Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Vertrauensverlust: Kunden bringen holländische Bank zu Fall

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Was wäre, wenn plötzlich die Kunden einer Bank von einem Tag auf den anderen all ihre Konten auflösten? Dieses große Horrorszenario blieb Deutschland während dem heißen letzten Herbst erspart, als die Lehman-Pleite im September 2008 einen Erdrutsch an den internationalen Finanzmärkten ausgelöst hatte.

Wie schnell sich das Rad der Geschichte jedoch tatsächlich drehen kann, zeigt jetzt die DSB Bank aus den Niederlanden. Das Institut ging pleite, weil die Kunden in wenigen Stunden mehr als 600 Millionen Euro von den Konten geholt haben. Jetzt hat die Notenbank das Sagen, um für die Einlagensicherung grade zu stehen:

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:niederlaendische-privatbank-dsb-unter-staatskontrolle/50022316.html  

http://egghat.blogspot.com/2009/10/kunden-raumen-konten-leer-hollandische.html

http://blogs.taz.de/meineguete/2009/10/12/dsb_bank_koennte_nun_tatsaechlich_umfallen/

In der allgemeinen Stimmung – die Krise ist jetzt vorbei – berichtet die Wirtschafts- und Finanzpresse über derartige kleine Ausrutscher nicht so gerne. Dass die eine oder andere Machenschaft von Banken leider immer noch – und wohl auch die nächsten Jahre – den Stoff fürs große Theater liefert, zeigen diese beiden Inszenierungen, man könnte fast sagen, Shakespeares „Sein oder Nicht Sein“ hat endlich die Finanzindustrie erreicht:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/vorhang-auf-fuer-die-zeugen-der-anklage;2468702

http://www.ftd.de/lifestyle/outofoffice/:out-of-office-das-phantom-der-broker/50018884.html

Leider fehlt den Protagonisten in der schillernden Bankenwelt noch der Bezug zur großen griechischen Mythologie, in der der Held durch eine Phase der Selbstreinigung durchgehen muss. So ähnlich wie in jedem billigen Hollywood-Film der großen Versöhnung eines Liebespaares in der Regel ein Platzregen vorausgeht, in dem beide nass werden.

In der Finanzwelt wäre der griechische Geist der Katharsis ist statt einem „Business as usual“, das es so nicht mehr gibt, der notwendige Beginn eines Umdenkens, eines Neubeginns. Übrigens: Die englische Wendung „business as usual“ wurde vom späteren britischen Premierminister Winston Churchill geprägt, der als Chef der Admiralität in einer Rede am 9. November 1914 sagte:

„The maxime of the British people is Business as usual!“
„Die Maxime des britischen Volkes ist Die Geschäfte gehen ihren normalen Gang“.

 

Churchill bezog sich damit auf den Einfluss des soeben begonnenen Ersten Weltkriegs, den dieser auf das Geschäftsleben ausübte, das es so bekanntlich bald nicht mehr gab. Das geflügelte Modewort „business as usual“ klingt auch heute noch irgendwie seltsam, fast ein Jahrhundert später, wie die seltsam anmutende Stille im Auge des Orkans.

http://idw-online.de/pages/de/news335766

http://www.news.ch/SNB+Vize+warnt+vor+Business+as+usual/406780/detail.htm

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Fragen-des-Tages-Manager-Gehaelter-Manager-Boni;art693,2902409

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Written by lochmaier

Oktober 14, 2009 um 7:08 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. […] Info via. Social Banking 2.0 […]


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