Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

Archive for Oktober 2009

Elektrischer Reporter: Beim Geld fängt die Freundschaft an

leave a comment »

Der für Handelsblatt und andere Medien tätige Elektrische Reporter Mario Sixtus hat heute ein Video eingestellt, das direkt auf die Peer-to-Peer-Kreditbörsen eingeht. Aufwändig gemacht und deshalb empfehlenswert:

Elektrischer Reporter – P2P-Kredite: Mit Geld beginnt die Freundschaft

Kurzinfo vom Elektrischen Reporter dazu: 

Wer einen Kredit braucht, geht zur Bank, fragt einen Freund oder – wendet sich ein andere Nutzer im Internet. Online-Plattformen für so genannte P2P-Kredite wollen sich als Alternative zum Bankkredit etablieren. Wie eine Mischung aus Ebay und Facebook organisieren sie einen Marktplatz für Geld, auf dem Kreditwünsche und Anlagegelder – von “Person to Person” (P2P) – zusammengeführt werden.

Neben harten Bonitätskriterien und dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, bestimmen auch weiche Faktoren wie persönliche Profile oder die Beschreibung der geplanten Kreditverwendung den Zinssatz. Der Elektrische Reporter erklärt, wie die Sache mit dem geliehenes Geld aus dem Web funktioniert und untersucht, ob Anbieter wie Smava, Prosper oder Zopa den Banken wirklich gefährlich werden können.

> Wer neugierig geworden ist, ob derartige Peer-to-Peer-Plattformen nur ein laues Lüftchen und nicht mal einen nennenswerten Störfaktor im übergreifenden Räderwerk der Finanzindustrie darstellen – oder doch mehr -, dem empfehle ich zum einen das Essay von Rainer Lenz zum “Neustart des Finanzsystems” im Handelsblatt:

http://www.handelsblatt.com/politik/gastbeitraege/das-finanzsystem-braucht-einen-neustart;2443326

… und meinen Weblog-Eintrag vom September:
http://lochmaier.wordpress.com/2009/09/17/umbruch-wie-das-mitmachweb-die-bankbilanzen-bedroht

Written by lochmaier

Oktober 30, 2009 at 11:46 vormittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Just for fun? Kinder spielen Bankenkrise nach

leave a comment »

Warum sollten Kinder die Finanzkrise nicht einfach mal nachspielen, sie verstehen sowieso besser, wie unsere Welt tickt. Zumindest ganz kleine Nachkömmlinge müssen nämlich nicht wie die Erwachsenen nachdenken, bevor sie sich entscheiden, ob sie die Wahrheit sagen oder lügen. Deshalb hier der ultimative “jugendfreie” Bildungstipp für alle Erwachsenen: Einfach mal auf Youtube, so wie es bereits 20.000 andere Nutzer getan haben, die Bankenkrise nachspielen, ganz risikofrei:

Written by lochmaier

Oktober 30, 2009 at 8:34 vormittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Bankenadel: Finanzindustrie arbeitet gegen Realökonomie

leave a comment »

Die Geldparty hat nie aufgehört – oder wie es Banker im Frankfurter Börsenviertel mit neuer und alter Sektlaune gerne ausdrücken: Stell dir vor, es ist Finanzkrise – und keiner geht hin. Das Motto stimmt allerdings nur für die Kaste der Bankadligen, die wie weiland die französischen Sonnenkönige vor der Revolution 1789 über der Gesellschaft thronen. Der Rest der Gesellschaft, vor allem die so genannte Realökonomie, wird von der Kreditklemme “heimgesucht” – sie dürfen die Rechnung der sektlaunigen Partygesellschaft mitbezahlen:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wirtschaftsminister-bruederle-greift-banken-an;2475819

