Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

In eigener Sache: Copyright-Verstoß auf Online-Artikel.de

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Ich freue mich wirklich über jeden Artikel, der übers Social Lending erscheint, gerne auch mit einem kurzen Vorspann und dem Link zum Ursprungsartikel – in diesem Fall bitte auf meine eigenen Seiten zum Social Banking 2.0 oder einem von mir veröffentlichten Fachartikel als Wirtschaftsjournalist in der Ursprungsquelle.

Das hier aber ist ein ganz klarer Copyright-Verstoß, bei dem sich die Autorin Corinna Friedrich (geb. Wienert) hemmungslos und ohne jeglichen Respekt bei mir bedient, Gedanken, die ich mir erst mühsam erarbeiten müsste, und die jetzt eins-zu-eins in einer Pressemitteilung landen, die die Autorin als die eigene ausgibt. Man kann den Begriff „Social lending“ eben auch zu wörtlich nehmen.

Und zwar auf einer Plattform, auf der sich kostenlos News und Pressemitteilungen einstellen lassen. Offenbar wurde hier der Begriff „kostenlos“ so interpretiert, dass man sich wie im Mittelalter beim geistigen Kreuzzug auch die Ideen anderer hemmungslos zu eigen machen kann.

http://www.online-artikel.de/article/social-lending-plattformen-kredite-von-privat-36132-1.html

Da fällt mir eigentlich nicht mehr viel dazu ein, außer der Frage: Frau Wienert, wie einigen wir uns finanziell? Bitte rasch zu mir Kontakt aufnehmen.

P.S. Bedient hat sich die Autorin offenbar vor allem bei einem Artikel, den ich bei Heise online (Telepolis) verfasst habe, aber auch direkt in meinem Weblog Social Banking 2.0, bei dem ich Social Lending als vierte Säule des (informellen) Bankwesens eingehend skizziert habe – und diese wie auch die weiteren Formulierungen, die Frau Friedrich gerne im „Umsonst-und-Kostenlos-Selbstbedienungsprinzip“ sich ziemlich dreist aneignet, stammen definitiv und exklusiv aus meiner Feder. Z.B:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30032/1.html 

Sie sind an der Reihe, Frau Friedrich. Nachtrag: Ziel des Artikels war wohl die Promotion der privaten Kreditplattform www.privatkredite.nu, die Frau Friedrich neben einem Antikgeschäft und Internetservices betreibt. Anmerkung: P2P-Plattformen, die private Kredite untereinander lediglich gegen eine Vorabgebühr ohne Haftung anbahnen, sind keine seriöse Variante beim Social Lending. Insofern passt der Copyright-Verstoß also ins Bild. 

Nachtrag: Der Betreiber der Plattform www.privatkredite.nu weist darauf hin, dass es sich um einen kostenlosen Service handelt, da jeder Nutzer nur einmal einen Kredit vergeben oder ausleihen kann (s. unten), es sich somit also nicht um eine „gewerbsmäßige Kreditvermittlung oder -anbahnung“ handelt, die von der Bafin laut Kreditwesengesetz (KWG) untersagt wäre. Ich werde mich in einem eigenen Blog-Eintrag noch separat den reinen Online-Kreditvermittlern ohne eine Bank im Hintergrund wie bei Smava annehmen, um etwas Licht in dieses P2P-Marktsegment in der Grauzone zu bringen, zu dem die Plattform privatkredite.nu offenbar nicht gehört, da der Betreiber nach eigenen Angaben keinerlei Gewinnerzielungsabsichten verfolgt.  

Weg mit dem Ärger – hier geht es weiter zur heute von mir veröffentlichten Statusanalyse von Social Lending weltweit:

https://lochmaier.wordpress.com/2010/01/08/osterreich-p2p-kreditborse-bankless-life-erfolgreich-gestartet-und-gleich-wieder-geschlossen-social-lending-wachst-dynamisch/

Update am 11.01.10: Frau Friedrich entschuldigt sich in einer Stellungnahme für die Verletzung des Coyprights bei Social Banking 2.0 – und weist darauf hin, dass es sich bei Ihrer ins Leben gerufenen Plattform privatkredite.nu um einen kostenlosen Service handelt – hier der Wortlaut:

Vereinbarungsgemäß habe ich gestern den Antrag auf Löschung des Artikels auf Online-Artikel.de gestellt, der Text des Antrags ist als Anhang beigefügt. Zusätzlich unglücklich bin ich über die Tatsache, dass Sie auf Ihrem Blog schreiben, es würde eine Gebühr für unser Angebot erhoben. Wir haben uns mit Beginn der „Finanzkrise“ das Hirn zermartert, was eine kleine Gruppe tun könnte und diese Internetseite als fast persönliches Anliegen gemacht. Die rechtlichen Bestimmungen werden eingehalten, da die Nutzung jedem Benutzer nur ein Mal gestattet ist. Wir versuchen nur, ohne eine Vermittlungsleistung das zu tun, was maximal auf dieser Basis getan werden kann: Eine kostenlose Plattform zu bieten. Social Lending ist nur zu unterstützen und könnte irgendwann vielleicht die Hebelwirkung eines kleinen Korrektivs im Finanzbereich bekommen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihren Blogeintrag irgendwie positiver gestalten könnten und entschuldige mich nochmals aufrichtig.

