Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Wüstenrot: Auf diese Steine können sie nicht bauen

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Im Handelsblatt, das sich kurzfristig zum Verbraucherrschutzorgan für geschädigte Bankkunden entwickelt hat, tobt eine scharfe öffentliche Kontroverse – nein, dieses Mal nicht um die skandalträchtige Deutsche Bank, bei der mancher Chef unbedacht zum Telefon greift. Hier geht es um den ganz alltäglichen Wahnsinn in den deutschen Beraterstuben. Am Beispiel der Bausparkasse Wüstenrot.

Der Vorgang an sich ist nichts Neues: Schon vor Jahren erhielt ich und viele andere Bekannte Schreiben von Bausparkassen, die die Kunden dazu drängten, ihre alten Bausparverträge aufzulösen und in andere mit schlechteren Konditionen umzuschichten. Davon profitiert bekanntlich nur einer: Der Anbieter und nicht der Kunde. Einige dieser nicht ganz so netten Schreiben habe ich noch heute in meinem Archiv und werde sie zu gegebener Zeit noch auf diesem Blog publizieren.

Wer mehr zum Hintergrund der aktuellen Kontroverse erfahren möchte, dem seien diese Artikel empfohlen:

HB: Bausparen bei Wüstenrot: “Das ist Kundenverrat”

HB: Das ist der Gipfel der Verlogenheit

HB: Was der Verbraucherschützer Sparern rät

HB: Häuslebauer – Gefangen in der Zinsfalle

Fazit: Einerseits ist klar, wer zu einem Zeitpunkt X einen Bausparvertrag abschließt, muss sich über die Konsequenzen der Konditionen im Klaren sein, wenn er sich fixiert. Dass die Bausparkasse kein Interesse daran hat, hier hohe Sondertilgungen einzuräumen, die den Gewinn schmälert, ist auch offensichtlich.

Man kann den Kunden hier ebenso wenig aus der Verantwortung entlassen wie die Bank. Zum anderen aber liegt das ganze Ausmaß der Kundenirreführung seit Jahren auf dem Tisch. Nur ändern wird sich daran wenig, ob mit oder ohne staatlicher Regulierung.

Deshalb setze ich auf alternative Finanzkonzepte, die deutlich stärker von den Kunden her mitgestaltet sind, mit klar nachvollziehbaren Kriterien und Abläufen. Manche werden sagen, “Social Banking” ist ein Widerspruch in sich, mag sein.

Aber trotzdem werden sich hier, vom gesellschaftlichen und technologischen Wandel in den kommenden Jahren unterstützt, zarte Pflänzchen heraus bilden, die zeigen, dass es neben der Abzocke der Massen auch Raum für nachhaltigere Finanzmodelle gibt. Denn einige Kunden und vereinzelt sogar “Finanzberater” sind schlicht nicht mehr bereit, das alte Spiel mitzuspielen.   


 

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Written by lochmaier

Dezember 19, 2012 at 11:07 vormittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

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  1. […] Da wo z.B. Banken weiter machen wollen wie bisher, reagieren Blogger wie z.B. Lothar Lochmeier in diesem Artikel und vor allem junge Unternehmer, welche alternative Finanzunternehmen und -produkte auf den Markt […]


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