Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Wimbledon: Spiel, Satz und Sieg für die Royal Bank of Scotland

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Gleich um 14 Uhr tritt im Viertelfinale Tommy Haas gegen Novak Djokovic an. Nicht dass ich übermäßig lokalpatriotisch veranlagt bin – aber als nicht in einer festen Büroorganisation positionierter Freiberufler ist man ab und an in der Versuchung,  sich eines der spannenden Matches auf den alt ehrwürdigen Centre Courts in Wimbledon anzuschauen.  Man lernt viel fürs Leben über Tempo, Timing und den Überraschungsmoment bei der Netzattacke. Und wie man auch nach Niederlagen noch lächeln kann.

Den Glücksbonus, selbst als Verlierer wie ein Sieger zu wirken, hat jetzt eindeutig die Royal Bank of Scotland (RBS) auf ihrer Seite. Wir erinnern uns, das ist doch eines jener weltweit größten  Bankinstitute, die tief  in die Krise des Kreditverbriefungslabyrinths verstrickt sind. Die britische Daily Mail berichtet nun, dass die Steuerzahler rund 300 Mio. britische Pfund dafür berappen, in Wimbledon die VIP-Suite der RBS in einem Top-Zustand zu erhalten. Die Summe klingt leicht übertrieben, aber lesen Sie selbst:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1196294/Pictured-The-hidden-300k-RBS-Wimbledon- suite-funded-taxpayers.html

Neben einigen netten Bildern, wie sich Rasentennis wirklich genießen lässt, ist die pikante Botschaft die:

„Meanwhile the taxpayers who bailed out the stricken bank to the tune of £20billion – swelter outside at the tennis tournament on the hottest day of the year.“

Fazit: Als es vor der Wirtschaftskrise allen einigermaßen gut ging, hätte sich über die gesponserte Tennislounge wohl kaum jemand beschwert. Und natürlich beinhaltet diese Meldung auch eine gewisse Polemik, neudeutsch als „Bankenbashing“ (Schandmäuler ziehen über Banken her) bezeichnet.

Aber angesichts von Massenentlassungen in Großbritannien sind solche indirekten steuerlichen Absetzbarkeiten von exklusiven Privilegien gesamtgesellschaftlich mehr denn je fraglich. Aber von außen – jetzt inkognito ohne großes Namensschild in der RBS-Lounge – lässt sich ein Tennisspiel am besten goutieren, natürlich ohne allzu viel eigenen Schweiß zu vergießen.

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Written by lochmaier

Juli 1, 2009 um 11:55 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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