Update am 15.01.: Mittlerweile ist der Text von der Autorin entsprechend geändert worden, und der Fall somit beigelegt.

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Written by lochmaier

Januar 8, 2010 um 9:11 am

Veröffentlicht in Uncategorized

2 Antworten

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  1. „rechtlich verantwortlich sind sowohl die Autorin, die das Copyright verletzt, als auch die Plattform, die den Artikel einstellt und damit ebenfalls zum Copyright-Verstoß beiträgt.“

    na ja mir ist es im Grunde schnupper, da ich dafür nicht verantwortlich bin, aber dennoch hätte ich mich gefreut, wenn Sie mein Eintrag nicht gelöscht und wir diese Diskussion auf Ihrem Blog weitergeführt hätten. Dafür wurde ja die Comment-Funktion erfunden 😉

    Wenn das so ist, wie Sie es sagen, dann wäre Google auch dafür Verantwortlich, weil es geschützte Inhalte bei sich in den SERPS auflistet, oder WordPress, weil es zulässt (natürlich unbewusst – kann ja nicht jeden Mitglied uns seine Inhalte auf Wahrheitsgehalt und Urheberrechte überprüfen), das auf sein Blog veröffentlicht wurde. Sie machen nicht den Autofahrer für sein Vergehen Verantwortlich, sondern das Auto.

    Sorry, aber das ist überhaupt nicht glaubhaft und ein schlechtes PR-Gag von Ihnen.

    Glaubhaft wäre es, wenn der Titel „Copyright-Verstoß auf Online-Artikel.de“ lauten würde und nicht „von“….

    julia A.

    Januar 9, 2010 at 12:46 pm

    • Liebe Leserin,

      Ihre Anregung der Formulierung „Copyright-Verstoß auf Online-Artikel.de“ greife ich gerne auf. Zu Google gäbe es auch einiges zu sagen, da laufen ja derzeit einige Auseinandersetzungen, die die Rechte der Urheber (und Verlage) betreffen. Übrigens geht es mir nicht um PR in eigener Sache, das ist auch nicht mein Stil, Werbung in eigener Sache auf dem Rücken anderer auszutragen, aber ich erwarte im Gegenzug, dass andere meine geistigen Urheberrechte respektieren. Es gäbe hier durchaus einen konstruktiven Lösungsansatz: Nur ein kurzes Zitat aus der Quelle bringen und direkt einen Weblink auf die ursprüngliche Quelle setzen, so dass klar ist, woher die Informationen stammen bzw. als direkte Formulierungen entnommen worden sind. Da sollte dann im Stile der Netiquette darauf verwiesen werden. Da Online-Artikel.de laut telefonischer Aussage der betroffenen Autorin wohl keine Links in den dort veröffentlichten Pressemitteilungen setzt, bleibt eigentlich nur die Alternative den Text wieder vom Netz zu nehmen, wofür sowohl Online-Artikel.de als auch die Autorin sorgen müsste – und den Beitrag nochmal neu von der Autorin zu bearbeiten, dieses Mal ohne Passagen von mir urheberrechtlich ohne Quellenangabe zu übernehmen. Das wäre dann auch mein Kompromissvorschlag an die Gegenpartei, den ich bereits in konstruktiver Weise telefonisch übermittelt habe – Ihres Unterstellung, dass ich hier an einer „ausufernden PR für mich“ interessiert bin, geht aber doch ziemlich an der Realität vorbei – Sie sollten sich vergegenwärtigen, dass ich in meinem Weblog alle Inhalte kostenlos anbiete, und welche Mühe es macht, diese zu recherchieren und zu erstellen – Es geht mir zudem nicht um eine Art grundsätzliche Prinzipienreiterei – aber Sie werden mir doch hoffentlich zustimmen, dass ich nicht alles durchgehen lassen kann, wo sich andere auf doch recht unverschämte Art und Weise an den Ideen bedienen, die ich mir selbst mühevoll erarbeitet habe, oder?

      Mit freundlichen Grüssen
      Lothar Lochmaier

      lochmaier

      Januar 10, 2010 at 9:41 am


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