Die Banken hätten ja eigentlich eine dienende Funktion, nämlich die Realwirtschaft zu stützen oder zu versorgen – aber wenn man durch andere Finanzdeals besseres Geld verdient, ohne es in die krisen geschüttelten Unternehmen zu investieren, warum nicht? Dieses Fazit zieht eine aufschlussreiche Videodokumentation auf Spiegel online:

http://www.spiegel.de/video/video-1028571.html

Fazit: Kurzfristig mag sich diese Denke für einige Spieler rechnen, die die Mauern ihrer Paläste allerdings vielleicht etwas höher ziehen sollten. Aber mittelfristig, und das heißt bald, gehen die Signale  in die falsche Richtung: Das wird alternativen Bankmodellen Auftrieb verleihen, und neue Geldkreisläufe nach dem Genossenschaftsprinzip 2.0 schaffen und die Spielregeln werden sich verändern:

http://lochmaier.wordpress.com/2009/10/27/enterprise-2-0-genossenschaften-made-by-digital-natives/

 

 

 

Written by lochmaier

Oktober 30, 2009 at 8:09 vormittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Female Banking: Die Zukunft des Geldes ist (auch) weiblich

leave a comment »

Heute gibt es für jede Zielgruppe ein passendes Produkt – warum nicht auch bei Banken? Aber diese Nachricht ist doch mehr als eine Randnotiz – denn die Zukunft von (Social) Banking ist auch weiblich geprägt, aber ohne die entsprechenden Klischees, die damit manche Platzhirsche jetzt immer noch verbinden.

Warum nicht: Kürzlich sagte ein führender Wirtschaftslenker, Frauen dürfen genau so viele Fehler machen, wie das angeblich bessere Geschlecht. So kann man es auch geschickt ausdrücken, um sich wie ein Aal im bunten Fischteich zu winden.

Mal im Klartext: Es geht nicht drum, wer von den beiden Spezies nun die besseren Manager und Menschen sind, sondern es geht “nur” um die nackte Gleichberechtigung.  Und die ist nun mal, da Frauen auch in der Finanzindustrie – börsentechnisch ausgedrückt – chronisch unterbewertet sind, nur dadurch herzustellen, dass einflußreiche weibliche Wirtschaftskapitäne damit beginnen, die Spielregeln zu verändern.

Bislang gab es allerdings wenig Freude, diese neuen Spielreglen irgendwo geographisch zu besichtigen – abgesehen von einigen wenigen rühmlichen Ausnahmen, die ich in früheren Weblog-Einträgen schon mal beleuchtet habe: 

http://lochmaier.wordpress.com/2009/10/08/finanzbosse-nachhaltige-frauenpower-ersetzt-schnoden-mammon/

http://lochmaier.wordpress.com/2009/08/25/management-2-0-ist-die-zukunft-von-social-banking-weiblich/

Aufhorchen lässt jetzt aber folgende “börsenrelevante” Nachricht, die Guardian und dann auch Spiegel online gestern veröffentlich haben – demnach investiert jetzt eine Schweizer Bank nur in Unternehmen, bei denen Frauen im gleichberechtigten Quotenverhältnis an der Spitze stehen. 

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,657714,00.html

http://www.guardian.co.uk/business/2009/oct/26/investment-fund-women-executives

Zugegeben – die Idee eines auf die weibliche Führungsetage zugeschnittenen Fondsprodukts (immerhin mit einem bis Jahresende prognostizierten Volumen von rund 200 Millionen Dollar), sie erscheint einerseits auf den ersten Blick etwas populistisch und marktschreierisch, mögen jetzt einige Kritiker sofort den (meist männlichen) Zeigefinger heben. 

Aber auf der anderen Seite gibt’s auch ein ungläubiges Raunen auf den bislang unbeteiligten Rängen weit weg vom eigentlichen Spielfeld: Wie soll man denn als strukturell benachteiligte weibliche Spezies bitte schön die Spielregeln ändern, wenn man sie gar nicht direkt beeinflussen kann.  

