Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Archive for Juli 2009

US-Stimmungsbarometer: Shuttin Detroit Down

with one comment

In den USA ist seit jeher die (gute und manchmal nicht ganz so gute) Country-Musik ein Spiegel der seelischen Verfassung, in der sich die Nation gerade befindet. Insofern zeigt das Musikvideo Shuttin Detroit Down – interpretiert von John Rich – dass es immer Menschen sind, um die sich alles hinter den wirtschaftlichen Strukturen dreht.

http://www.youtube.com/watch?v=_exPnlC3wpY

Weitere Kostprobe einer häufig geklickten Live Performance der Country Szene  ist der Bailout Song – Anmerkung: Bailout bedeutet frei übersetzt der „Rettungsfallschirm“, das heißt die finanzielle Unterstützung des Staates, die bislang den systemrelevanten Banken zuteil wird. Den „individuellen Rettungsfallschirm“ fordern die Künstler nun aber in ihren Protestliedern mit der typisch amerikanischen Mischung aus Ironie und positivem Denken auch für jeden einzelnen Menschen ein:

http://www.youtube.com/watch?v=LFYYrQLro9c&feature=related

Wer es musikalisch etwas robuster mag, für den eignet sich der Videoclip „I wanna know, where the money goes“ (ein weiterer Bailout Song):

http://www.youtube.com/watch?v=Pc1thFhmKWk&feature=related

Natürlich ist die Krise der amerikanischen Automobilhersteller auch hausgemacht, sie hat den Wandel der Zeit zur nachhaltigen Mobiltität schlicht verschlafen.  Und: Natürlich haben viele Amerikaner beim konsumorientierten Lebensstil von Luftschlössern geträumt, statt ihre finanziellen Möglichkeiten im Blick zu behalten.

Aber das ist kein Freibrief für die Strippenzieher in Wirtschaft, Industrie und dem Finanzwesen.  Denn die Menschen assoziieren – wie im Song Shuttin Detroit – durchaus richtig, wenn sie sehen, dass Banken als „systemimmanent“ gelten und gerettet werden, während die Arbeitskraft von Menschen als frei einsetzbar und ebenso leicht ersetzlich gilt. 

Aber es steht auch fest: Der vernünftige Umgang mit menschlichen und natürlichen Ressourcen müssen ins Zentrum der globalen Finanzströme  rücken, ansonsten entfernen sich Leitindustrien wie die Banken und der Automobilsektor immer weiter von ihrem eigenen Zukunftsmodell.  Dies ist auch die Chance für kreative Außenseiter, sich ins Gespräch zu bringen.

Written by lochmaier

Juli 3, 2009 at 12:03 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

Private Banking 2.0: Erste Leitlinien gewinnen an Konturen

leave a comment »

Wie war das doch mit der Beraterbank? – Das sind doch diejenigen, die einen beraten und zu ihrem eigenen Vorteil verkaufen. Sicherlich, es gibt auch halbwegs seriöse Renditeflüsterer und der Kunde sollte wissen, dass jedes Prozent mehr das eigene Risikoprofil deutlich erhöht.  Dass sich jenseits des Bankenbashings und der Unbeweglichkeit der etablierten Spieler dennoch erste Ansätze zu mehr Transparenz entwickeln, darauf macht Verena Florian von der Plattform www.geldcoaching.at in einem Blog-Eintrag aufmerksam:

http://www.be24.at/blog/entry/625029/goetterdaemmerung

Hier gehts zu Florians:

http://www.florians.eu/?page_id=629

Immerhin: Eine Bank entblößt sich und reagiert aktiv auf den Wandel der Zeit – Die neuen Leitlinien der Capitalbank – lt. Aussage des Instituts „ein Angebot zu Fairness, Transparenz und Nachvollziehbarkeit“ – gibt es hier zum Anschauen:

http://www.capitalbank.at/fileadmin/offener_brief_des_vorstandes.pdf

Das Ende der rein provisionsbezogenen „Beratungsqualität“ zeichnet sich ab. Man wird Institute wie die Capitalbank natürlich an ihren Taten messen müssen. Aber erste kleine Silberstreifen am Horizont sind erkennbar.

