Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Archive for Juli 2010

Die Bank sind wir: Die besten Zitate aus dem Buch (3)

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Das Geschäft mit dem Privatkunden stellt aus Sicht der Geldinstitute nur einen Randbereich dar. Ungleich größere Gewinne verspricht das Investmentbanking und Agieren in hochdynamischen Kapitalmärkten. Es scheint, dass sich die träge Masse der durchschnittlichen Anleger beliebig auf dem Schachbrett hin und her navigieren lässt. In den Bankfilialen hat sich eine lähmende Stimmung breit gemacht, zwischen dem eigenen Anspruch, kundenfreundlich zu sein, und einer flächendeckend mangelhaften Beratungsqualität.

Quelle: Social Banking 2.0

Written by lochmaier

Juli 29, 2010 at 1:54 nachmittags

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Noa Bank: Geschäftsmodell vor der Zerreißprobe

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Die Noa Bank habe das Vertrauen der Anleger nicht mehr verdient, geht die Wirtschaftswoche heute mittag hart ins Gericht mit dem im November 2009 gestarteten Newcomer. Eine kleine Auswahl der aktuellen Presseartikel:

http://www.welt.de/die-welt/finanzen/article8703246/Der-Kampf-der-Noa-Bank-gegen-dunkle-Maechte.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,708884,00.html

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:finanzaufsicht-ba-fin-geschaeftsverbot-fuer-die-noa-bank/50149615.html

Etwas verhaltener – gleichwohl auch durchaus kritisch – bilanziert Dirk Elsner vom Blicklog das aktuelle Geschehen, nachzulesen hier auf sharewise.com - um eine Bank, die es mit der Transparenz wie schon in meinem letzten Blogeintrag skizziert, nicht mehr so genau nahm, wie es der eigene selbst gesteckte Anspruch vermuten ließ.

Weitere Blogger beleuchten das Thema, so etwa auf  Carta. Es ist jetzt nicht die Zeit für blinde ungesicherte Spekulationen. Denn im Moment ist das Geschehen aus der Außensicht schwer einzuschätzen und zu kommentieren. Viele Protagonisten drehen am Rad.

Aber dass die jetzige Nagelprobe eine für die Seriösität des gesamten Geschäftsmodells der Noa Bank darstellt – das liegt auf der Hand.

Kurzum: Allzu viele selbst gestrickte Managementfehler – abgesehen vom äußeren Druck – darf sich der Newcomer nicht mehr leisten, sonst sortieren  die Kunden das Institut getreu dem Motto “Die Bank sind wir” aus der Riege der Innovatoren im neuen Marktsegment von Social Banking wieder aus.

Written by lochmaier

Juli 29, 2010 at 1:43 nachmittags

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Die Bank sind wir: Die besten Zitate aus dem Buch (2)

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Wann haben Sie als Kunde das letzte Mal bei ihrem Geldinstitut von einer qualifizierten Beratung profitiert? Oder anders gefragt: Tragen Banken noch dazu dabei, unser Erspartes zu sichern, werthaltig zu investieren und wenigstens ein bisschen zu vermehren? Können Unternehmen aus Wirtschaft und Industrie mithilfe der Finanzindustrie damit rechnen, produktive Ideen in die Tat umsetzen?

Quelle: Social Banking 2.0

Written by lochmaier

Juli 22, 2010 at 8:13 vormittags

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Bankberatung: Kunde berät und verkauft sich besser selbst

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Die Ergebnisse der Stiftung Warentest sind eindeutig – und gleichwohl wenig überraschend. Die Banken berieten die Kunden auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Es habe sich so gut wie nichts durch das gesetzlich vorgeschriebene Beratungsprotokoll geändert, bilanziert das Handelsblatt:

Man könne sich einfach nicht auf einen Bankberater verlassen, erklärte der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), Gerd Billen. Nach diesem Test entpuppten sich die öffentlichen Bekundungen der Banken, ihre Prozesse verbessert und sich dem Ziel einer langfristigen Kundenbindung verschrieben zu haben, als leere Worthülsen.

