersten Blick stimmig, aber leider vermisse ich die Transparenz, der man sich verschrieben hat. Leider habe ich keine Angaben dazu gefunden, was mit dem Geschäftmodell der übernommenen Vorgänger Bank geschieht, noch wer genau unterstützt wird. Einen personellen Umbau an der Spitze gab es bisher nicht, deshalb bin ich mir unsicher, ob man mit den Personen, die früher ein Bankgeschäft im „Dunstkreis“ von „Heuschrecken“ und einer bekannten Lichtensteiner Bank für „Steueroptimierer“ bewegt haben, einen solch radikalen Schnitt mitmachen kann. Klar, die Bank hat gerade erst eröffnet und man muß ihr eine Chance geben.

Sicherlich ein hartes Urteil – und noch zwei weitere Leserkommentare:

Die grundsätzlichen Aussagen und die dahintersteckende Idee sind in Ordnung, allerdings sollte man sich auch das Geschäftsgebahren des im gesellschafstrechtlichen „Dunstkreis“ des Gründers befindlichen Factoringanbieters genauer ansehen. Hier gibt es leider nicht so viele positive Ergebnisse zu berichten, vor allem der Umgang mit den (potentiellen) Kunden stand häufig in deutlichem Gegensatz zu den doch so heren Zielen der neugegründeten Bank ( Ausübung psychologischen Drucks, extrem hohe und marktunübliche Abschlußgebühren etc.). Selbst im Fernsehen wurde über die ungewöhnlichen Verkaufs-Schulungsmaßnahmen für die Mitarbeiter berichtet. Aus diesem Grund habe ich persönlich trotz der guten Vorsätze absolut kein Vertrauen in diese Bank.

Und eine letzte kritische Einlassung:

Mir stellt sich die Frage, ob die neugegründete Bank evtl. die Fortführung eines – wenn auch clever angelegten – Schneeballsystems ist.

Quelle: Social Banking 2.0

Soweit die negative Sichtweise > Bleiben wir aber zunächst, statt permanent neue Vorwürfe (teils nicht wirklich nachprüfbar) in den Raum zu stellen, mal jenseits von reiner Schwarz-Weiß-Malerei am Ball. Denn es gibt natürlich neben einiger Kritik auch viel Lob für die Noa Bank, die den Mut besitzt, sich ganz dem Bereich der Unternehmensfinanzierung und Kreditvergabe an klein- und mittelständische Betriebe zu widmen. Das ist unternehmerischer Wagemut. 

Deshalb der journalistischen Fairnis halber auszugsweise zwei positive Würdigungen, damit jeder selbst einschätzen kann, ob das Glas halb voll (Neustart in eine transparentere Bankenwelt) oder halb leer (Geschäftsmodell eines für niemanden nachvollziehbaren Wachstums in einem inneren Zirkel von ein paar Eingeweihten nach dem Motto „quick and dirty“) ist:

Ich habe bisher ein Konto bei der Ethik-Bank, der Ansatz der Ansatz der noa bank (völlige Transparenz) gefällt mir aber noch besser. Habe heute die Kontoeröffnungsunterlagen angefordert.

Auch wenn die Noa Bank nur eine clevere Marketingidee ist, so hat sie mit der ganzen Kampagne erreicht, dass ein neues Bewusstsein in die deutsche Bankenlandschaft kommt.

Quelle: Social Banking 2.0

> Es geht demzufolge nicht darum, das Geschäftsmodell und die an sich gute Idee bzw. das durchaus stimmige Gesamtkonzept der Noa Bank schon kurz nach dem Start zu zerreißen, sondern den konstruktiv-kritischen Dialog zu suchen. Und hier soll den Lesern nichts vorenthalten werden, was Unsicherheit und Verwirrung schaffen könnte.

Letztendlich ist die Noa Bank an ihren Taten zu messen, nicht an ihren Versprechen. Das erfordert erhöhte Aufmerksamkeit. 