Written by lochmaier

Juli 3, 2009 at 6:13 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Was macht ein gutes Bankprodukt aus?

leave a comment »

Nicht nur die hohen und nur ungern offen gelegten Provisionen bei den Fondsprodukten der Banken stehen in der Kritik. Auch die Beschwerden von Anlegern über ihre gekauften Versicherungsprodukte häufen sich, berichtet die Frankfurter Rundschau:  

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1817211_Versicherungen-Beschwerden-auf-Rekordhoch.html?sid=165dc0366df9e1bca9cff875509dc0bb

Man kann im Finanzdschungel tatsächlich die Frage stellen, ob es überhaupt für den durchschnittlichen Anleger (das ist der, der nicht jeden Tag an der Börse handelt) jenseits von Festzins und Tagesgeld noch halbwegs durchschaubare und nachvollziehbare Finanzprodukte gibt.

Vielleicht soll es gar nicht einfach sein. Die „Verbriefung“ beginnt ganz unten an der Basis. Dass selbst das Managen eines Tagegeld-Kontos noch seine Tücken hat, kann man etwa bei den komplizierten Geschäftsbedingungen der 1822 direkt nachlesen, die mit einem (angeblichen) Guthabenzins (Stand 02.07.09) von 2,75 Prozent wirbt.

https://www.1822direkt.com/1822central/cms/cashkonten.jsp

Hier muss sich der Kunde schon die Mühe machen, sich durch das undurchsichtige „Preis- und Leistungsverzeichnis“ durchzuarbeiten, um die kleinen aber feinen Unterschiede zwischen „Basiszins“ und „variabler“ Verzinsung zu durchblicken:

https://www.1822direkt.com/1822central/cms/user_upload/media/pv_gesamt.pdf

Wenig Mut einflößend sind derzeit außerdem einige neue Finanzprodukte, wie das Investieren in die Absicherung gegen Staatspleiten. Wetten Sie doch mal darauf, dass der Iran oder Honduras bald pleite gehen? Credit Default Swaps (CDS) könnten als „Massenvernichtungswaffe“  der nächsten Schockwelle an den Märkten den Boden bereitet, meint jedenfalls Börsen-Guru Warren Buffett in der FTD – und die Experten aus dem Finanzmilieu widersprechen dem natürlich ganz vehement:

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/derivate/:Neuer-Markt-Absicherung-gegen-Staatspleiten-boomt/533932.html

Darüber lässt sich sicherlich noch trefflich streiten. Aber eines steht fest: Am besten der Kunde sieht schon vorher ein, von komplexen Konstruktionen – und das sind mittlerweile ein großer Teil der Fonds- und Versicherungsprodukte – gleich ganz die Finger zu lassen. 

Zwar ist dies keine Garantie für das erfolgreiche Handeln bei der Vermögensplanung und Geldanlage.  Wie „einfach“ indes ein „einfach nachvollziehbares“ Bank- und Versicherungsprodukt sein sollte, beschreibt Anette Rehm auf dem Internet-Portal geldmagazin.de:

http://www.geld-magazin.de/finanzen/aktuell/aktuell-einzelansicht/article/der-neue-trend-social-banking.html

So einfach könnte das Drei-Säulen-Modell also sein: Ehrlichkeit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit, das wäre die Welt der neuen Bankprodukte im Zeitalter von Social Banking 2.0. Mehr dazu morgen.

Written by lochmaier

Juli 2, 2009 at 9:50 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Das Mitmach-Unternehmen: Was Social Banking und Enterprise 2.0 verbindet

leave a comment »

Heute mal eine kleine Presseschau in eigener Sache. Ein bisschen Eigenwerbung kann ja nicht schaden. Natürlich ist der Begriff Social Banking 2.0 einer mehr, der sich in den Hype um das coole Mitmachweb einreiht. Dass aber deutlich mehr dahinter steckt als ein kurzlebiger Modetrend, das habe ich in einem Artikel zum Enterprise 2.0 auf Manager Magazin online beleuchtet. Die darin skizzierten Grundlinien ließen sich durchaus auch auf die Welt der alten und neuen Banken übertragen, sofern diese bereit sind, sich dem offenen Dialog über ihre Produkte zu stellen: 

Führung 2.0 und der intelligente Schwarm

Mit Hilfe von Web-2.0-Technologien soll das klassische Unternehmen zum Enterprise 2.0 mutieren. Doch ganz so simpel funktioniert die kollektive Glücksformel nicht. Dem CIO fällt dabei die komplexe Aufgabe zu, im Management die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu schließen.