Einfache Antwort: Indem man neue Spielregeln schafft, und da ist das mit prominenter Unterstützung gestartete Projekt eine von vielen spannenden Nuancen, die sich im neuen Markt für Dienstleistungen rund ums Social Banking bilden.

Schirmherrinnen des Fonds sind immerhin Cherie Blair, Gattin des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair, Kim Campbell und Jenny Shipley, ehemalige Regierungschefinnen aus Kanada und Neuseeland. Die Schweizer Bank Naissance Capital hat das Projekt gestartet – und erhofft sich sicherlich einen kleinen Werbeeffekt im eigenen Bekanntheitsgrad und in der Bildung des guten Rufs.

Wir sollten also die Frauen nicht gleich zum supranationalen Rettungsprogramm aus der Krise in der Weltwirtschaft ausrufen, aber Waffengleichheit wäre Pflichtprogramm, zumal Frauen eine zunehmend gewichtige Kundenklientel in der Finanzwirtschaft darstellen – vielleicht überzeugt dieses Argument unsere Male Banker:

http://edition.cnn.com/2009/WORLD/asiapcf/10/25/intl.women.global.economy/

Trotz dem ganzen Hype – so oder so kommt ein Puzzleteil zum anderen – Wer sich jetzt noch die Mühe macht, den Beitrag der kürzlich ausgezeichneten ersten Ökonomie-Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom etwas genauer zu lesen, siehe mein Eintrag dazu:

http://lochmaier.wordpress.com/2009/10/13/nobelpreis-fur-wirtschaft-viele-augen-sehen-besser/

… bei dem klingelt es jetzt vielleicht, dass die Zukunft von Social Banking auch zu einem großen Teil weiblich geprägt sein dürfte, – was aber keine moralische Kategorie darstellt, sondern schlicht die Notwendigkeit ausdrückt, die Spielregeln in einer durch die bunte Vielfalt an Akteuren selbst vernetzten nachhaltigen Geldökonomie auf eine solidere Grundlage zu stellen. Artenvielfalt und Transparenz nach dem Motto viele Augen sehen mehr sind der Humus und gleichzeitig der Rettungsfallschirm im neuen Finanzsystem. 

http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/baut-mehr-radwege-411691/

Hier ohne weiteren Nachtisch einige wichtige Zitate aus dem Interview der Wirtschaftswoche mit Elinor Ostrom:

Ich glaube darum, unbürokratische Kontrolle ist unverzichtbar. Manche Kontrollsysteme sind aber sehr bürokratisch und tragen daher möglicherweise noch zusätzlich zu den Problemen bei. Wir müssen deshalb bessere Kontrollsysteme finden, die zudem sicherstellen, dass Sanktionen greifen, wenn jemand ein Versprechen oder eine Verpflichtung nicht erfüllt.

Aber der Finanzmarkt ist kein Gemüsemarkt. Wir sollten nicht die naive Vorstellung haben, da gibt es immer eine Angebots- und eine Nachfragekurve, und das wird immer funktionieren. Die Wissenschaft kann mit Komplexität umgehen, aber wenn wir versuchen, komplexe Zusammenhänge mit einfachen Modellen zu erklären, dann können wir mehr Schaden anrichten als Gutes tun.

Das Denken zurzeit ist, wenn wir unser Haus auf eine bestimmte Weise heizen, dann produziert das nur externe Auswirkungen für den Globus. Aber tatsächlich existieren, je nachdem wie wir das Haus heizen, positive und negative externe Auswirkungen auf viel mehr Ebenen. Wenn wir also denken, die Lösung kann nur eine globale sein, dann sitzen wir nur da und warten und warten und warten, und es wird schlimmer und schlimmer. Das wäre nicht klug. Wenn wir glauben, es gibt nur Kosten auf bestimmten Ebenen und keine positiven Effekte, dann haben wir ein Problem. Aber es gibt diese positiven Effekte, die durch Aktionen auf lokaler und regionaler Ebene erreicht werden können.

