Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Österreich: P2P-Kreditbörse Bankless Life erfolgreich gestartet und gleich wieder geschlossen – Social Lending wächst dynamisch

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Gut gestartet und schon wieder geschlossen – Nachdem vor kurzem auch in Österreich der erste P2P-Online-Kreditanbieter Bankless Life an den Start gegangen ist, schien sich schon kurz nach dem Start eine positive Nachfrage abzuzeichnen. Jedenfalls berichtete der Kurier, dass bereits mehr als 40 Projekte mit einer Gesamtsumme von 100.000 Euro ausgegeben worden seien. Mehr Infos dazu:

http://www.kurier.at/geldundwirtschaft/geld/1967415.php

Doch offenbar hatten die Macher der Plattform, die im Rahmen einer etwas wackligen Vereinsstruktur angelegt war, nicht mit den Regulierungsbehörden gerechnet. Die nahmen Bankless Life kurz vor Weihnachten wieder vom Netz und zogen den Stecker. Die offizielle Mitteilung vom Betreiber dazu findet sich hier:

https://www.bankless-life.at/LinkClick.aspx?fileticket=31Bw1KXA2Zc%3d&tabid=39

Auch das Weblog P2P-Kredite berichtete über diesen herben Rückschlag:

http://www.p2p-kredite.com/aufsichtsbehoerde-fma-untersagt-bankless-life-kreditvergabe_2010.html

Andererseits: Es glitzern derzeit vielen angesichts der guten Marktaussichten von Social Lending Plattformen rasch die Augen, und die Macher vergessen, akribisch und sorgfältig bei der Ausarbeitung der formalen Genehmigungen zu arbeiten. 

Was das kosten kann, das musste vor allem der früherer Marktführer Prosper.com in den USA erfahren, der längst seine Vormachtsstellung verloren hat, auch wegen permanenter Auseinandersetzungen mit den gesetzlichen Regulierern. 

Dazu passt die Meldung der Marktforscher von Gartner, die die Wachstumsprognosen bei den sozialen Kreditbörsen (P2P-Lending bzw. Social Lending) aus dem Jahre 2008 zunächst etwas nach unten korrigieren mussten (dort war ein Anteil am Geschäft von Private Banking von zehn prozent prognostiziert worden):

http://www.wiseclerk.com/group-news/uncategorized-banks-to-loose-10-market-share-to-social-lending-by-2010/  

Jetzt gibt es eine neue und etwas vorsichtigere Prognose: Und zwar soll die Kreditvergabe über soziale finanzielle Netzwerke im Jahr 2013 weltweit ein Volumen von fünf Milliarden US-Dollar erreichen.

http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1272313

http://www.wiseclerk.com/group-news/uncategorized-gartner-p2p-lending-will-be-5-billion-us-in-2013/

Schaut man sich die Wachstumskurven der internationalen Anbieter an, so erscheint diese Prognose einigermaßen der Realität angepasst. Fakt ist: Der Nischenmarkt wird weiter dynamisch wachsen und auch die Mitte der Gesellschaft erreichen, insbesondere da Banken das „Vakuum“ in der sozialen Kreditvergabe außer Acht lassen, das bilanziert jedenfalls American Banking News:

http://www.americanbankingnews.com/2010/01/06/new-gartner-study-predicts-peer-to-peer-lending-to-grow-to-5-billion-by-2013/

Interessant ist auch diese Nachricht hier, wonach in den USA Prosper.com inzwischen deutlich vom Rivalen Lending Club abgehängt worden ist. Deutliches Zeichen: Die einen ziehen gerade in einen neuen Standort um, um sich zu vergrößern, und die anderen (Prosper.com) schlagen sich auch weiterhin mit exzessiven Ausfallraten der Kredite herum, und auch das vermittelte Volumen beträgt monatlich höchstens ein Drittel im Vergleich zum direkten Wettbewerber:

http://www.businesswire.com/portal/site/home/permalink/?ndmViewId=news_view&newsId=20100106005480&newsLang=en

Von einer wirklichen Revolution am Bankenmarkt sind wir allerdings noch ein großes Stück entfernt, aber wenn der Vertrauensverlust der Bürger in staatliche und wirtschaftliche Akteure sich vergrößert, dann dürfte den neuen Spielern beim von den Nutzern selbst ins Leben gerufenen informellen Bankenmarkt – in der Geldanlage und Kreditvergabe über soziale Netzwerke – ein solides zweistelliges Wachstum pro Jahr beschieden sein. Die von Gartner oben avisierte Zielmarke von weltweit fünf Milliarden US-Dollar erscheint durchaus greifbar.

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Written by lochmaier

Januar 8, 2010 um 8:27 am

Veröffentlicht in Uncategorized

2 Antworten

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  1. Bzgl. vermittelten Kreditvolumen irren Sie sich.
    Laut ORF-Artikel und Krone.at – Artikel wurden mehr als 400.000 Euro vermittelt. Der Kurier-Artikel dürfte veraltet sein.

    Daniel Lang

    Januar 9, 2010 at 12:59 am


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