Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Robina Wood: Ausgebremste Frauenpower in der Finanzindustrie?

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Ich stelle jetzt mal eine gewagte These auf: Wären die Verhaltensmechanismen in der Finanzindustrie und bei Banken nicht jene fast nur von männlichen Ellbogen geprägte, und hätte emotionale Intelligenz im Kundenkontakt einen Freiraum – dann käme es nicht zu solch abenteuerlichen Geschichten, wie einer weiblichen Form von „Banken Robina Wood“.

Taufen wir das Phänomen doch einfach mal so. Bereits vor geraumer Zeit berichtete Social Banking 2.0 über strukturelle Defizite in der Finanzindustrie, und wie sich in den USA eine 53-jährige Bankmitarbeiterin zum Held der etwas verarmteren Bankkunden hoch stilisierte, indem sie 340.000 Dollar an bedürftige Bank-Kunden verschenkt hatte.

https://lochmaier.wordpress.com/2009/10/08/finanzbosse-nachhaltige-frauenpower-ersetzt-schnoden-mammon/

Die einjährige Gefängnisstrafe folgte auf den Fuß. Die Motive der Tat liegen weniger direkt in der Bankenkrise, also dem Motiv, durch Social Engineering quasi unmittelbare Rache an diesem schillernden Wirtschaftszweig von innen heraus auszuüben. Vielmehr dürfte man eher eine Mixtur aus privater und beruflicher Frustration hinter einer derartigen Aktion vermuten, beispielsweise keine Karriereperspektiven im Haus, oder die generell schlechte Bezahlung, die Frauen gerade in der Bankenbranche zu schaffen macht. Dann kommen vielleicht noch einige private Probleme als Tropfen auf den heißen Stein dazu. 

Einen ähnlich gelagerten Fall wie in den USA gibt es jetzt in Deutschland, wie unter anderem das ARD-Klatschmagazin Brisant und der WDR berichten:

Am heutigen Montag habe der Prozess um eine selbstlose Bank-Filialleiterin aus dem Bonner Raum begonnen. Die 62-Jährige soll als Angestellte einer Volks- und Raiffeisenbank über mehr als ein Jahr hinweg rund 7,6 Millionen Euro von reichen Kunden auf Konten armer Kunden gebucht haben. Allerdings ohne selbst davon zu profitieren und sich zu bereichern. 18 Monate Haft auf Bewährung, der Verlust des Arbeitsplatzes und einen Schuldschein auf das gesamte Privatvermögen waren die Folge. Mehr dazu hier. In den Leserkommentaren ist aber auch die Rede davon, dass Banken ihrer Aufgabe, Kredite an die Wirtschaft weiter zu reichen, nicht immer ausreichend nachkommen.

Obwohl das Verhalten der „Robina Wood“ aus rechtlichem Blickwinkel keineswegs gutzuheißen ist, so sollten man doch in den Chefetagen der Bankenwirtschaft mal etwas genauer nachdenken, ob derartige Fälle die auch sozialpsychologisch übersteigerte Form eines strukturellen Missstandes sind, von dem zweifellos gerade Frauen auf allen Hierarchieebenen viel mehr betroffen und deshalb sensibilisiert sind – als das andere, das so genannte „starke“ Geschlecht.  

Abschließend sei deshalb, als eine Art nachdenkliches Fazit – nicht nur mit Blick auf die Genossenschaftsbanken, nochmal an den vom Weblog Finance 2.0 angeregten Beitrag zum „freundlichen Bankenmanifest“ verwiesen:

24. Die Grundlage des wirtschaftlichen Handelns und damit auch des Bankings bilden die menschlichen Fähigkeiten Empathie, Ehrfurcht und Demut. (Boris Janek)  

Quelle: https://lochmaier.wordpress.com/diskussion-banken-manifest/

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Written by lochmaier

November 23, 2009 um 4:53 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

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