Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Prosper.com: Treiben hohe Ausfallraten Plattform in den Ruin?

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American Banking News veröffentlich zwar heute die Meldung, dass Prosper.com, einer der Marktführer in den USA in der Kreditvergabe über finanzielle soziale Netzwerke, jetzt von der obersten Regulierungsbehörde SEC erneut formal grünes Licht erhalten hat:

http://www.americanbankingnews.com/2009/11/17/prosper-com-begins-offering-hardship-arrangements-to-delinquent-borrowers/

Der bittere Wermutstropfen folgt jedoch sogleich: Denn die hohen Ausfallraten auf der Plattform Prosper.com bei der sozialen Kreditvergabe, die der Branchendienst zwischen 10 und 40 Prozent ansetzt, könnten in absehbarer Zeit das endgültige Aus bedeuten.  

Mit anderen Worten: Wirtschaftet Prosper nicht mindestens so gut wie jede reguläre Bank, dann erweist der Betreiber dem „Community Banking“ oder „Social Lending“ letztlich einen Bärendienst. Ursprünglich hatte sich Prosper durch einen „Zweitmarkt für Kredite“ mehr Spielraum und Flexibilität bei der Gestaltung der geschäftlichen Tätigkeit erhofft. 

Aber wer kauft schon nach der Finanzkrise gerne Schulden auf, die sich kaum mehr bewerten und eindeutig zuordnen lassen? „Zweit- und Drittmärkte“, auf denen die Akteure ausgefallene Kredite zur Restverwertung an externe Spieler weiter reichen, das erinnert doch sehr an das gängige Strickmuster der „Kreditblase“ in der etablierten Banken- und Finanzindustrie, die über die Wall Street ausgelöst worden war.

Insofern rächt es sich, dass Prosper.com bereits ein Jahr vor der beginnenden Finanzkrise in den USA im Jahr 2007 an den Start ging, und offenbar seitdem keine „gelernten Lektionen“ mit Blick auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell in das Managementteam Einzug stattgefunden haben. Statt das Kerngeschäft auf eine solide Grundlage zu stellen, schlägt sich Prosper.com mit Dutzenden von Regulierungsfragen um.  

Bekommt die Plattform ihre Probleme nicht bald in den Griff – offiziell weist der Betreiber immerhin seit Gründung ein vermitteltes Kreditvolumen von 183 Millionen US-Dollar und 880.000 Mitglieder aus – dann dürfte der wichtigste Mitbewerber Lendingclub dieses Spielfeld in dem US-Geschäft wohl für sich allein reklamieren, zumal sich Virgin Money offenbar ohnehin aus dem Markt zurück ziehen möchte.

https://lochmaier.wordpress.com/2009/11/16/social-lending-steigt-virginmoney-aus-us-geschaft-aus/

Zumindest, so scheint es, hat Lendingclub schon mal den Vorteil von etwas mehr Transparenz auf seiner Internetseite. So kann der Anleger die Statistiken vom Betreiber etwa hier genauer einsehen:

https://www.lendingclub.com/info/statistics.action

Leider sind auch derartige Statistiken nur die halbe Wahrheit, denn es befindet sich offenbar auch eigenes Kapital vom Unternehmen mit im Spiel, wie sich auf der Plattform P2P-Kredite in einem Eintrag vom März dieses Jahres nachlesen lässt:

http://www.p2p-kredite.com/lending-club-nutzt-eigenes-geld-um-kredite-mit-zu-finanzieren_2009.html   

Offiziell läuft nur allzu vieles in den USA nach dem Motto „the show must go on“, denn die Plattform Tradingmarkets hat heute verlauten lassen, dass das generierte Kreditvolumen bei Prosper.com im September sogar um 65 Prozent gewachsen sei. Als quasi semi-wissenschaftlicher Beleg wird sogar die jüngst eine von Deutsche Bank erstellte Marktanalyse zu den Peer-to-Peer-Kreditbörsen herangezogen – dabei fiel gerade deren Fazit in der Überschrift nicht gerade freundlich aus:

http://www.tradingmarkets.com/.site/news/Stock%20News/2659901/

https://lochmaier.wordpress.com/2009/11/12/welcome-to-the-machine-db-research-nimmt-p2p-lending-ins-kreuzfeuer/

Fazit: Im Social Lending, der Kreditvergabe innerhalb von finanziellen Netzwerken, gibt es noch einiges für die Beteiligten jenseits und diesseits des großen Ozeans zu lernen.

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Written by lochmaier

November 17, 2009 um 4:22 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

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