Quelle:

http://www.manager-magazin.de/it/cio-spezial/0,2828,513549,00.html

Written by lochmaier

Juli 2, 2009 at 6:50 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Wimbledon: Spiel, Satz und Sieg für die Royal Bank of Scotland

leave a comment »

Gleich um 14 Uhr tritt im Viertelfinale Tommy Haas gegen Novak Djokovic an. Nicht dass ich übermäßig lokalpatriotisch veranlagt bin – aber als nicht in einer festen Büroorganisation positionierter Freiberufler ist man ab und an in der Versuchung,  sich eines der spannenden Matches auf den alt ehrwürdigen Centre Courts in Wimbledon anzuschauen.  Man lernt viel fürs Leben über Tempo, Timing und den Überraschungsmoment bei der Netzattacke. Und wie man auch nach Niederlagen noch lächeln kann.

Den Glücksbonus, selbst als Verlierer wie ein Sieger zu wirken, hat jetzt eindeutig die Royal Bank of Scotland (RBS) auf ihrer Seite. Wir erinnern uns, das ist doch eines jener weltweit größten  Bankinstitute, die tief  in die Krise des Kreditverbriefungslabyrinths verstrickt sind. Die britische Daily Mail berichtet nun, dass die Steuerzahler rund 300 Mio. britische Pfund dafür berappen, in Wimbledon die VIP-Suite der RBS in einem Top-Zustand zu erhalten. Die Summe klingt leicht übertrieben, aber lesen Sie selbst:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1196294/Pictured-The-hidden-300k-RBS-Wimbledon- suite-funded-taxpayers.html

Neben einigen netten Bildern, wie sich Rasentennis wirklich genießen lässt, ist die pikante Botschaft die:

„Meanwhile the taxpayers who bailed out the stricken bank to the tune of £20billion – swelter outside at the tennis tournament on the hottest day of the year.“

Fazit: Als es vor der Wirtschaftskrise allen einigermaßen gut ging, hätte sich über die gesponserte Tennislounge wohl kaum jemand beschwert. Und natürlich beinhaltet diese Meldung auch eine gewisse Polemik, neudeutsch als „Bankenbashing“ (Schandmäuler ziehen über Banken her) bezeichnet.

Aber angesichts von Massenentlassungen in Großbritannien sind solche indirekten steuerlichen Absetzbarkeiten von exklusiven Privilegien gesamtgesellschaftlich mehr denn je fraglich. Aber von außen – jetzt inkognito ohne großes Namensschild in der RBS-Lounge – lässt sich ein Tennisspiel am besten goutieren, natürlich ohne allzu viel eigenen Schweiß zu vergießen.

Written by lochmaier

Juli 1, 2009 at 11:55 am

Veröffentlicht in Uncategorized

Betriebsblind: Warum das „reale“ Risikomanagement unbeherrschbar bleibt

with one comment

Wer sich für die Untiefen von mathematischen Risikomanagement-Systemen interessiert, der könnte sich vielleicht für folgenden Artikel interessieren, den ich auf der Online-Plattform Heise Telepolis veröffentlicht habe. Er ist zwar schon einige Monate alt, hat aber nichts von seiner Aktualität eingebüßt:

Wie teuer ist der „Finanzmarkt-Tsunami“ für die Umwelt?

Lothar Lochmaier

Mathematische Modelle zur Risikoanalyse der Finanzkrise und ihre Auswirkungen

Wie ein immer wieder kehrender Tsunami fegt die Finanzkrise durch die globalisierte Welt. Sie degradiert die reale Wirtschaft zum Statisten, zum Boomerang von spielerisch eingesetzten Börsenhebeln. Wie viel ist ein Unternehmen heute noch wert? Diese Bewertung kann sich im derzeitigen Vabanque – ein Spiel, sinngemäß übersetzt mit „es gilt die Bank“ – schon binnen von Minuten oder Sekunden wieder drehen. Opfern wir die Bemühungen um eine Eindämmung der Folgen des Klimawandels auf dem Scheiterhaufen, den die Finanzmarktindustrie hinterlassen hat?

Hier gehts zum Artikel:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29363/1.html

 

Written by lochmaier

Juli 1, 2009 at 7:03 am

Veröffentlicht in Uncategorized