Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Klimagipfel drängt Silicon Valley ins Abseits: Next Exit to Shanghai?

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Man kann durchaus die Frage aufwerfen, wo in der Welt künftig das grüne Herz beheimatet sein könnte. Sicherlich ist es nicht unbedingt Masdar City, wo die Scheichs mit viel Geld eine teure exklusive Ökostadt aus dem Boden stampfen – komplett mit Erneuerbaren Energien versorgt. Viel spannender ist diese Frage: Übernimmt jetzt China auch in der Forschung das Kommando? Zusatzfrage: Lösen Shanghai und Peking auch gleich noch die Wall Street als führende Drehscheibe an den Finanzmärkten ab?   

Zunächst einmal: Masdar City soll neue Standards beim ökologischen Wohnen und Verkehr setzen, berichtet lobend die UN:

http://www.nachhaltigkeit.org/200910193263/stadtplanung-bauen/nachrichten/un-loben-masdar-city

Nun ja, alle großen Firmen dieser Welt einschließlich der deutschen Siemens mischen kräftig mit bei dem Milliardenprojekt. Wirtschaftsblog Cleanthinking nennt ein paar Details, die Bewohner werden alle so richtig intelligente Kühlschränke bekommen – zumindest beim amerikanischen Konzern General Electric werden ein paar grüne Lampen leuchten:

http://www.cleanthinking.de/masdar-city-und-ge-echtzeit-studie-zur-energieeffizienz/2510/   

Das führt direkt zur Frage, welche Region uns eigentlich physisch und geographisch ins neue Ökozeitalter führen wird. Im Silicon Valley jedenfalls liegt die Arbeitslosenquote bei überdurchschnittlichen zwölf Prozent. Das Wall Street Journal spöttelte vor kurzem über den ausgeträumten kalifornischen Traum, da Energieeffizienz technisch doch viel komplizierter sei als es ein nettes Liedchen der 60er-Jahre mal suggerierte (California Dreamin – on such a winter day, möchte man hinzu fügen): 

http://blogs.wsj.com/environmentalcapital/2009/10/22/california-dreaming-is-energy-efficiency-really-that-easy/

Die Zweifel wachsen schon seit längerem im Tal der Ahnungslosen, ob der „brain drain“ im sonnigen Kalifornien anhält, und die Besten dieser Welt sich anderen, ungleich spannenderen Schauplätzen dieser Welt zuwenden – die einen frischen und wachen Geist haben, statt über gelenkte Forschungsgelder (häufig aus dem Verteidungshaushalt) in unsägliche Machenschaften mit den bislang dominanten Finanzrevieren dieser Welt verstrickt zu sein. Eine vage Andeutung, was das bedeutet, findet sich in der Financial Times Deutschland:  

http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:undichte-stellen-insiderhandel-skandal-ist-weckruf-fuer-silicon-valley/50025830.html

Mehr zur Historie des industriellen-militärischen Komplexes rund ums Silicon Valley in den USA findet sich hier:

http://www1.bpb.de/publikationen/U6A0BW,3,0,Der_neue_Milit%E4rischIndustrielle_Komplex_in_den_USA.html

Die Blogger vom amerikanischen Venture Beat werfen jetzt die Frage auf, ob nicht Shanghai die Rolle des amerikanischen Silicon Valleys als weltweit führendes Forschungs El Dorado für neue Technologien übernehmen wird (nun ja, halten wir erstmal fest, dass dort der militärisch-industrielle Komplex nicht weniger einflussreich ist):

http://green.venturebeat.com/2009/10/23/will-shanghai-become-the-silicon-valley-of-green-revolution/

Nachdenklich stimmt bislang, dass man auch hierzulande relativ wenig von dem neuen Umweltminister Steven Chu hört, seines Zeichens immerhin ein ausgesprochen renommierter Physiker und Naturwissenschaftler. Den USA scheint die Luft gerade bei der grünen Revolution angesichts der selbst größtenteils verursachten Finanz- und Wirtschaftskrise auszugehen.

Und China hat andererseits das Potential, die blanke Notwendigkeit und auch die von oben verordnete Machtstellung, seine Probleme auch mit Hilfe von grünen Umwelttechnologien anzugehen und neue Märkte zu schaffen. Ob es am Ende reicht, den Klimawandel drastisch zu stoppen, wird sich zeigen. Aber dass die Musik in der Forschung künftig nicht mehr vom Silicon Valley bestimmt wird, ist absehbar. Das dürfte sich auch auf die blank gewienerte Welt der Finanzmärkte niederschlagen. 

Übrigens stammt Steven Chu aus einer chinesisch-stämmigen Akademikerfamilie die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs eingewandert war.  Bilaterale Wurzeln sind also vorhanden. Nomen est Omen. Heute ist jedenfalls in einigen deutschen Medien bereits zu lesen, dass US-Präsident Barack Obama seine Teilnahme am Klimagipfel in Kopenhagen von substanziellen Fortschritten beim Kampf gegen die Erderwärmung abhängig macht. 

Die grüne Luft ist dünn geworden.

http://www.tagesspiegel.de/politik/international/klima/Klimagipfel-Barack-Obama;art1118,2932657  

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,657258,00.html

Written by lochmaier

Oktober 26, 2009 um 4:15 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

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