Zu den Hintergründen: Ausgangspunkt der negativen Berichterstattung über die Quorum AG war neben allgemeinem Branchengeflüster vor allem eine Fernsehreportage im Westdeutschen Rundfunk im Sommer 2008, die hier in der Mediathek nochmals angeschaut werden kann. Hier nochmals der komplette Link dazu:

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2008/07/22/aks_04.xml;jsessionid=F9ED9919

6284D9FC971238A860EBFBF3.mediathek4

Eine rege Diskussion dazu kann man sich auch auf den Seiten des Deutschen Factoring-Forums ansehen:

http://www.deutsches-factoring-forum.de/index.php?action=recent   

Es lässt sich natürlich – mal vom entgegengesetzten Standpunkt aus betrachtet – trefflich darüber spekulieren, wieweit auch oder gerade einige Mitbewerber eine Art Pressekampagne gegen die Quorum AG aus dem Hintergrund mit gesteuert haben.

Wie dem auch sei – jedenfalls sah sich auch der Factoring-Anbieter selbst gezwungen, ein Pressestatement zu den damaligen Vorwürfen zu veröffentlichen – leider ist diese Pressemitteilung von den offiziellen Seiten wieder verschwunden, dennoch kann sie hier nochmals nachgelesen werden – hier der komplette Text:

Düsseldorf, 21.07.08 – Die Gebühren des Düsseldorfer Factoringanbieters Quorum AG bewegen sich im branchenüblichen Rahmen. Neben der Factoringgebühr zwischen 0,5 und 2,9 Prozent des Umsatzes wird lediglich für die anfängliche Bonitätsprüfung des Kunden und seiner Kunden eine Startgebühr erhoben, die einen geringen Prozentsatz des vereinbarten Finanzierungslimits ausmacht. Eine solche Startgebühr wird auch von anderen Factoringunternehmen im deutschen Markt verlangt.
 
Das Provisionssystem für die im Auftrage der Quorum AG tätigen Außendienstmitarbeiter zielt darauf, langfristig zufriedene Kunden zu gewinnen. Jeder Kunde wird zum Beispiel im Anschluss an die erste Auszahlung zu seiner Zufriedenheit befragt. Ist er unzufrieden, entfällt die Provision, ist er begeistert, wird ein Zuschlag gezahlt. Außerdem sind die Außendienstler im ersten Jahr an den laufenden Umsätzen beteiligt, so dass sie ein großes Interesse an einer reibungslosen Zusammenarbeit haben.
 
„Wir können nur mit zufriedenen Kunden erfolgreich sein. Deshalb suchen wir auch dann eine einvernehmliche Lösung, wenn es einmal zu Problemen kommt,” erläutert Vorstand Frédéric Lodewyk die grundsätzliche Politik der Quorum AG. „Gelingt es uns nicht, einen Kunden zufrieden zu stellen, bieten wir eine einvernehmliche Auflösung des Vertrages an. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass keine Unregelmäßigkeiten vorliegen und wir das Geld zurückerhalten, mit dem wir den Geschäftsbetrieb des Kunden finanziert haben.”
 
Sowohl die vom WDR zitierte Firma Hoheisel als auch andere in der Öffentlichkeit in Erscheinung getretene ehemalige Kunden der Quorum AG haben in erheblichem Maß vertragliche Verpflichtungen verletzt, so dass eine Kündigung seitens der Quorum AG unausweichlich wurde. Selbst in solchen Fällen ist es in der Vergangenheit gelungen, spätestens im gerichtlichen Verfahren eine einvernehmliche Lösung zu erzielen.

Quelle: Quorum AG   

Fazit und Ausblick: Am Ende soll jeder Interessierte selbst entscheiden, wie er die Puzzleteile zusammen fügt. Eine erste Referenzquelle dazu ist der Noa Bank-Blog, in dem der Gründer seine persönliche Motivation erläutert, die zur Gründung geführt hat:

http://www.anderebank.de/blog/artikel/warum-habe-ich-die-noa-bank-gegruendet/

Ein kleiner Auszug:

… So wurde in 2004 das Factoring-Unternehmen Quorum AG aus der Taufe gehoben. Fünf Jahre später finanzierte diese Firma annähernd 500 KMU in ganz Deutschland. Darauf bin ich sehr stolz, denn wir haben hart kämpfen müssen. Wir mussten Vorurteile besiegen. Wir mussten diese spezielle Art und Weise der Finanzierung kennen und meistern lernen. Wir mussten die verbissenen Medienkampagnen unserer Wettbewerber ertragen – übrigens fast alles Banken-Töchter. Es stimmt – unsere Firma hat die Art der Finanzierung revolutioniert, hat manchen Fehler begangen, aber unser hauptsächliches Ziel haben wir erreicht: die Finanzierung der kleinen und mittleren Unternehmen. Seit dem Frühjahr 2008 musste ich allerdings einsehen, dass unsere Mittel zu sehr limitiert sind. Wenn wir mehr Betriebe finanzieren wollten, mussten wir auch mehr Mittel haben. Tatsächlich – ich habe begriffen, dass wir unser Ziel nur erreichen können, wenn wir selber eine Bank werden. Die Ereignisse des Septembers 2008 und das, was wir heute die Finanzkrise nennen, haben mir die Gelegenheit dazu gegeben.