Das Resumee der Zeitschrift Finanztest: “Das Ergebnis dieser und der vergangenen Untersuchung ist eindeutig: Sie können sich nicht einfach auf einen Bankberater verlassen”. Kunden sollten daher selber aktiv werden, etwa mehrere Beratungsgespräche führen und die Anlagevorschläge vergleichen.

Quelle: handelsblatt.com

Wo liegen die Alternativen, außer sich am besten gleich nur und ausschließlich selbst zu beraten, und die Anlageentscheidungen in die eigenen Hände zu nehmen? So weiß man oder frau wenigstens, wem er oder sie die Schuld geben kann, wenn es mal schlecht läuft mit der Geldvermehrung. 

Wie sieht es mit anderen Alternativen aus? Dem neuen “grün-sozialen” Trend auf den Zahn fühlt Anette Rehm vom Internetportal geldmagazin.de – sie greift dabei auch auf einige Ergebnisse meines Buches “Die Bank sind wir” zurück. Die Expertin für die wa(h)re “Kundenfreundlichkeit” titelt folgerichtig:

Nachhaltig, ethisch, ökologisch wird salonfähig 

Zwar haben diese Banken und Finanzdienstleister seit Beginn der Finanzkrise immer stärkeren Zulauf. Im Vergleich zu den Kundenzahlen großer Banken (Deutsche Bank, ING DiBa u.a.) und Sparkassen sind die Kundenstämme aber noch überschaubar. Woran liegt es?

“Dies dürfte sich unter dem Einfluss eines gesellschaftlichen Umdenkens in Richtung nachhaltiges Wirtschaften allmählich ändern, vorausgesetzt die nachhaltigen Institute öffnen sich selbst stärker undogmatischen Zielgruppen, die eine ökologische Orientierung der Geldanlage zwar befürworten, jedoch nicht um den Preis von schlechteren Konditionen und höheren Gebühren.” So bringt es Lothar Lochmaier, Experte Social Banking, auf den Punkt.

Anders ausgedrückt: Der Preis muss auch stimmen!   

Quelle: geld-magazin.de

Ach ja – fast hätte ich diesen kleinen Hinweis noch vergessen, den die Börsenzeitung in einem (offline) recht ausführlichen Artikel für die Insider aus der Branche gerne weiter reicht. Vielleicht hat diese News irgendwann ja mal “Börsenrelevanz” – und dann hätte sich auch die zweifelhafte Sache mit den Anlageprotokollen erledigt. Die Quintessenz fasst die Überschrift zusammen:

In der Bank der Zukunft hat der Kunde das Sagen

 

Written by lochmaier

Juli 22, 2010 at 8:07 vormittags

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Die Bank sind wir: Die besten Zitate aus dem Buch (1)

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Über den Sommer hinweg drosselt dieses Weblog seine aktuelle Berichterstattung – und es gibt stattdessen einige Anregungen zum Nachdenken. Und zwar kommen aus Sicht des Autors einige interessante Gedankensplitter aus der gerade im Mai erschienenen Publikation “Die Bank sind wir” zum Einsatz.

In unregelmäßiger Reihenfolge erhalten die Leser somit nicht nur einige geistige Häppchen zum Anregen, sondern auch kurze Zitate, die aus Sicht des Autors den gelben Marker besonders verdienen.  Hier das erste Zitat:

Schließlich gibt es nur eine Zukunft für  Social Banking, wenn viele Gärtner gemeinsam kleine Pflänzchen großziehen, statt als Jäger sich ausschließlich von der Renditementalität treiben lassen.

Quelle: Social Banking 2.0

Übrigens: Gärtnern und Rendite muss sich nicht ausschließen, jedoch sollten die Karten offen auf dem Tisch liegen, um nicht neue potemkinsche Dörfer für die Welt zu inszenieren. Hier eine musikalisch kreative Version der Balagan Band zum “Schlachtschiff Potemkin”:

Written by lochmaier

Juli 19, 2010 at 7:07 vormittags

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Finanzberater(in): Wie virtuell kann und darf er/sie denn sein?