Schauen Sie nach Freiburg in Deutschland. Dort sind sie sehr aktiv mit dem Bau von Radwegen. Durch den reduzierten Verkehr ergaben sich mehrere positive Effekte auf lokaler Ebene. Die Familien fahren mehr Rad und sind gesünder. Sie geben zudem weniger Geld für Benzin aus. In der Stadt gibt es weniger Verschmutzung. In Kalifornien gibt es Darlehen, mit denen Hausbesitzer für eine bessere Isolierung ihrer Häuser sorgen können.

Das sind sinnvolle Investitionen, die sich langfristig auszahlen. Wenn wir nicht auch lokal und national auf solche positiven Wirkungen achten, dann haben wir die
Situation nicht vollständig erfasst. Besteuerung von Energieverbrauch, Begrenzungen von Emissionen, Anreize zum Energiesparen, das sind alles Ansätze, die wir bereits auf lokaler und nationaler Ebene verfolgen sollten.

Written by lochmaier

Oktober 29, 2009 at 1:32 nachmittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Vorsicht – Realsatire: Banker = Punker?

with one comment

Dass es durchaus unterschiedliche Formen von “Subkulturen” gibt, die sich “schnorrend” (sorry liebe Leute) an die Gesellschaft anhängen, ist bekannt. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise zählte man allerdings eine Gruppe bestimmt nicht dazu, die Banker, zumindest solange sie noch Bankiers waren.

Ein auch auf Youtube zugängliches Video hält nun einen kreativen neuen Blickwinkel bereit. Was haben Banker und Punker gemeinsam? Vieles: Denn beide Gruppen lebten für den Moment, pfiffen auf den Staat, ließen sich trotzdem von ihm aushalten, liebten teure Autos (die einen zum Fahren, die anderen zum Zerstören) und wehrten sich gegen staatliche Aufsicht – das verdeutlicht das NDR-Magazin Extra 3:  Banker = Punker oder anders gesagt: Vorsicht = bissige Realsatire.

Written by lochmaier

Oktober 29, 2009 at 10:23 vormittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Datenklau: Nach Banken rücken Versicherungen raus

leave a comment »

… Leider geben die Banken die Wahrheit immer nur in klein dosierten Scheibchen heraus, was sie mit den Kundendaten so alles anstellen. Nachdem uns schon AWD und Postbank in den letzten Tagen und Wochen mit ihren nicht ganz freiwillig abgegebenen Geständnissen beglückt haben, sind jetzt die Versicherungen dran.

http://www.ftd.de/unternehmen/versicherungen/:datenskandal-spitze-des-eisbergs-banken-nutzen-kontodaten-zum-verkauf-von-versicherungen/50029403.html

Es wäre ja toll, wenn Kontenauszüge dazu geprüft würden, um festzustellen, ob da etwas illegal abgebucht wurde. Aber die neuen AGB’s von Banken haben genau dies abgeschafft, jetzt muss der Kunde selbst sehen, wo er bleibt :

http://lochmaier.wordpress.com/2009/10/09/trickreiche-agbs-banken-andern-geschaftsbedingungen/

Da macht es doch viel mehr Spaß, sich am kreativen Datamining zu versuchen, und vorauszublicken, wofür der Kunde sein Geld demnächst verwendet – und ihm dann gleich das passende Angebot zu unterbreiten. Harmoser Anruf vom Berater genügt, mit der Frage verknüpft: Wie geht es Ihnen denn heute? – ich hätte da vielleicht was Interessantes für Sie, das Sie nicht ablehnen sollten.

