Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Noa Bank: Fort_Schritte – und was Fußball mit Banken zu tun hat

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In der wöchentlichen Presseschau wird deutlich, dass die Noa Bank sich einer guten Medienresonanz erfreut, offenbar trifft Gründer Francois Josic den Nerv der Zeit, wie sich hier in diesem sehr ausführlichen und journalistisch sehr gut nachgehakten Interview in „der Westen“ nachlesen lässt: 

http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/wirtschaft/2009/11/23/news-141482611/detail.html

Auch T-Online vermeldet die Gründung der Noa Bank:

http://wirtschaft.t-online.de/glaesernes-geldhaus-noa-bank-will-mit-einfachen-produkten-und-transparenz-punkten/id_20659506/index

Und das Banking.Portal macht sich Gedanken darüber, ob es sich bei der Noa Bank „um eine neue Ära im Bankwesen“ handelt – oder nur um eine Art „Marketingstrategie“. Sogleich aber wird dieser Widerspruch ganz elegant aufgelöst:

Kurz nach der Gründung der Bank sollte nicht darüber spekuliert werden, ob es sich bei der Vorgehensweise der Noa Bank um einen neuen Ansatz in der Kreditwirtschaft oder um einen Marketing-Trick handelt. Die Kombination aus Neugründung (und damit einhergehender geringer Reichweite und geringem Bekanntheitsgrad) und regional und thematisch spezialisierter Kreditvergabe wirft allerdings die Frage auf, ob das Kreditvergabepotenzial des Instituts ausreicht, um Angebot und Nachfrage in ausreichendem Maße zu bedienen.
 

Der ganze Artikel findet sich hier: http://www.bankingportal24.de/finanzredaktion/453/neue-aera-oder-marketing-strategie-die-noa-bank-verspricht-ihren-kunden-transparenz/

Und schließlich spielt ja bei der Noa Bank auch noch die Kreditvergabe an kleinere und mittlere Unternehmen eine Rolle, weshalb sich auch die Fachzeitschrift Markt und Mittelstand der Neugründung widmet:   

http://www.marktundmittelstand.de/portal/nachrichten/393/neue-bank-fuer-mittelstaendler-an-den-start-gegangen/

Interessant auch dieser Artikel hier in der Süddeutschen Zeitung, der das latente Konflikpotenzial in der „grünen“ Nische andeutet, da ja neben Noa Bank auch die holländische Triodos Bank in Deutschland in dieser Woche mit der ersten Niederlassung in Frankfurt an den Start gehen wird. Auffallend: Es wird allerorts viel Geld für Marketing ausgegeben, um den gesellschaftlichen „Mainstream“ anzusprechen. Hier der Beitrag der Süddeutschen:  

http://www.sueddeutsche.de/75O38u/3167444/Es-wird-eng-in-der-Ethik-Nische.html

Allerdings werden hier erneut  Äpfel mit Birnen verglichen, denn gerade die Noa Bank ist gar nicht in dem grünen Umfeld und Dunstkreis entstanden, sondern entstammt einem aus der kreativen Mitte der Gesellschaft entstammenden Denkansatz. Wir werden sehen, wie sich diese eher unverbundenen Sektoren weiter professionalisieren, jenseits dogmatischer Ausrichtungen.

Fußball ist unser Leben: Citibank macht jetzt einen auf Targobank

Zumindest im oberflächlichen Erscheinungsbild ändert sich derzeit auch bei den „alten Banken“ so einiges, die sich in der Finanzkrise wenig mit Ruhm bekleckert haben. Beispiel Citibank, die ja bald Targobank heißen soll. Damit sollen wohl die durch Zertifikate abgezockten Kunden rasch vergessen, dass die Kopie noch etwas mit dem Original zu tun hat.

Und wer gestern im Fernsehen bei der ARD-Sportschau aufmerksam hin geschaut hat in Bremen beim Bundesliga-Fußball, da hat doch (nicht erst seit gestern) eine Bank an Bande und auf Spielertrikots ziemlich viel geworben – www.so-geht-bank-heute.de – das war eben jene in letzter Zeit ziemlich abgetauchte Citibank, na ja, ob so die Bank von heute wirklich so geht, und ob das „Fort-Schritte“ sind, das muss sich noch zeigen?

