Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

M-Pesa: Hilft „mobiles Geld“ gegen finanzielle Apartheid?

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Die Wochenzeitung „die Zeit“ wirft die Frage auf, welche Reichweite das mobile Bezahlen per Handy besonders in unter entwickelten Regionen wie Afrika haben kann, und ob dies die Wirtschaft irgendwie beeinflußt  – man kann schon sagen, dass es das tut, denn M-Pesa hat seit dem Start in 2007 in Kenia bereits über 40 Millionen Nutzer gewonnen, das sind rund 40 Prozent aller Handynutzer, berichtet die ZEIT in dem Beitrag „Mit Mobile Money gegen finanzielle Apartheid, hier online verfügbar: 

http://www.zeit.de/digital/mobil/2009-11/m-money-africa

Alles hat zwei oder gar noch mehr Seiten – denn natürlich lässt sich so noch nicht die Armut bekämpfen – auch wirtschaftlich gesehen ist der Einfluß von Mobile Payment via M-Pesa begrenzt, die Banken werden halt letztlich durch die Telekommunikationsdienstleister als Schnittstelle ersetzt. Aber auch das ist ja schon eine kleine Nachricht wert.

Interessant mit Blick auf die vielschichtige Rolle von Banken in der Wertschöpfungskette ist etwa dieser Leserkommentar hier unten nach dem Artikel:

Die Banken machen es sich sehr einfach. Geld per Telefon. Man bekommt aber nur Geld, wenn was auf dem Konto ist. In einem Bericht, vor ganz kurzer Zeit, wurde dieses Telefon-Bank-System noch sehr stark kritisiert, weil viele Menschen sich ihr Wasser nur noch so kaufen können, ansonsten gibt es nichts, kein Wasser. In Ghana gibt es 24 Millionen Einwohner und nicht alle werden jemals ein Konto bekommen, also auch kein Wasser. Ans Wasser kommt man nur mit Cash. Dafür gibt es dann ja die Mikrokredite. 

Und im Weblog der Huffington Post stellt Jared Cohen die Frage: Is Social Media really changing the world?“  – Offenbar ein bisschen schon, denn der Experte vom Policy-Planungsstab des US-Außenministeriums zeigt zwar auf, dass Social Media nicht das Zauberwort des dieses digitalen Jahrhunderts sein wird, wie aber gleichwohl die Bezahlung per Mobiltelefon in der afghanischen Armee die Korruption schmälere und gleichzeitig die Effizienz erhöhe. Hier gehts zum Artikel von Jared Cohen:

http://www.huffingtonpost.com/jared-cohen/is-social-media-really-ch_b_327164.html 

Das Internet oder kreativ eingesetzte Telekommunikationstechnologie können also doch was Positives bewirken, vielleicht sollte der Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher, sich mal damit beschäftigen, statt nur wie in seinem Buch „Payback“ (zu dem ich mir jede Verlinkung erspare), darauf zu schauen, mit welchem nächsten Thema er denn nun die größte Auflage erzielt –

Interessant mit Blick aufs mobile Bezahlen – und irgendwie auch die Connection zu den Mikrokrediten in ländlichen Gebieten ist auch dieser Ansatz „Nano Ganesh“ aus Indien, auch eine Art mobiles Geldtransfersystem via Telecom Service Provider TTSL für ländliche Gebiete, über den der Business-Standard hier berichtet:

http://www.business-standard.com/india/news/tata-indicom-launches-nano-ganesh/363659/

Man kann es auch so zusammenfassen: Überall dort, wo Banken nicht in der Lage sind, die „realen“ Bedürfnisse von Kunden zu befriedigen, werden neue, kreative Nutzungsmodelle entstehen, die auch ihre Rückkoppelung auf die bisher so hermetisch abgeschlossene Welt der Banken entfalten. Und hier stehen wir erst am Beginn einer spannenden Entwicklung, bei dem der Mensch das „missing link“, das disruptive Element im Geschäftsmodell von Banken darstellt. 

Übrigens: Warum sollten derartige Modelle in abgewandelter Form nicht auch bei uns funktionieren – das jedenfalls glaubt zumindest mit Blick auf das bis dato unter entwickelte Mikrokreditwesen in Deutschland – in einem Spiegel-Interview auch der Friedensnobelpreisträger Muhamad Yunus, der die Grameen Bank gegründet hat:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,663463,00.html 

Written by lochmaier

November 30, 2009 um 7:58 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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