Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Sparwut in Banken richtig „leveragen“

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Der an sich so harmlos daher kommende finanzwirtschaftliche Begriff in der Bankenszene – „Leverage-Effekt“ – ist ins Gerade gekommen: Denn zu oft wurde von den Verantwortlichen da „gehebelt“ ,wo die Späne nur auf der anderen Seite fielen, nämlich beim Kunden. Doch der sollte noch dazu davon gar nichts mitkriegen.

Wo und wie Banken demgegenüber den „finanziellen Sparhebel“ an den richtigen Positionen ansetzen können, und zwar erstmal bei sich selbst – das hat der Autor dieses Weblogs Lothar Lochmaier in einem Fachartikel in der aktuellen Ausgabe 09/2009 der Fachzeitschrift „die bank“ beschrieben.

Zusammenfassung: Nicht weiter bringt es, die Mitarbeiter auf den unteren administrativen und vertrieblichen Ebenen nur auszusortieren, weil die Kunden nicht mehr bereits sind, jedes beliebige Produkt ungeprüft zu schlucken. Kreative Ideen nach innen sind stattdessen gefragt. Aber welche?

Neben einigen eher grundsätzlichen Maßnahmen und Ratschlägen, finde ich vor allem diese Ansätze hier im Sinne einer veränderten kulturellen Wahrnehmung spannend:

Mit Hilfe von IT-Werkzeugen lässt sich innerhalb eines vordefinierten zeitlichen Rahmens ein kompletter Innovationskreislauf zu einem bestimmten Thema erzeugen und durchführen. So können Mitarbeiter auf einer speziell eingerichteten und moderierten Plattform binnen einer klar definierten Zeitspanne beispielsweise eigene Ideen zum innerbetrieblichen Vorschlagwesen einreichen.

Oder die intelligent vernetzten Wissensarbeiter entwickeln ganz praktische Vorschläge, um die Reisekosten zu senken. Eine entsprechende Initiative sollte natürlich sorgfältig geplant sein, damit keine kontraproduktiven Effekte entstehen. Praktische Beispiele in Konzernen haben aber bereits gezeigt, dass die weltweite Umsetzung einer derartigen Innovationsinitiative durchaus Erfolg versprechend sein kann, sofern das Unternehmen sich über die Zielmarken und Meilensteine im Klaren ist.
Ein prägnanter Ansatz kann überdies darin bestehen, statt Dienstreisen den Einsatz von Collaboration Tools in der Projektbearbeitung zur Pflicht zu machen. Das Unternehmen benötigt weniger Arbeitsplätze und Parkplätze – aber die kollaborative IT muss natürlich vorhanden sein: Hilfreich sind kreative Werkzeuge wie Instant Messaging, Web Conferencing oder Social Software wie Blogs, Bookmark Sharing oder Community Tools mit persönlichen Profilen, die alle rund um eine Person produzierten Wissensbausteine in gesammelter Form auflisten.
Die momentane Wirtschaftkrise kann also durchaus in positiver Form einen Anstoß zu mehr Veränderungsbereitschaft und Experimentierfreude auslösen. Ein neuer Ansatz kann es sein, das zusätzliche Bürogebäude doch nicht zu bauen und stattdessen den Mitarbeitern zuhause ihre DSL-Leitungskosten zu erstatten. Der kulturelle Wandel sollte aber nicht überstürzt angegangen und in seiner Gesamtheit sorgfältig geplant werden.

Flexible Arbeitsformen wie die stärkere Nutzung von Telearbeit sind demzufolge nur ein Baustein, um verborgene Produktivitätsreservoirs zu heben. Die Krise ermöglicht vor allem eine Rückbesinnung darauf, welche Dinge es im Unternehmen zu verändern gilt. Dass die IT durchaus das Potenzial hat, etablierte Hierarchien sowie gängige, aber ineffektive Denk- und Arbeitsprozesse aufzubrechen, zeigt sich anhand von Online-Simulationen. Dadurch lassen sich beispielsweise alternative Einsatzszenarien und Arbeitsgebiete darstellen, um die Mitarbeiter für innerbetriebliche Veränderungen zu sensibilisieren.

Fazit: Gute Ideen gäbe es genug, man muss sie nur umsetzen wollen.

 

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Written by lochmaier

September 24, 2009 um 8:51 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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