Quelle: Noa Bank

Transparenz ist für alle Spieler – die alten und die neuen – gefragt, was natürlich das gesunde Eigeninteresse der Noa Bank nicht verleugnen muss. Denn so mancher Kommentar ist auch von fremder Geisterhand gesteuert, zumindest scheint es mit dem Reagieren im Web 2.0 ganz gut bei der Noa Bank zu klappen, wie das Weblog Cyber-Junk hier beleuchtet:

http://www.cyber-junk.de/kommentiert/praxisbeispiel-reagieren-im-web-2-0-die-noa-bank/

Da hat sich offenbar herausgestellt, dass ein kritischer Nestbeschmutzer auf der Facebook-Seite der Noa Bank von einer Konkurrenzbank inspiriert worden war. Fazit des Autors: Die noa bank hat durch direkte Ansprache es geschafft ihr Gesicht zu wahren und ihre Ziele auch im Dialog mit dem Kunden durchzusetzen. Zensur (Löschung von Einträgen) wurde nicht als Mittel gewählt. D.h. das Projekt Zuhören ist gelungen. Die YYYY Bank sollte noch etwas Nachhilfe hinsichtlich Transparenz nehmen, dann wird das aber bestimmt auch.

Wir bilanzieren: Das Glas mit Blick auf die Noa Bank und das damit verbundene Firmengeflecht ist sowohl halb leer als auch halb voll. Ich weiß, das ist derzeit ein unbefriedigendes fast pseudo-salomonisches Urteil. Damit sollten wir uns also noch ganz nicht zufrieden geben.

Sprich, die Aufgabe dieses Weblog ist es nun zum Abschluß dieses kontroversen Beitrags, den Hauptbeteiligten selbst zu befragen: Francois Jozik, der Gründer der Noa Bank, nimmt auf Anfrage von Social Banking 2.0 zur Geschichte der Quorum AG nur kurz Stellung (eine weitere Kommentierung ist von dort aus jedenfalls nicht mehr gewünscht):  

I have no issue talking about quorum and i am very proud of this company. We have done some mystakes but there were also a lot of manipulation organised by our competitors.

Quelle: Noa Bank

Auf weitere bereits am 18.12.09 schriftlich übermittelte Nachfragen antwortet der Gründer der Noa Bank trotz Nachhakens bislang leider nicht – weshalb ich hier für alle Leser zum transparenten Mitverfolgen den aktuellen Stand der offenen Diskussionspunkte weiter reiche (falls es dazu bald Antworten gibt, reiche ich die unten dann nach): 

Update Noa Bank Activities – how transparent can a new bank be?

Social Banking 2.0: Noa Bank plans to be a „Aktiengesellschaft“ next year – why this step?

Social Banking 2.0: Is it influenced by some regulation aspects (Compliance etc.)- f.e. through (Bafin), or was it a proper decision made only by the owners of Noa Bank?

Social Banking 2.0: If moving towards a Aktiengesellschaft, what about speculation, when going to the stock exchange market?

Social Banking 2.0: You were saying, there is no speculation in Noa Banks Business Model?

Social Banking 2.0: Do you see some conflicts of interest between Factoring-Business through Quorum and Noa Bank Acitivities?

Social Banking 2.0: Or in other words: Is there a mix of activities, you announced already, that both parts could stick together in a few years?

 Social Banking 2.0: How do plan to locate the business loans for SMEs?

Social Banking 2.0: What are the criteria?

Social Banking 2.0: Is the community and customer somehow involved in that process (you mentioned some kind of voting system), or is it finally just Noa Bank itself, who selects the right SMEs?

Social Banking 2.0: How do you prevent higher credit default risk then?

Social Banking 2.0: Noa Bank is going on very well, in a few weeks more than  six millions of euro collected and 2.500 customers – what is your perception for the next year, will it grow faster or are there some „natural“ barriers“?

