Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Subsistenzökonomie 2.0: Wenn alles schief geht…

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Dass die Turbulenzen der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht nur ein laues Lüftchen waren – sondern nachhaltige Folgen im Bewusstsein der Menschen bewirkt haben, zeigt eine Fernsehreportage auf ORF, bei der Menschen konkret nach Alternativen jenseits von rein profitgetriebenen Banken Ausschau halten:

http://tv.orf.at/program/orf2/20091016/457305601/278083/

http://programm.ard.de/programmvorschau/121143016866/22102009-0455-3sat/Falls-alles-schief-geht

Einige Beispiele: Nach der Wirtschaftskrise wird die Welt schlagartig anders aussehen, da ist sich Werner Obermüller ganz sicher. Deshalb hat er nun nicht, wie ursprünglich geplant, ein Wochenendhaus gemietet, sondern vorsichtshalber einen ehemaligen Bundesheerbunker. Derzeit ist er eifrig am Renovieren des Stahlbetonkellers und hofft, dass er noch rechtzeitig fertig wird. Erich Fintsches ist 83 und hat schon einige Krisenzeiten miterlebt – und daher seit eh und je Obst und Gemüse angebaut. Auf seinem Hausdach wachsen Paprika, Tomaten und Zucchini. „Wer sich in Krisenzeiten auf den Staat verlässt, der ist eh verlassen“, meint er.

Noch rechtzeitig bevor der ganz große Crash kommt, hat auch der Handwerker Stefan Zoglits reagiert. Weil die Grenzen des Wirtschaftswachstums längst erreicht seien, rechnet er jeden Tag mit einem Kollaps des weltweiten Finanzsystems. Um ganz sicher zu gehen, hat er schon begonnen, seine Euroscheine in Gold zu wechseln und seinen Schatz an einem sicheren Ort zu verstecken.

Ausblick: Das alles sind Vorboten eines Gegentrends – nicht nur zu den herrschenden Banken oder zu hoch verschuldeten Staatsgebilden mit einem Schattenhaushalt, pardon, Nebenhaushalt, sondern auch generell zu den ökonomischen Spielregeln angeblich unausweichlicher Marktbedingungen in der Globalisierung. 

Sicherlich: Die Globalisierung ist auch positiv, je mehr sich die Wirtschaft weltweit vernetzt, je mehr Austausch zwischen den Kulturen, umso größer der „Airbag“ gegen die kulturelle Konfrontation zwischen einzelnen Regionen oder Religionen.

Aber es prosperieren auch kreative Spielarten von regionalen Wirtschaftskreisläufen – einer Art „Subsistenzökonomie 2.0“, bei der Menschen andere Wege jenseits des konsumorientierten Mainstreams einschlagen.  

Letztlich ist auch Social Banking 2.0 solch ein kreativer Ausdruck. Jedoch kommt dort noch eine andere Mixtur hinzu: Das spielerische Testen neuer Varianten jenseits moralischer Kategorien oder gespeist durch einen gesellschaftlichen Paradigmenwandel. Sprich: Was zählt, sind niedrigere Transaktionskosten – und Leute mit Geld als Investoren jenseit sozialer Klischees und Alterskategorien, die den Aspekt einer „sozialen Extrarendite“ neben der finanziellen zu schätzen wissen.  

Übrigens ist der Marktführer Smava in der deutschen Szene – in der Kreditvergabe ohne Banken von Mensch-zu-Mensch – vor kurzem erneut von der Stiftung Warentest als einzig wirklich seriöser Anbieter hierzulande ausgezeichnet worden:

http://www.test.de/themen/geldanlage-banken/meldung/-Kredite-von-privat/1814502/1814502/1816923/

http://www.smava-blog.de/2009/10/20/finanztest-11-2009-beim-anbieter-smava-stimmt-das-konzept/    

Es wird indes noch einige Zeit ins Land gehen, bis auch andere Anbieter im Peer-to-Peer-lending oder Peer-to-Peer-Banking mit weniger seriösem Geschäftsgebaren aussortiert sind, und das eine oder andere Modell sich für alle Beteiligten mit integrierter Airbag-Funktion tatsächlich als wirtschaftlich solide und transparent erwiesen hat. Aber: Wer keine Visionen hatte, muss nicht unbedingt gleich zum Arzt gehen.

Written by lochmaier

Oktober 26, 2009 um 7:49 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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