Was die Vermittler alles so über Sie wissen, das beschreibt die Stiftung Warentest:

http://www.test.de/themen/geldanlage-banken/meldung/-Datenmissbrauch-durch-Postbank/1820303/1820303/

Das Problem: Es gibt nach einer Statistik vom BVK rund 250.000 freie Versicherungsvermittler in Deutschland. Hinzu kommen nochmal zig-tausende Finanzberater, wieviele das sind, das weiß  so genau keiner. Diese elegant gewandete Horde eines modernen Raubrittertums muss irgendwie beschäftigt und ernährt werden, um das Beste aus Ihnen herauszuholen, Ihr Geld! Denken Sie bitte auch an die Familien der Berater, auch die wollen schließlich ernährt werden, leider geschieht die mit unserer entgangenen Rendite.

 

 

 

Written by lochmaier

Oktober 29, 2009 at 8:45 vormittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Honorarberatung: Diskussion um Provisionsverbot geht am neuralgischen Punkt vorbei

leave a comment »

Wer sich die Diskussion um die Honorarberatung in der Bankenszene anschaut, findet derzeit jede Menge Anschauungsmaterial. Die Öffentlichkeit wird geradezu torpetiert mit Artikeln in der Finanz- und Wirtschaftspresse.

Jetzt hat sogar die Commerzbank über die angeschlossenen Direktbanken Cortal Consors bzw. Comdirect ein konkretes Preis-Leistungs-Modell angekündigt, mit dem sie die Kunden künftig beglücken will:

http://www.boerse-online.de/finanzen/aktuell/:Honorarberatung–Da-waren-es-schon-mal-drei/513562.html

So sieht das Modell laut Börse online konkret aus: Das Preismodell der Beratung besteht bei Comdirect aus zwei Komponenten: Zum einen zahlen Kunden 0,6 Prozent des Portfoliovolumens pro Jahr oder 0,05 Prozent pro Monat, mindestens werden 24,90 Euro pro Monat fällig. Hinzu kommt für jede Order – auch bei Fonds – die herkömmliche comdirect-Preisstaffel: Sie beträgt 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens, mindestens 9,90 Euro, maximal 59,90. Hinzukommen noch etwaige Fremdspesen. Wie bei Honorarmodellen üblich, bekommen Kunden sämtliche Vergütungen zurückerstattet, die die Bank von Produktanbietern erhält, etwa Bestandsprovisionen bei Fonds.

> Alles klar? Das klingt gut – aber wie ich schon in einem früheren Beitrag gezeigt habe – alles ist nur ein eleganter Verschiebebahnhof der Kosten vom einen Posten auf den anderen, bei dem der Kunde am Ende erneut draufzahlt.

Oder anders ausgedrückt: Es handelt sich um ein marketingtechnisches Blendwerk, bei dem ganz im Stile der bisherigen Produktdiktate von oben immer neue Nebelkerzen gezündet werden. Ein kreativer Methodenmix, der die Grenzlinie zwischen festen und variablen Gebühren verwischt.

Gibt es Alternativen? Und wenn ja, welche? Derzeit beackert als einziger neuer Spieler die Quirin Bank das Terrain der Honorarberatung konsequent. Ein Schritt in die richtige Richtung – siehe die ausgedehnte Werbekampagne gegen die Bundeskanzlerin Angela Merkel:

http://quirinnews.de/honorarberatung-weltweit-auf-dem-vormarsch/

In der Community sorgt derzeit vor allem diese Petition von Qurin-Bank-Chef Karl Mathäus Schmidt für reichlich Diskussionsstoff:

“Das Geschäftsmodell vieler Banken basiert darauf, ihren Kunden Produkte mit hohen Provisionen zu verkaufen, statt sie unabhängig, fair und transparent zu beraten. Der Anreiz, zum eigenen Vorteil zu handeln, ist systembedingt. Hohe Provisionen bedeuten hohe Einnahmen für die Bank, aber nicht zwingend für den Anleger. Ein Dilemma, das mit dem herkömmlichen Provisionsmodell nicht auflösbar ist.

