Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Qualität der Bankenberatung stürzt weiter ab – Rürup und Maschmeyer „riestern“ sich nach oben

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Die Schlagzeilen sind alt bekannt. Keine Bank hat derzeit in der Kundenberatung eine wirklich gute Qualität aufzuweisen, berichtet die Stiftung Warentest. Und alle führenden Fernsehanstalten und Printmedien greifen das Thema auf – einige Beispiele:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/stiftung-warentest-banken-empfehlen-weiter-riskante-produkte;2500313

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,667132,00.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/geldanlage/2009-12/bankberater-warentest-geldanlage

Das Thema mit Blick auf die scheinbar nahe liegende Alternative „Honorarberatung“ beleuchtet der Blicklog in einem Beitrag hier:

http://www.blicklog.com/2009/12/16/honorarberatung-mit-zukunft/

Tatsächlich muss man auch fragen, was eine qualifizierte Erstberatung bei entsprechend kalkulierten Stundensätzen mit Vorbereitung und nachbereitender Analyse eigentlich kosten müsste, damit sich dieses Geschäftsmodell rechnet. Viele Kunden, die es gewohnt sind, ihr Girokonto kostenlos zu führen, sind psychologisch nicht bereit 500 € für eine objektive Beratung zu zahlen, auch wenn sie über Provisionen und Gebühren bei einem Abschluss viel höhere Entgelte zahlen.

Quelle: Blicklog

Wo also liegt die Alternative – Man kann nur zustimmen, die Honorarberatung ist bislang zwar ein kleiner Baustein zu mehr Transparenz in der Kundenberatung. Sie ist aber nur der Weg, nicht das Ziel. Letztlich zählen die Produkte und Prozesse, die hinter einer Bank stehen. Und da kann weiter bezweifelt werden, dass es künftig in der Finanzbranche mit rechten Dingen zugehen wird, und wir plötzlich nur noch nachhaltige Bankmodelle sehen werden.  

Ein beredtes Beispiel ist das neue „Dreamteam“, eine Beratungsfirma für exklusive Entscheidungsträger, bestehend aus dem Ex-AWD-Chef Carsten Maschmeyer, dem Ex-Wirtschaftsweisen Bert Rürup (auch mal mit der AWD liiert) – und last but not least, dem Walter Riester, Ex-Arbeitsminister und Architekt der „Riester-Rente“. Das Handelsblatt berichtet:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/neue-beraterfirma-maschmeyer-und-ruerup-stuerzen-sich-ins-abenteuer;2499877 

Dir zweifelhaften Renditen der „Riester-Rente“ sind uns allen ja bekannt. Letztlich dienen sie wie ein Selbstbedienungsladen der Versicherungsindustrie. Insofern also: Grünes Licht für das neue Dreigepann, auf in das Zeitalter Riester 2.0. Denn die Riester-Rente ist wie Lotto spielen, leider gewinnt so gut wie keiner wirklich was, außerdem sind beim Riestern reloaded die Gebühren viel höher als beim Ankreuzen von sechs Richtigen, berichtet etwa die Süddeutsche Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/562/496873/text/ 

Fazit:  Die Riester-Lotterie ist für uns alle da. Wem das nicht reicht, der kann noch eine Rürup-Rente abschließen als Selbstständiger – kleiner Haken: Falls es zum vorzeitigen Ableben kommt, verfällt die ganze eingezahlte Summe, und die Ehefrau oder sonstige Hinterbliebene gehen leer aus. Mancher Architekt baut also lieber direkt über dem Wasser, und der Meeresspiegel steigt weiter.

Die einen oder anderen werden sich jetzt sagen, nehmen wir doch einfach mal die Parkvariante, und setzen ganz bequem auf Tagesgeld und Festzinsanlagen. In der Tat, da gibt es einige neue Anbieter, worunter die niederländische Variante der Yapi Kredi Bank derzeit mit 2,25% fürs Tagesgeld den Spitzenreiter unter den neuen darstellt. 

http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gXjY0nfGDWhnNoUcF3nHy9szPZQg

Aber auch die Alternativen ABC Bank, Degussa Bank, Grenke Bank oder Isbank sollte man sich genauer ansehen, einmal wegen der Einlagensicherung, oftmals ist die nur durch die mündliche Garantie unserer beschichtigenden Bundeskanzlerin Angela Merkel abgedeckt. Auch das Kleingedruckte gilt es zu berücksichtigen, was man noch so alles mit abschließt, Risiken und Nebenwirkungen inbegriffen.  

Außerdem könnte es sich lohnen, etwas abzuwarten, und jetzt keine Festgeldanlage für zwei bis drei Jahre abzuschließen. Denn die Leitzinsen der EZB könnten allmählich im kommenden Jahr wieder steigen, und damit auch die Sparzinsen, weshalb es sich lohnt, das Geld derzeit nicht für länger als drei bis sechs Monate zu binden.

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Written by lochmaier

Dezember 16, 2009 um 9:39 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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