Hier im Interview mit dem Bremer Glücksbringer Per Mertesacker, der in letzter Minute den Ausgleich gegen Wolfsburg erzielte, kann man im Hintergrund die Einblendungen der Citibank sehen – www.so-geht-bank-heute.de – natürlich war auch die Bande neben dem Spielrasen, groß flankiert, kaum zu übersehen.

http://www.sportschau.de/sp/layout/jsp/komponente/mediaseite/index.jsp?id=87663#mbContent

Viel Show mit dem Sympathieträger Fußball – aber zumindest mit Blick auf den Einsatz von  „Social Media“ ist es ein interessanter Ansatz, oder? Doch ist dies tatsächlich „Social Media“?

Ob man indes mit der Welt des Fußballs – und mit einer sicherlich teuren Werbekampagne die Kunden hinterm Ofen wird hervorlocken können, wird sich zeigen. Die breite Masse wird jetzt eben mit diesem neuen „Spielball“ des mehr oder minder wuchtigen viralen Marketings beglückt – Trikotstories, Auffrischprämien, Ranglisten, Anekdoten, Preise, na ja. Wer’s mag, und auf diese Art von Fort_Schritt abfährt….Wie sagte schon Alt-Bundestrainer Sepp Herberger: Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten. Manchmal sogar ein paar länger.

Wir werden das große Spiel mit dem Geld schon schaukeln, dachten sich auch die Bremer Vereinsverantwortlichen – hier erläutert Werder-Manager Klaus Allofs, was es mit der Kampagne „So geht Bank heute“ alles so auf sich hat:

https://www.so-geht-bank-heute.de/trikotstory.asp?episode=0

Und hier kommt nun meine Preisfrage für die Leser von Social Banking 2.0: Ist das gleich folgende Video auf der Kampagnen-Seite der Citibank, pardon Targobank, in dem Menschen wie Du und ich in einem Cafe Auskunft über ihre Ansprüche an die „Bank auf Augenhöhe“ geben, ein reines Fake, oder wirklich echt?

Lauschen und folgen Sie doch selbst dem „rasenden Reporter“ Torsten Knüppertz (übrigens der historisch wirklich verbürgte erste rasende Reporter, Egon Erwin Kisch war absolut echt und authentisch, also Vorsicht liebe Citibanker, mit der leichtfertigen Analogie, denn der war bekanntlich ein Kommunist, und ihr wollt doch jetzt nicht denselbigen in euren Geschäftsstellen ausrufen, oder?) – hier geht’s zum Testimonal-Video:

https://www.so-geht-bank-heute.de/bank-tagebuch.asp?episode=3 

Hat’s geklingelt? Wenn nein, hier kann man sich auch noch zwei Klingeltöne runterladen:

https://www.so-geht-bank-heute.de/media.asp 

Also mal schauen, ob das eine neue Allianz der Täuschung gibt, die nicht immer glückliche Verbindung von Fußball und der großen Finanzwelt (siehe der großflächige europäische Bestechungsskanal). Motto: Wer frisst denn eigentlich hier wen auf? Deshalb gibt es dazu hier auf Youtube ein nettes kleines Puppenspiel für Kinder, mit zwei Dinos namens Sepp und Herberger:

Written by lochmaier

November 29, 2009 um 10:21 am

Veröffentlicht in Uncategorized

2 Antworten

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  1. Also bei mir setzt beim „rasenden Reporter“ Video ja schon nach einigen Sekunden ein Würgereflex ein.
    Für mich sieht das ganze schon ab der ersten Szene extremst nach Marketing aus.
    Allein schon der Tonfall in dem da mit dem „Publikum“ geredet wird klingt mehr nach der lieben Tante im Kindergarten.
    Und ich weiss nicht genau für wie doof einen die Videomachen halten, aber hier wird versucht über eine pseudo-reality Show auf unterstem Niveau eine Argumentationskette in den Kopf der Endkunden zu drücken.
    Ich war bisher der Auffassung dass exakt dieses „Marketing-blabla“ einen großer Anteil an der Finanzkrise hat.
    Ich denke dass diese Art des Marketing im Vertrauensumfeld einfach fehl am Platz ist.
    Warum setzt man da nicht einfach jemand hin der wirklich was mit dem ganzen zu tun hat und lässt ihn erklären um was es denn wirklich nun geht?
    Stattdessen engagiert man lieber eine Hand voll Schauspieler und lässt sie das Gewäsch vorlesen was die Texter ihnen vorgesetzt haben.

    Marc

    November 30, 2009 at 12:13 pm


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