Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Honorarberatung reloaded: Bitte warten, die Uhr läuft!

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In dem Kinofilm „Der Feind in meinem eigenen Bett“ brillierte vor fast zwanzig Jahren der Hollywood-Star Julia Roberts als gepeinigte Ehefrau. Nach kurzer Phase der Romantik entpuppte sich der Ehemann als fieser Unterdrücker, der seiner Ehefrau den Willen aufzwang und sie nach Belieben drangsalierte. Schließlich wusste sie keinen anderen Ausweg, ihren eigenen Tod zu inszenieren, um dem Peiniger im eigenen Bett zu entfliehen.

Was hat das an den Haaren herbei gezogene Beispiel denn mit der Überschrift oben zu tun? Ganz einfach: Wir werden aufs Kreuz gelegt – die Realität in der Honorarberatung ist nicht ganz so weit von diesem Filmstoff entfernt, wie mancher glauben mag.

Es herrscht allgemeine Ratlosigkeit vor. Denn so mancher Wirtschaftskapitän in der Finanzindustrie durchlebt derzeit ähnliche Qualen an der Spitze seines jetzigen Firmenkonglomerats. Das führt uns direkt zu der Frage, sind Sie auch als Partner mit im Boot, als „Kunde“ der Deutschen BankXYZ?

Dann haben sie jetzt viele vermeintliche Freunde, sprich unaufgeforderte Begleiter, die sich mit ihrer Curriculum Vitae oder ihrem Nutzerprofil beschäftigen. Kreatives Datamining eben, natürlich zu Ihrem Besten. Wenn der Berater sie verkauft, dann läuft die Uhr gegen uns alle.  

Dass die Honorarberatung mehr Schein als Sein darstellt, ist unschwer zu erkennen. Der kleine Bankkunde kann nicht zahlen, und der große will nicht, für eine Leistung, die ja noch nicht erbracht ist. Insofern ist das einzig konsequente Geschäftsmodell eines, das den Mitarbeiter am Erfolg des Kunden fortlaufend beteiligt, und nicht umgekehrt dem Kunden den Verlust alleine aufbürdet, und das auch noch mit hohen Gebühren gegen Vorkasse.

Dass Honorarberatung nicht vom Fleck kommt und auch so nie kommen kann, das beleuchtet heute das Handelsblatt:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/heftiger-streit-ueber-bezahlung-der-berater;2474026

Gibt es Alternativen? Derzeit kaum. Oder vielleicht doch: Julia Roberts entkam in dem oben beschriebenen Film ihrem Peiniger, indem sie geschickt ihren eigenen, vermeintlich tödlichen Unfall inszenierte, durch den sie dem Fiesling schließlich entkam.

Es gab letztlich ein Happy End – und einen neuen Lebenspartner. Eigentlich muss die Reaktion in der realen Welt der Geldanlage nicht ganz so dramatisch wie bei Julia Roberts selbst inszenierten Abgang ausfallen. Es reicht auch schon, sich dadurch tot zu stellen, die mit allerlei Nebelkerzen und Blendwerk beworbenen Bankprodukte nicht mehr ohne näheres Hinsehen oder überhaupt zu kaufen.

Die Folge: Somit erhalten alternative Bankmodelle Auftrieb, andere spüren den simplen Druck vom Markt. Neue Spieler können sich ebenso entfalten wie die alten sich ändern müssen. Bank 1.0 und Social Banking 2.0 treffen sich (vielleicht bald) in der Mitte:

https://lochmaier.wordpress.com/2009/06/27/bank-1-0-trifft-social-banking-2-0/

Written by lochmaier

Oktober 27, 2009 um 10:55 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. also ich habe mich für eine honorarberatung entschieden und bin eigentlich ganz zufrieden!
    letztendlich verdient jeder banker: ob nun mit festem honorar oder über ausgabeaufschläge (kann auch gern mal 5% vom vermögen sein), verkaufsprovisionen (2-3%) und kick-backs.
    ich glaube preislich gibts dann im endeffekt keinen unterschied. aber wie die qualität der beratung war?! da denke ich einfach mal an die vielen lehman- und zertifikate-opfer…..

    Thea007

    Oktober 28, 2009 at 10:01 am


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