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“Virtuelle Berater eröffnen Banken die Möglichkeiten, ihre selbst gesteckten Ziele im Kundenmanagement schnell und effektiv umzusetzen”, so suggeriert es uns jedenfalls eine werblich gehaltene Presseinformation des Dienstleisters The Selfservice Company, der verstärkt auf Social Software Lösungen setzt, statt auf reale Finanzberater (denen manche vielleicht noch weniger vertrauen als dem virtuellen Avatar, den aber leider auch keiner wirklich greifen kann, wenn die Heilsversprechen der sicheren und gleichzeitig renditestarken Geldanlage sich meist als Luftblase erweisen).  

Gehen wir der Sache mit dem virtuellen Finanzberater einmal kurz auf den Grund, einige Schlüsselbotschaften:

Die Arbeit des virtuellen Beraters beschränkt sich dabei durchaus nicht nur auf die Beantwortung von Fragen. Er kann auch auf Basis einer Klick-Analyse oder einer bereits gestellten Frage neue Produkte anbieten. Und er beweist echte Business Intelligence: Ein virtueller Berater der neuen Generation liefert die Fragen der Kunden Schwarz auf Weiß, enthüllt deren Sorgen und Nöte oder zeigt, wie sie auf Marketingkampagne reagieren. Gibt es einmal mehr Gesprächsbedarf übergibt der Virtuelle Berater gemäß der festgelegten Business Rules den laufenden Dialog in einen Live- Chat mit dem Servicecenter oder bietet einen Rückruf an. Der Dialog kann so nahtlos von realen Mitarbeitern fortgesetzt werden! Mit einem virtuellen Mitarbeiter bekommt Ihre Webseite ein Gesicht und der Kundendialog beginnt ohne jeden Medienbruch. Vertrauen und Kundenzufriedenheit steigen messbar.

Quelle: The Selfservice Company

Fazit: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der hippe Finanzavatar die Probleme der Branche löst, nämlich dem Kunden (online wie offline) vor, während – und nach der Beratung reinen Wein einzuschenken. Einen etwas anderen Lösungsansatz in Richtung effizientere Beratung verfolgt Dienstleister myprivatebanking, der in einer Presseinformation folgendes verlauten lässt:

Kunden von Vermögensverwaltern können über eine Reduktion ihrer Gebühren die langfristige Rendite ihrer Anlagen erheblich steigern. Ein Kunde der seinem Anlageberater heute 2-3% der Anlagesumme pro Jahr an direkten und indirekten Gebühren zahlt und diese Kosten halbiert, kann seinen Anlageerfolg nach 20 Jahren um mehr als 25% erhöhen. Ein neuer Service von MyPrivateBanking, einem unabhängigen Berater von Vermögensverwaltungskunden, unterstützt Kunden von Vermögensverwaltern bei der vollen Ausschöpfung dieser Potentiale für Kostensenkungen und den Verhandlungen der Gebühren.

Genauer anschauen kann man sich dieses Geschäftsmodell einschließlich einiger Graphiken hier.

Nun fragt man sich am Ende als Kunde, wo eigentlich die guten Produkte herkommen sollen, die einen Vermögensberater, gleich ob “unabhängig”, individuell, virtuell – oder sonst irgendwie artifiziell auf Leistung und Modernität getunt, überhaupt noch rechtfertigen. Denn die Branche treibt ja immer neue Varianten in den Massenmarkt, so sollen etwa jetzt Exchange Traded Funds (ETF’s) für Privatinvestoren mächtig in Mode kommen, berichtet dasinvestment.com:

Gerade die als schwierig geltenden Privatkunden könnten mit der Einführung von neuen Richtlinien für die unabhängige Kundenberatung in Großbritannien (Retail Distribution Review der FSA) einen weiteren Wachstumsschub für die ETF-Industrie in Gang bringen. Denn die Bank von England sieht ETFs, trotz der von ihr aufgezeigten Risiken in diesen Produkten, als geeignete Instrumente für Privatanleger.  

