Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Diskussion: Was ist oder was könnte Social Banking sein?

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In seinem Weblog Finance 2.0 stellt Boris Janek den Begriff „Social Banking“ zur Diskussion. Die Präsentation, was sich hinter diesem neuen Zauberwort, das die von der Finanzkrise gefrusteten Massen glücklich  machen soll, kann man sich hier ansehen:

http://electrouncle.wordpress.com/2009/11/18/social-banking-was-ist-das-eigentlich/

Nehmen wir den Spielball auf – In der Tat, man kann unter Social Banking alles und nichts verstehen. Es kann sozial sein, es kann aber auch ziemlich „unsozial“ sein, wie diese folgende Randbemerkung gleich aufzeigen wird: Man kann nämlich seine Follower im sozialen Netzwerk einfach auslöschen, oder in englisch ausgedrückt „unfrienden“ – was für ein hässliches Wort.

Kein Wunder also, dass das New Oxford English Dictonary (OED) gleich auf die Idee kam, den Social-Media-Begriff “unfriend” zum englischen Wort des Jahres 2009 zu küren:

http://www.medialotse.com/szene/2009/unfriend-social-media-gibt-den-ton-an/4536 

Damit sind wir bei der „sozialen Sprengkraft“ des Begriffs Social Banking angekommen. Denn das Social Banking der „zweiten Generation“, wie ich es nenne, hat mit der ersten Generation der sozialen Fürsorge für vernachlässigte gesellschaftliche Randgruppen nur wenige Schnittstellen gemein. Deren Prominentester Vertreter ist die „Bank der Armen“, die vom Friedensnobelpreisträger Muhamad Yunus gegründete Grameen Bank.

In meinem Beitrag auf Heise Telepolis zum Visionsummit in Berlin habe ich den Paradigmenwandel in der Welt der sozialen Nachhaltigkeit vom „Spendenbegriff“ zum „produktiven Investieren“ eingehend beleuchtet:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31487/1.html

Aber das ist leider nur die eine Seite der Medaille. Es gibt auch die „Gesetzesbrecher“, Individualisten, die Eklektizisch-Konsumorientierten, die Nerds – und wie der neue Lebensstilmix sonst noch heißt, den auch oder gerade die digitale Netzgeneration hervor gebracht hat. Geld kann verbinden, es kann aber auch trennen, jeder achtet auf „Seins“.   

Plakativer ausgedrückt: Social Banking kann „sozial“ und „ökologisch“ sein, es kann aber auch ganz „egoistisch“ sein, weshalb das Thema zunächst tatsächlich ohne jegliche „Wertediskussion“ betrachtet werden sollte. Es geht darum, erstmal einige Scheuklappen abzulegen. Wer sich dazu die Zeitreise in die „neue Vorstellungswelt der sozialen Medien und Netzwerke“ ansehen will, der wird hier – reichhaltig bebildert – bei Chip online fündig:

http://www.chip.de/bildergalerie/Social-Media-Zeitreise-Vom-Bulletin-Board-System-zu-Twitter-Galerie_38931140.html

Nicht jeder digital Native wird sich indes gleich ein 100.000 US-Dollar teures Elektroauto der Marke Tesla kaufen können – oder sich dem nicht immer sozialverträglichen psychologischen Spagat zwischen „Business-Punk“ und „Social Entrepreneur“ widmen können. Wer sind Sie, und wenn ja wieviele, wie kann man beides gleichzeitig sein? – Hier geht es zu meinem nicht ganz ernst gemeinten Persönlichkeitstest:

https://lochmaier.wordpress.com/2009/11/12/personlichkeitstesxt-sind-sie-business-punker-oder-social-entrepreneur/

Die Diskussion, wie scharf der Begriff Social Banking sein kann, ist übrigens für alle Leser eine passende Steilvorlage, sich an dem von Social Banking 2.0 iniziierten „freundlichen Banken-Manifest“ zu beteiligen -, in welcher Form auch immer, in Wortbeiträgen, Kunstprojekten, also in unterschiedlichen kreativen Ausdrucksweisen, die eine neue Sichtweise auf das Thema Umgang mit Geld in Verbindung mit dem Lebensstil geben können. 

Aber ich bin sicher, es gibt eine neue Bewegung, die versucht, Bankdienstleistungen von der Wurzel her kreativer und frischer zu gestalten. Die Nutzer hauchen dem Begriff „Social Banking“ schließlich richtiges Leben ein, jenseits akademischer Diskussionen – oder dem bislang fast ausschließlich von Social Media Strategen geprägten Buzzwording.

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Written by lochmaier

November 19, 2009 um 9:53 am

Veröffentlicht in Uncategorized

3 Antworten

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  1. […] ist Social Banking? Diese spannende Frage werden die Kunden selbst beantworten, denn sie sitzen in diesem Theater […]


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