Redaktioneller Nachtrag am 30.08.2010: Da der obige Beitrag zur Aufarbeitung der aktuellen Geschehnisse rund um die Noa Bank weiterhin auf starkes öffentliches Interesse stößt, verweise ich auf zwei weitere im Januar publizierte Weblog-Einträge, in denen der Gründer auf die von mir immer wieder aufgeworfenen Fragen eingeht, ohne jedoch letzte Zweifel am Geschäftsmodell und den eigenen unternehmerischen Zielen ausräumen zu können. Siehe dazu:

Noa Bank erläutert detailiert die Firmengeschichte v. 27.01.:

 https://lochmaier.wordpress.com/2010/01/27/noa-bank-erlautert-detailliert-die-firmenhistorie/

sowie: Noa Bank: Gründer Francois Jozic gibt Statusbericht v. 19.01.2010:

https://lochmaier.wordpress.com/2010/01/19/noa-bank-grunder-francois-jozik-gibt-statusbericht/

Written by lochmaier

Januar 10, 2010 um 12:10 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

10 Antworten

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  1. Es sollte mal ein Gesetzt erlassen werden welches den Kunden ermöglicht sich im Bankengefecht auch noch zurecht zu finden. WElcher normalsterbliche Kunde blickt denn noch durch was welche Bank mit dem geld tatsächlich macht?

    DSDS 2010

    Januar 10, 2010 at 12:38 pm

  2. hallo lieber herr lochmaier. vielen dank für ihre umfangreiche recherche und aufbereitung. ja, wir leben in spannenden zeiten. gestern war übrigens wieder „tag der frage“ und bei den antworten kam unter anderem das thema „islamic banking“ zur sprache. sehr spannend. laut koran sind zinsen sünde und somit verboten… wusste ich bis vor kurzem nicht. wäre doch sicher auch ein thema für dieses blog, oder? herzliche grüße, helge thomas – achso der link zur umfrage. bitteschön http://www.95fragen.de

    Helge Thomas

    Januar 12, 2010 at 12:48 pm

  3. Da Herr Joszc bei Utopia recht aktiv ist habe ich dort einmal auf diesen Eintrag verlinkt.
    http://tinyurl.com/yax3f3e

    Eine Antwort blieb er schuldig lediglich ein Verweis auf einen Beitrag aus dem letzten Jahr.

    hillepille

    Januar 18, 2010 at 4:11 pm

  4. scheint nicht so geklappt zu haben mit dem Umbau der Targas. Jetzt gibt es eine neue Firma Namens Samarys (www.samarys.com) mit den gleichen Leuten, gleichen Adressen und dem gleichen Geschäftsmodell. Mal wieder einen Namen verbrannt

    dereine

    Februar 2, 2010 at 2:35 pm

  5. Weder die Quorum factoring noch die Targas AG gibt es dem Namen nach mehr.
    Aus Quorum factoring wurde noa factoring und aus der Targas AG wurde die Samarys GmbH.
    Der Sitz in Frankfurt wurde aufgegeben. Es gibt nur noch den Sitz in Düsseldorf und einen Außendienstmitarbeit in Bremen für den Raum Frankfurt?? Die Zusammenarbeit mit der Noa factoring ist sehr gut. Die Targas/Samarys arbeitet völlig erfolglos!

    Ponti-GmbH,Gießen

    Juli 29, 2010 at 6:19 pm

  6. […] stellte ich im Dezember und Januar – ohne in eine Vorabverurteilung zu verfallen – kritische Fragen zum Firmengeflecht, auf die ich zwar einige gute Antworten kam, die aber letzte Zweifel an der handwerklichen […]

  7. […] stellte ich im Dezember und Januar – ohne in eine Vorabverurteilung zu verfallen – kritische Fragen zum Firmengeflecht, auf die ich zwar einige gute Antworten kam, die aber letzte Zweifel an der handwerklichen […]

  8. […] konnte sich nie sicher sein, aufgrund der Vorgeschichte der Noa Bank, die Social Banking 2.0 bereits im Januar den Lesern kritisch zur Diskussion stellte, wie die Sache ausgehen würde. Ebensowenig schien eine […]

  9. […] Nachtrag: Für alle an der Aufarbeitung der diffizilen Historie zur Noa Bank interessierten Leser empfehle ich noch einmal folgende Beiträge – vom 10.01. „Noa Bank: Kritische Nachfragen zum Firmengeflecht Quorum Targas“ […]


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