Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Stresstest um Kiva: Transparenzgebot gilt auch für P2P-Plattformen

leave a comment »

Bill Gates verschenkt mal wieder 300 Millionen US-Dollar an arme Kleinbauern in Afrika und Indien, berichtet der Spiegel. Ist die gute Tat wirklich immer so gut? In der einschlägigen Blogosphäre hat sich nämlich eine rege bis hitzige Diskussion um transparente Geschäftsmodelle in der Mikrofinanzierung von unter entwickelten Regionen gebildet. Als Zielscheibe fungiert dazu derzeit die gemeinnützige Plattform Kiva – Worum geht es?

http://tacticalphilanthropy.com/2009/10/is-kiva-misleading-the-public

Interessant sind auch die vielen Leserkommentare unter dem Eintrag. Positiv: die rasche Reaktion von Matt Flannery, dem Gründer von Kiva, der ausführlich auf die Argumente der Kritiker eingeht:

http://blogs.cgdev.org/open_book/2009/10/matt-flannery-kiva-ceo-and-co-founder-replies.php

http://blogs.cgdev.org/open_book/2009/10/kiva-is-not-quite-what-it-seems.php

Kurzum: Professionalisierung tut not, ebenso wie Transparenz und eine professionelle Kommunikation. Die rege Diskussion zeigt, dass jede Plattform, die auf dem Gebiet des Peer-to-Peer-Banking (manche sagen auch Personal Finance) oder des Peer-to-Peer-Lendings (Mensch-zu-Mensch-Kreditvergabe) erfolgreich sein will, eine absolute und keine relative Transparenz in ihrem Geschäftsgebahren herstellen muss, bei der am Ende doch ein paar Fragezeichen übrig bleiben, ob aus der guten Absicht wirklich am Ende eine gute Tat wird.

Versteckte Karteileichen, Blendwerk, taktisches Ausweichen, Verschleiern oder Verstecken gehören gerade bei den neuen Anbietern nicht dazu, sonst werden sich nur die Banken und Finanzdienstleister an derartigen Unregelmäßigkeiten erfreuen. 

Mehrere Versionen der Wahrheit sind also sicherlich keine gute Form der Kontaktpflege zu den unterschiedlichen Kunden und Investorengruppen, unabhängig davon, ob es sich um Spender oder Mikrofinanzinstitutionen handelt, und unabhängig davon, ob die Plattform Gewinne erzielen möchte oder gemeinnützig agiert, wie bei Kiva der Fall. 

So oder so –  negative Gerüchte verbreiten sich in der Webcommunity wie ein Lauffeuer um den Globus. Zu viele schwarze Schafe kann sich eine rund ums Social Banking versammelte Finanzgemeinschaft nicht leisten, wofür alle Beteiligten in der jetzigen frühen Entstehungsphase dieses neuen Marktsegments Sorge tragen. Dass auch bei einigen anderen Spielern nicht alles zum Besten steht und die Bäume auch bei den Internetbasierten P2P-Plattformen nicht schneller als bei klassischen Mikrofinanzinstitutionen in den Himmel wachsen, habe ich in einem früheren Eintrag bereits skizziert:

https://lochmaier.wordpress.com/2009/09/21/mikrokredite-und-kapitalismus-2-0-wer-macht-das-rennen/

Zurück zu Kiva: In Deutschland führt die Organisation derzeit eine Umfrage durch:

http://www.kiva-germany.de/2009/10/07/aufruf-fuer-kiva-erfahrungsberichte/

Fazit – gelernte Lektionen für Kiva und andere Plattformen:

– Transparenz ist das Gebot der Stunde – Fehler ein- und Missverständnisse ausräumen

– Ungeschönte Quoten der zurück gezahlten Kredite gehören dazu

– Direkte Kommunikation mit den Mitgliedern und der Blogosphäre

Die Blogger:

– Gute Fragen stellen, und wenn sich Gerüchte ausräumen lassen, auch darüber berichten.

Written by lochmaier

Oktober 15, 2009 um 6:54 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: