Eurokrise: Der Mensch wächst mit seinen Ausgaben
Laut einer Umfrage der ING würde die Mehrheit dem Deutschen ihrem Staat kein Geld leihen, berichtet Fondsprofessionell. Das ist schade, aber begreiflich. Denn bekanntlich wächst der Mensch mit seinen Ausgaben, pardon Aufgaben. Wie aber soll der Normalanleger durch die Eurokrise hindurch navigieren?
Jedes fünfte deutsche Erbe liegt über 100.000 Euro. Die Deutschen haben 4,7 Billionen Euro in Geldwerten gebunkert – und nochmal die selbe Summe in Sachwerten. Da könnte doch jeder 10 Prozent abgeben, und schon hätten wir die Eurokrise fast gemeistert. Nein, das ist natürlich kein Ausweg aus der Philosophie “mehr ausgeben als einnehmen”.
Meine persönlichen Grundregeln lauten (Ausnahmen bestätigen die Regel):
Erstens: Mehr einnehmen als ausgeben. Zweitens: Investieren, statt konsumieren und kompensieren. Drittens: Versuchen die Regel 1 und 2 einzuhalten. Bonus Track: Trotzdem im Hier und Jetzt bewusst leben. Und noch ein kleiner Zusatzhinweis: Kredite spielen in meinen Überlegungen praktisch keine Rolle, weil sie den natürlichen Fluss des Lebens eher eingrenzen, es sei denn, sie dienen klar umrissenen unternehmerischen Zielen.
Das Blut im Körper zirkuliert bekanntlich nur, wenn frisches nachkommt. Beim Geld ist es nicht ganz so, wer schlechtes Geld schlecht angelegten Investitionen hinterher wirft, schmeißt es doppelt und dreifach zum Fenster raus. Was sollen die Anleger tun, eigentlich nur eines, wenn etwas Geld vorhanden ist, diversifizieren, breiter streuen.
Aber auch das ist keine Gewähr, sicher durch die Krise zu kommen. Wir werden gute Nerven brauchen, wenn der Mensch mit seinen oder den Ausgaben des Staates und der Banken weiter wächst.
Horchen wir deshalb mal auf die nächste Generation, die es ausbaden darf. Hier erklärt die kanadische Schülerin Victoria Grant auf einem Fachkongress des Public Banking Institutes via Youtube in wenigen Minuten eindrücklich die Schuldenproblematik. Und diesem Statement der “nachwachsenden Rohstoffe” gibt es nun wirklich nichts mehr hinzuzufügen.

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Kleine Presseschau vom 4. Juni 2012 | Die Börsenblogger
Juni 4, 2012 um 12:07 nachmittags