Die Folgen: Banken machen auch dann Gewinn, wenn der Kunde Verluste erwirtschaftet. Diese Falschberatung verursacht nach einer Untersuchung des Bundesverbraucherschutzministeriums einen volkswirtschaftlichen Schaden von 30 Milliarden Euro pro Jahr. Das Provisionsmodell ist eine der wesentlichen Ursachen für die hohen Anlegerverluste, und es hat die aktuelle Finanzmarktkrise mit verursacht.

Unser Ziel: Der Gesetzgeber muss Schluss machen mit versteckten Gebühren und Provisionen im Privatkundengeschäft. So wird der Weg frei für ein transparentes Vergütungssystem und so kommen Bankkunden in den vollen Genuss ihrer erwirtschafteten Gewinne.

Nur auf diese Weise lässt sich das Vertrauen zwischen Kunden und ihren Banken zurückgewinnen und auf Dauer erhalten.

Deshalb appellieren wir an die neue Bundesregierung, Provisionen im Banksystem gesetzlich zu untersagen. Ähnlich, wie es die britische Finanzaufsicht FSA bereits 2012 in Großbritannien umsetzen wird.

Unterstützen Sie uns! Gemeinsam für ein faires und transparentes Banksystem in Deutschland! Unterzeichnen Sie unsere Petition an den Gesetzgeber.”

Andere Spieler in der neuen Szenerie rund ums Social Banking haben das Thema aufgegriffen, wie Fidor. Auf deren Community-Seiten gibt es einige interessante Kommentare zum “Provisionsverbot”:

http://community.fidor.de/geldfrage/597

Fazit: Sicherlich gibts zurecht viel Beifall für derartige Vorschläge – Nur leider: Ein Provisionsverbot ist so wenig realistisch wie die Umkehr der Beweislast in der Bankberatung. Die Welt wird nicht dadurch besser, indem wir uns virtuell eine andere zurecht biegen.

Ich fürchte also, die Diskussion geht am eigentlichen Problem vorbei. Auch Aufklärung bringt letztlich nicht weiter, wenn die Alternativen fehlen, denen die breite Masse vertrauen kann. Welches sind die spannenden Produkte hinter jeder Beratungsdientleistung, unabhängig davon, ob diese anhand von Provisionen oder fortlaufend honoriert wird?

Ein Blog-Leser von Social Banking 2.0 kommentiert das so: 

“Also ich habe mich für eine honorarberatung entschieden und bin eigentlich ganz zufrieden! Letztendlich verdient jeder Banker: ob nun mit festem Honorar oder über Ausgabeaufschläge (kann auch gern mal 5% vom vermögen sein), Verkaufsprovisionen (2-3%) und Kick-backs. Ich glaube preislich gibts dann im endeffekt keinen unterschied. aber wie die Qualität der Beratung war?! Da denke ich einfach mal an die vielen Lehman- und Zertifikate-Opfer…..”

Bilanzieren wir also kurz und knackig: Die Honorarberatung ist der Weg und die Brücke, und nicht das Ziel! So gesehen lautet mein Statement: “Pro-Vision” – Neu wäre etwas anderes, nämlich die Innovationspyramide und den Wertschöpfungsprozess in der Bankenindustrie auf den Kopf zu stellen, und den Kunden nach oben zu setzen.

Das ist in der Praxis aber kein einfaches Unterfangen, denn die kollektive Schwarmintelligenz auf den Finanzmärkten ist nicht leicht zu realisieren. Es gibt noch keinen Generalschlüssel dazu, jeder Anbieter der dies behauptet, stapelt die Kartons reichlich hoch. Siehe meinen früheren Eintrag:

http://lochmaier.wordpress.com/2009/09/30/financial-croudsourcing-2-0-wie-gut-ist-die-schwarmintelligenz-wirklich/

Dennoch: Die Bank nach dem Leitmotiv Financial Croudsourcing 2.0 wird kommen, in kleinen Schritten, wir gehen spannenden Zeiten entgegen. 

Written by lochmaier

Oktober 29, 2009 at 8:23 vormittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 136 Followern an