Im Klartext: Wenn beim Leistungspaket individuelles Wealth Management am Ende nur “Mass customization” drin ist, jedoch die Gebühren extraordinär “individuell” (überzogen) sind, dann zahlt am Ende der Kunde die Zeche. Da empfiehlt es sich doch für den aufgeklärten Teil der Anlegerschaft, die Dinge auch selbst in eigener Regie zu behalten.

Im Zweifelsfall ist es dem Vermögensberater nämlich, so die posthume Begründung bei einem kleinen Fehlschlag, nicht gelungen, den Markt zu treffen oder zu schlagen, aber das sei ja nun wirklich nicht sein Problem, so der elegante Nebensatz. Er hat ja zuvor in seinem Beratungsprotokoll über alle Risiken (und natürlich vor allem Chancen) intensiv aufgeklärt.

Deshalb basteln sich Finanzberater aus einem kleinen Schmuckkästchen heute selbst ganz individuell, so darf man dem Artikel auf dasinvestment.com entnehmen, ihren kleinen Zertifikate-Kasten zusammen, mit dem sie Kunden später zuhause (oder vor dem Rechner) beglücken.

Wohl dem, der manchmal nicht zu Hause ist, oder den Ausschalt-Knopf am PC noch rechtzeitig findet. Oder habe ich jetzt das bahn brechende Marktpotenzial des virtuellen Finanzberaters übersehen? Dann muss ich mir jetzt wohl das folgende (nicht ganz echte) Videoclip zum Hollywood Blockbuster Avatar anschauen:

Written by lochmaier

Juli 15, 2010 at 7:47 vormittags

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Unbank now! Kreativwettbewerb zum Mitmachen

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Gesucht wird in einer etwas eigenwilligen Stellenausschreibung von The Financial Brand ein Vice President Unbanking – eigentlich keine schlechte Idee, würde jetzt vielleicht Boris Janek von Finance 2.0 sagen, der diesen Begriff ja für die (Un)Tätigkeit einer ganzen Branche gelegentlich benutzt.

Lassen wir uns also auf das Gedankenexperiment “Unbanking” ein – hier gehts zum Wettbewerb, bei dem man sogar ein eigenes Video einreichen kann. Dahinter scheint sich allerdings mehr als ein reiner Marketinggag zu verbergen, denn die Kampagne wird schließlich von der Connexx Credit Union veranstaltet, also keiner reinen Spaßtruppe, die mit dem Bankgeschäft überhaupt gar nichts am Hut hat.

Wie kann man mitmachen? 

Next, we’ve got a challenge for you. Send us a brief video explaining why you should be the Vice President of Unbanking. What is it about traditional banking you don’t like? What makes credit unions different than banks? Would you rather share your profits with shareholders, or have a say in how your money is managed? These are a few ideas to get you started. Get our attention and remember, be creative and have fun with it. Best of luck – we can’t wait to see it!

Hier noch einige weitere Details zu dieser etwas realkabarettistisch anmutenden Stellenausschreibung eines “Unbanking Managers”, der aber bekanntlich im Zuschnitt des Qualifikationsprofils als “Vice President” nur repräsentieren soll, statt die Zukunft mitgestalten:

The successful candidate will get unique experience in a real marketing environment while getting paid and earning college credits. The VP of Unbanking will help “tell the world all of the great things about Connex and what it means to ‘Unbank.’” The duration of the internship is not specified. 

Mehr Infos und weitere Erklärvideos zu dieser Kampagne gibt es hier:

http://thefinancialbrand.com/12501/connex-vice-president-of-unbanking/

 

Written by lochmaier

Juli 14, 2010 at 7:34 vormittags

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